BAD NEUSTADT

Mit den Alltagssorgen nicht alleine

Eingespieltes Team: Max und seine CaritasPatin Rosemarie Bauer.

Rosemarie Bauer und Bernd Hohmann haben einiges gemeinsam: Sie sind nicht mehr berufstätig, verfügen über reiche Lebenserfahrung und möchten anderen Menschen helfen. Als CaritasPaten springen sie in Situationen ein, die für die Betroffenen eine schwierige Hürde bedeuten, und bemühen sich, ihnen den Weg etwas zu ebnen.

So übernimmt Bernd Hohmann, den eine Krankheit aus seiner eigenen Bahn geworfen hat, gerne die Begleitung, wenn Menschen vor einem Behördengang stehen, von dem sie sich überfordert fühlen. Das sind meist Personen mit Migrationshintergrund, die mit der deutschen Bürokratie nicht zurechtkommen, aber auch Alteingesessene, die keine Chance sehen sich in den Bestimmungen zurechtzufinden und die Konsequenzen daraus für sich nicht überblicken können.

Hohmann. Er geht mit zur Krankenkasse, wenn es um existenzielle Fragen geht, und formuliert Widersprüche. Dabei stößt er gelegentlich auch an Grenzen, die ihn in Gewissenskonflikte bringen – und er bekommt Rückendeckung von seinen „Auftraggebern“. Denn für die CaritasPaten gibt es beim Caritasverband Rhön-Grabfeld eine „Schaltstelle“: die Diplom Sozialpädagogin Hedwig Heinisch, die Hilfesuchende und ehrenamtliche Helfer zusammenbringt. Sie weiß aus den Beratungsdiensten der Caritas, wem mit welcher Tätigkeit das Leben leichter gemacht werden kann, und sie kennt die Fähigkeiten der Ehrenamtlichen, die sich bereit erklärt haben, als CaritasPate aktiv zu werden. Sie vermittelt auch, dass Konflikte dann beispielsweise in der Suchtberatungsstelle oder der Erziehungsberatung geklärt werden.

Weitere Unterstützung erhalten die CaritasPaten durch regelmäßigen Austausch. Ein Ausweis legitimiert ihr Handeln und ermöglicht ihre Anwesenheit auch in einer Arztpraxis, in der komplexe Probleme besprochen werden, womit die Betroffenen alleine überfordert wären.

Für die unterschiedlichen Anforderungen kann Hedwig Heinisch rund 25 CaritasPaten aus allen Alters- und Berufsgruppen einsetzen.

Für Rosemarie Bauer war der CaritasPaten-Ausweis schon hilfreich: Sie kann damit in der Schule das Fachbuch ausleihen, das sie für ihren zwölfjährigen Schützling Max braucht, und ein klärendes Gespräch mit seinen Lehrern führen. Rosemarie Bauer ist pensionierte Lehrerin und bringt sich im Rahmen der CaritasPatenschaft in kostenlose Nachhilfe ein, die zugleich integrativ wirkt und für sie selbst gelebte Völkerverständigung bedeutet.

Verschiedene Probleme führten die Mutter von Max zur Erziehungsberatungsstelle der Caritas. Auf dem Hintergrund der russischen Heimat und der dadurch bedingten Sprachschwierigkeiten empfahl sich fachkundige Unterstützung, die Rosemarie Bauer gerne und mit Erfolg bietet: So hat sich die Deutschnote von Max in einem Jahr von vier auf zwei verbessert. Wenn's um Mathe geht, wird es für beide Seiten richtig spannend, denn die aktuellen Anforderungen muss sich die Lehrerin selbst erst wieder erarbeiten.

Dankbar für Rosemarie Bauers Hilfe ist besonders die Mutter von Max. Statt barer Münze zur Entlohnung bietet die Familie etwas anderes: freundschaftliche Gefühle, Einblicke in ihre Kultur und Vergangenheit und einen leckeren russischen Kuchen – gebacken und dekoriert für einen Menschen, der die Nöte eines Jungen ernst nimmt und für seine Zukunft wichtige Weichen stellt.

So bewerben Sie sich

Vier Förderpreise sind 2012 im Rahmen der Aktion „Zeichen setzen“ ausgeschrieben. Die Mediengruppe Main-Post und das Lernwerk Volkersberg würdigen seit zehn Jahren bürgerschaftliches Engagement. Den ersten Preis, 3000 Euro, stiftet seit 2004 die Fürstlich Castell'sche Bank. Zu gewinnen sind auch Sonderpreise der Main-Post mit 1000 und des Lernwerk Volkersberg mit 500 Euro. Die Bürgerstiftung der VR-Bank Würzburg beteiligt sich wieder mit einem Förderpreis von 1500 Euro.

