BAD NEUSTADT

Eine Familie in großen Nöten

Die kleine Sophia ist der einzige Sonnenschein, der ihren Eltern Jürgen und Yvonne (Namen von der Redaktion geändert) geblieben ist. Ansonsten sieht die Welt vor allem für Yvonne seit einiger Zeit trüb und dunkel aus. Und dabei ging es den Dreien mal richtig gut. Aber davon zeugt fast nur noch das Fotoalbum.

Jetzt ist die Wohnung nur wenig geheizt, eigentlich zu kalt, um sich dort den ganzen Tag aufzuhalten. Aber das muss Yvonne, denn ihr Bewegungsradius ist völlig eingeengt – sie hat kein Geld, um etwas zu unternehmen.

Wovon sie lebt? Von dem Kindergeld, das ihr für ihre große und für Yvonne, ihre kleine Tochter, zusteht. Davon zahlt sie ihren Krankenkassenbeitrag, der für sie überlebensnotwendig ist, denn ihre bedrückende Situation hat sie krank gemacht. Sie hat in diesem Jahr eine Niere verloren und sieht sich als zu 50 Prozent Behinderte vom Arbeitsmarkt entfernter denn je.

Ins finanzielle Nichts – denn für sie selber gibt es zurzeit von staatlicher Seite nicht einen einzigen Cent – hat sie ihrer Meinung nach der Behörden- und Bestimmungsdschungel getrieben. Bis zum Oktober 2007 hatte sie im Büro ihres selbstständigen Lebensgefährten Jürgen gearbeitet. Er musste ihr kündigen – im Zuge seiner eigenen, mit vielen Fragezeichen versehenen Insolvenz.

Für drei Köpfe

In der aktuellen Situation kämpft er ums finanzielle Überleben. Von den 800 Euro, die er im Schnitt monatlich heimbringt, muss der Lebensunterhalt für drei Köpfe bestritten werden. Sind Miete und Heizkosten bezahlt, bleibt nicht mehr viel übrig. Morgens Brötchen zu essen, das ist nicht mehr drin.

Auf der Strecke geblieben ist Yvonne. Ab November 2007 erhielt sie zunächst ein Jahr lang Arbeitslosengeld, aber seit sie im Oktober 2008 den Antrag auf Hartz IV gestellt hat, verfügt sie über keine eigenen Mittel mehr. Dem Antrag wurde bis heute nicht entsprochen, weil sie mit Jürgen in einer Bedarfsgemeinschaft lebe.

Hausratversicherung, Unfall- und Rentenversicherung, das sind alles Fremdworte für sie geworden. Wenn Töchterchen Sophia schwimmen gehen möchte, kann sie ihr das Eintrittsgeld nicht geben. Und der Stuhl, den sich das Mädchen wünscht, damit es am Tisch in seinem Zimmer Hausaufgaben machen kann, ist auch nicht finanzierbar.

Würde nicht die Oma manchmal etwas zuschießen und der großen Tochter trotz ihrer eigenen Schwierigkeiten hin und wieder 10 oder 20 Euro abgeben, bliebe der Kochtopf häufig ganz leer. Die verzweifelte Lage drückt Yvonne eigentlich in jedem Moment, denn mit der angegriffenen Gesundheit geht eine Verschlechterung der Augen einher. Aber selbst von einer neue Brille kann sie nur träumen.

Rückblick

  1. Aktion Patenkind: Schöne Festtage für Menschen in Not
  2. Aktion Patenkind betreut Menschen mit den unterschiedlichsten Problemen
  3. Aktion Patenkind: Spendable Leser helfen
  4. Gebeugt von Schicksalsschlägen
  5. Standpunkt: Was heißt da „helfen“?
  6. Das Büro ist wieder besetzt
  7. Melden Sie sich, wir machen dann das Foto
  8. Der Kampf gegen die Armutsspirale
  9. Wenn eine Tafel Schokolade Luxus ist
  10. Von Narben gezeichnet
  11. Menschen in Not die Hand reichen
  12. Standpunkt: Helfen als Mode?
  13. Wir kommen gern, wenn Sie uns rufen
  14. Start der Aktion Patenkind
  15. Gemeinde Rödelsee zeigt Herz
  16. Bernd K. und sein mühsamer Weg aus der Depression
  17. 500 Euro für die Aktion Patenkind
  18. Schicksalsschläge hörten nicht auf
  19. Beim Feiern an Menschen in Not denken
  20. Bibi und die Weihnachtsspende
  21. Erst backen, dann spenden
  22. Patenkind intern: Über den Tag hinaus
  23. 305 000 Euro für die Patenkinder
  24. Ein Renault für den guten Zweck
  25. Aktion Patenkind: Kein Geld für das Töchterchen
  26. Das Spenden-Label hilft
  27. Aktion Patenkind bittet wieder um Spenden für Menschen
  28. Sie rufen an, wir kommen
  29. Eine Familie in großen Nöten
  30. Aktion Patenkind: Spendendaten
  31. Aktion Patenkind: Hilfsaktion geht weiter
  32. Leben in einer schimmeligen Baustelle
  33. Aktion Patenkind: Hilfsaktion geht weiter
  34. Aktion Patenkind: Ohne die Leser läuft nichts
  35. Damit Viktor es eines Tages besser hat
  36. „Wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt“
  37. Das Geld reicht nicht für Kinderspielzeug
  38. Aktion Patenkind: Andere nicht alleine lassen
  39. Aktion Patenkind: „Ich spende aus Überzeugung“
  40. Aktion Patenkind: Gutes tun mit der Turbo-Party
  41. Aktion Patenkind: Wir wollen ohne Umwege spenden
  42. Aktion Patenkind: Wir wollen ohne Umwege spenden
  43. Aktion Patenkind: Wir wollen ohne Umwege spenden
  44. Helfen hilft weiter
  45. Thema intern: Vom Geben und Nehmen
  46. Das Büro ist wieder besetzt
  47. Kontakt
  48. Helfen hilft weiter
  49. Das Büro ist wieder besetzt
  50. Thema intern: Vom Geben und Nehmen

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