Siemens: Gespräche nach Fasching
(top/ikr) Entgegen anderslautender Meldungen von Firmenseite haben die Gespräche zwischen dem Siemensvorstand und dem Betriebsrat über die angekündigte Streichung von 840 Stellen in Bad Neustadt noch nicht begonnen. Laut Betriebsratsvorsitzendem Bernhard Omert werden die Verhandlungen erst nach Fasching beginnen. In Anbetracht der unklaren Zukunftsaussichten sei das für viele Kollegen zwar unbefriedigend, aber der Betriebsrat wolle vernünftig vorbereitet in die Verhandlungen gehen.
Klar ist hingegen inzwischen, wer der Verhandlungsgruppe von Seiten der Gewerkschaft angehören wird. Neben Bernhard Omert sind dies aus Bad Neustadt die Betriebsräte Walter Kneuer und Oliver Mauer sowie der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, Lothar Adler, und Gesamtbetriebsrat und Mitglied des Aufsichtsrates, Harald Kern.
Nachdem sich die katholische Kirche vergangene Woche spontan mit den Siemens-Mitarbeitern solidarisierte und zur Teilnahme an der Kundgebung am Mittwoch auf dem Bad Neustädter Marktplatz aufrief, hat sich jetzt auch die evangelische Kirche in Münnerstadt zu Wort gemeldet. Stadtpfarrer Joachim Pennig bezeichnete es in seiner Predigt am Wochenende als „unethisch und unanständig“, dass ein Konzern wie Siemens trotz satter Gewinne in einer ohnehin schon strukturschwachen Region Arbeitsplätze abbaut, „um den Gewinn der Aktionäre und Manager zu erhöhen“.
Pennig bekennt, dass er am Mittwoch zur Kundgebung gehen wird. Als positives Beispiel streicht der die Familienunternehmen Münnerstadts heraus, denen es auch nicht rosig gehe. Sie würden jedoch ethisches Verhalten vorleben und Verantwortung zeigen, indem sie ihre Beschäftigten behalten, „bis es wirklich nicht mehr anders geht“.