Almaz Böhm hat in diesem Jahr die Patenschaft übernommen. Sie ist die Ehefrau von Karl-Heinz Böhm, der die Äthiopienhilfe „Menschen für Menschen“ gegründet hat. Die Preisübergabe ist bei einem Ehrenabend mit Almaz Böhm am 30. November 2012. Zum zehnjährigen Bestehen der Aktion können sich alle Initiativen erneut bewerben, die schon vorgestellt wurden:

 

Main-Post GmbH & Co. KG

Berner Straße 2

97084 Würzburg

Ute Schlichting (09 31) 60 01 - 382

Fax: (09 31) 60 01 - 346

E-Mail: zeichensetzen@mainpost.de

 

Lernwerk Volkersberg

Volkersberg 1

97769 Bad Brückenau

Martina Reinwald (0 97 41) 91 32 90

E-Mail: zeichensetzen@volkersberg.de

ONLINE-TIPP

Informationen rund um die Aktion „Zeichen setzen“ sowie bereits erschienene Beiträge finden Sie unter

www.mainpost.de/zeichensetzen www.lernwerk.volkersberg.de

Rückblick

  1. Einfach eine Umarmung
  2. „Bestätigung unseres Engagements“
  3. „Mich packt das Thema Asyl“
  4. Mehr als 100 „Mentor“-Leselernhelfer betreuen Kinder
  5. Deutschkurs unter Palmen
  6. „Ein enormes Engagement“
  7. Die zusätzliche Oma
  8. Lesen? Aber natürlich!
  9. Busfahren als soziales Erlebnis
  10. Integration mit Fußball
  11. Futter für kleine Leseratten
  12. Viel zu früher Abschied
  13. Wissenswertes über den Preis - und Bewerbungsformular
  14. Die Welt ein wenig besser machen
  15. Überraschung, Stolz und Motivation
  16. Aktion „Zeichen setzen“
  17. Zeichen Setzen: Hilfe für Flüchtlinge
  18. Hilfe mit Geld und gutem Rat
  19. Stricken hinter Gefängnismauern
  20. Begegnung baut Vorurteile ab
  21. Regisseurin aus Leidenschaft
  22. Kirchengemeinde Gnötzheim organisiert ehrenamtlich individuelle Mobilität
  23. Kirchengemeinde Gnötzheim organisiert ehrenamtlich individuelle Mobilität
  24. Ehrenamtliche des Familienentlastenden Dienstes helfen Menschen mit Behinderung
  25. Ein Stück Heimat für Menschen aus der Fremde
  26. „Wann werden wir wieder mal gebraucht?“
  27. Morgens ab sieben werden Brote geschmiert
  28. Das Ehrenamt belebt den Schüttbau
  29. Ein Kissen von Herzen
  30. Die Saiten der Seele zupfen
  31. Wo das Ehrenamt aufblüht
  32. Ehrenamtliche halten mit Einfallsreichtum eine Einkaufsmöglichkeit am Laufen
  33. Deutsche Sprache, schwere Sprache
  34. Der Blaue Eumel bringt Musik
  35. Aktion Zeichen setzen: Berichte über das Ehrenamt und Preise
  36. Aktion "Zeichen setzen": Preise für vorbildliches Ehrenamt
  37. Total überrascht und sehr erfreut
  38. Aktion "Zeichen setzen": Preise für vorbildliches Ehrenamt
  39. Aktion „Zeichen setzen“
  40. Die Lust am Lernen wecken
  41. Hilfe für Menschen mit Autismus
  42. Den Weg aus der Armut ebnen
  43. Eine Stimme für Flüchtlinge
  44. Standpunkt: Nicht mehr als eine nette Geste
  45. Standpunkt: Nicht mehr als eine nette Geste
  46. Ehrenamt leicht(er) gemacht
  47. Ehrenamt leicht(er) gemacht
  48. Wenn die Welt ganz dunkel ist
  49. Alternativen zum Heim
  50. Anpacken für das Gemeinwohl

Kommentar schreiben

Um einen Kommentar zu schreiben melden Sie sich bitte vorher an.



Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich hier registrieren.