MAIN-RHÖN

Von Narben gezeichnet

Hussein S. hat am ganzen Körper Narben, kleinere und größere, vor allem an den Armen und Fingern. Den Tag, an dem er sie sich zugezogen hat, wird er nicht vergessen. Er erzählt vom Verhörraum einer Polizeistation in Teheran. „Ich bin durch das Glasfenster aus dem zweiten Stock gesprungen. Wenn man sich selbst schwer verletzt, kann man ihnen entkommen“, sagt er.

Damals war Hussein S. (Name geändert) ein junger Mann, der wie viele andere Flugblätter gegen das Regime von Ayatollah Khomeini verteilte. Seine politischen Aktivitäten haben ihn ins Gefängnis gebracht, berichtet er: „Sie haben mich geschlagen, schikaniert.“ Schließlich gelingt ihm die Flucht aus dem Gottesstaat, 17 Tage ist er unterwegs, dann stellt er in Deutschland einen Asylantrag. Seit 2007 lebt er als anerkannter Flüchtling in der Region Main-Rhön.

Doch sein Glück findet er nicht, seine Ehe zerbricht und der Sorgerechtsstreit um seine kleine Tochter fordert ihn nicht nur finanziell über alle Maßen. Kummer und Stress schlagen ihm buchstäblich aufs Herz, er muss eine Operation über sich ergehen lassen. „Seitdem habe ich einen Schwerbehindertenausweis“, erzählt Hussein S..

Seine Tochter hat der Iraner, der in seinem Heimatland in der Textilbranche arbeitete, seit zwölf Jahren nicht mehr gesehen. Auch Briefkontakt, wie zunächst noch nach der Trennung von seiner Frau, besteht nicht mehr. Bald wird seine Tochter 16 Jahre alt, sagt Hussein S.. Er schaut dabei auf ein Foto, das die Tochter an ihrem ersten Schultag zeigt. „Sie ist jetzt wohl wie eine fremde Frau für mich“, sagt er und hat Tränen im Auge – auf der Straße würde er sie womöglich gar nicht erkennen.

Arbeit hat der Mann um die 50 keine, obwohl er sich regelmäßig bei der Arbeitsagentur meldet und nachfragt. „Wo soll ich auch welche finden? Wer will mich denn?“, sagt Hussein S.. Er lebt von Hartz IV. „Damit halte ich mich über Wasser.“ Übers Internet hält er Kontakt zu Verwandten in Deutschland und zu Freunden im Iran. „Die Lage dort ist auch unter Präsident Ahmadinedschad katastrophal, die Wirtschaft liegt am Boden und es gibt jeden Tag willkürliche Verhaftungen.“ In Deutschland lebt Hussein S. sicher, und hier hat er sich taufen lassen. Ein Grund mehr für ihn, wahrscheinlich nie mehr in den Iran zurückzukehren: „Man weiß ja, wie es Christen unter Ahmadinedschad ergeht.“

Aktion Patenkind bittet um Spenden

Angst vor der Zukunft, nicht wissen, wie es weitergehen soll – der Mann, um den es im nebenstehenden Text geht, ist nicht alleine damit. Bei der Aktion Patenkind melden sich täglich Menschen, denen es ganz ähnlich geht. Menschen, denen finanzielle Sorgen schlaflose Nächte bereiten. Alleinerziehende Mütter, die sich Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder machen. Alte Leute, die der Gedanke an ein einsames Weihnachten traurig macht. Die Aktion Patenkind kann keine schwierigen Lebenssituationen grundlegend verbessern. Aber sie kann mit den Spenden der Leserinnen und Leser ein bisschen Hoffnung geben. Denn die Einkaufsgutscheine und Überweisungen sorgen nicht nur für ein schönes Weihnachtsfest. Sie zeigen Menschen in Not, dass jemand an sie denkt. Text: and

Rückblick

  1. Aktion Patenkind betreut Menschen mit den unterschiedlichsten Problemen
  2. Aktion Patenkind: Spendable Leser helfen
  3. Gebeugt von Schicksalsschlägen
  4. Standpunkt: Was heißt da „helfen“?
  5. Das Büro ist wieder besetzt
  6. Melden Sie sich, wir machen dann das Foto
  7. Der Kampf gegen die Armutsspirale
  8. Wenn eine Tafel Schokolade Luxus ist
  9. Von Narben gezeichnet
  10. Menschen in Not die Hand reichen
  11. Standpunkt: Helfen als Mode?
  12. Wir kommen gern, wenn Sie uns rufen
  13. Start der Aktion Patenkind
  14. Gemeinde Rödelsee zeigt Herz
  15. Bernd K. und sein mühsamer Weg aus der Depression
  16. 500 Euro für die Aktion Patenkind
  17. Schicksalsschläge hörten nicht auf
  18. Beim Feiern an Menschen in Not denken
  19. Bibi und die Weihnachtsspende
  20. Erst backen, dann spenden
  21. Patenkind intern: Über den Tag hinaus
  22. 305 000 Euro für die Patenkinder
  23. Ein Renault für den guten Zweck
  24. Aktion Patenkind: Kein Geld für das Töchterchen
  25. Das Spenden-Label hilft
  26. Aktion Patenkind bittet wieder um Spenden für Menschen
  27. Sie rufen an, wir kommen
  28. Eine Familie in großen Nöten
  29. Aktion Patenkind: Spendendaten
  30. Aktion Patenkind: Hilfsaktion geht weiter
  31. Leben in einer schimmeligen Baustelle
  32. Aktion Patenkind: Hilfsaktion geht weiter
  33. Aktion Patenkind: Ohne die Leser läuft nichts
  34. Damit Viktor es eines Tages besser hat
  35. „Wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt“
  36. Das Geld reicht nicht für Kinderspielzeug
  37. Aktion Patenkind: Andere nicht alleine lassen
  38. Aktion Patenkind: „Ich spende aus Überzeugung“
  39. Aktion Patenkind: Gutes tun mit der Turbo-Party
  40. Aktion Patenkind: Wir wollen ohne Umwege spenden
  41. Aktion Patenkind: Wir wollen ohne Umwege spenden
  42. Aktion Patenkind: Wir wollen ohne Umwege spenden
  43. Helfen hilft weiter
  44. Thema intern: Vom Geben und Nehmen
  45. Das Büro ist wieder besetzt
  46. Kontakt
  47. Helfen hilft weiter
  48. Das Büro ist wieder besetzt
  49. Thema intern: Vom Geben und Nehmen
  50. Wenn man keine Hoffnung hat

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