WÜRZBURG/HEIDINGSFELD

Ein Neuanfang mit Querflöte

Mit der Querflöte dabei: Monika Hofrock spielt in der Flötengruppe gemeinsam mit Jugendlichen und freut sich über ...

Sie ist klein und zierlich und fällt deshalb in der Jugendbläserklasse im Probenraum der TG Heidingsfeld kaum auf. Tatsächlich aber ist Monika Hofrock schon 61 Jahre alt. Jung genug allerdings, um noch einmal Neues hinzuzulernen. Nicht in der Bläserklasse wie die Kinder, in deren Ensemble sie nur in Notfällen einspringt, aber in der Flötengruppe, in der neben ihr und den Jugendlichen auch ein paar andere erwachsene Umsteiger mitmachen – und im Einzelunterricht. Der Lehrer heißt Manuel Hofrock, Monika Hofrocks Sohn. Er ist Berufsmusiker, 1975 geboren, und war von frühester Jugend an beim Spielmannszug dabei.

In Heidingsfeld ist die Familie bekannt. Denn neben Monika Hofrock gehörte 1978 auch ihr mittlerweile verstorbener Mann zu den Gründungsmitgliedern des Spielmannszug der TGH. Und sie ist seitdem Abteilungsleiterin. „Wir haben allerdings nur wiedergegründet, was es schon lange zuvor im Städtle gab“, sagt sie. 1978 und in den Jahren darauf allerdings gab es noch eine andere Festkultur als heute. Da war die klassische Blaskapelle gefragt, für Umzüge, Tanzabend, Vereinsfeste. „Damals lernte man die Spielmannsflöte“, erzählt Monika Hofrock. Diese Flöte, auch Querpfeife genannt, ist zwar der Querflöte ähnlich. Heutigen Ansprüchen allerdings genügt sie nicht. „Die Querflöte ist viel sauberer und reiner im Ton, sie hat einen viel größeren Tonumfang“, erklärt die Hobbymusikerin aus Leidenschaft.

Heute mehr Zeit zum Üben

Mit der Einführung der Leistungsprüfungen in der Blasmusik verschwanden die Querpfeifen mehr und mehr. Und weil sie auch weiterhin nicht nur „Schreibtischtäterin“ sein will, hat sich Monika Hofrock der neuen Zeit angepasst und lernt jetzt um. Trotz oder gerade wegen der langjährigen Erfahrung war und ist das nicht einfach: „Ich brauche viel länger als die Jungen, um die Noten auf die richtigen Finger zu übersetzen“, gesteht sie. Aber das macht sie ganz offensichtlich mit größerem Ehrgeiz wett, auch durch mehr Zeit zum Üben, denn aus gesundheitlichen Gründen genießt sie schon die freie Zeit einer Rentnerin. Wobei Manuels Zwillinge im Kleinkindalter und Enkelin Michelle – die, wie ihre Mutter Marion, natürlich ebenfalls bei der TGH Musik macht – sie schon auf Trab halten, neben dem Engagement für den Verein. Musik, das ist für sie sonnenklar, gehört einfach zum Leben. Und so hofft sie sehr, dass viele Eltern und Kinder diese Tatsache in der neuen Bläserklasse auch für sich entdecken, wenn deren bisherige Schüler aufsteigen in die Jugendblaskapelle.

Und sie wünscht sich, dass sich viele neue Mitstreiter älteren Semesters finden, für eine Bläserklasse für „Große“: „Bei uns sind alle herzlich willkommen. Musik für sich entdecken, kann man in jedem Alter. In der Gruppe macht es gleich viel mehr Spaß.“ Übrigens, ergänzt sie noch: Bläserklassen, oft auch für Ältere, bieten mittlerweile viele Blaskapellen, Spielmannszüge oder Musikvereine an. Interessenten sollten deshalb einfach mal im Ort nachfragen.

Kontakt: Monika Hofrock,Tel. (09 31) 68 55 6.


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