Sonntag der 14.03.2010 19:10 Uhr
Schließen
Benutzername
Passwort
Login merken   
aktualisiert: 23.07.2009 08:10 Uhr
WESTHEIM

Genmais: Feldbefreier verurteilt

Geldstrafe für Zerstörung von Feld
Die „Feldbefreiung“ auf einem Genmais-Feld bei Westheim (Lkr. Kitzingen) fand am Mittwochabend im Kitzinger Amtsgericht ihr – vorläufiges – Ende: Die beiden Angeklagten, die Ende Juni 2008 mit rund 60 Mitstreitern viele Pflanzen auf dem Acker zerstört hatten, wurden zu einer Geldstrafe wegen Sachbeschädigung verurteilt.

Bild vergrößern

Der zweite Verhandlungstag, der sich wie der erste zäh über vier Stunden hinschleppte, war erneut durch viele Unterbrechungen und politische Stellungnahmen der Angeklagten bestimmt. Ziel des 31-jährigen Mathematikers und der 27-jährigen „Bewegungsarbeiterin“ war es, die Gefahren der Gentechnik anzuprangern und ihr Zerstörungswerk auf dem Feld als „rechtfertigenden Notstand“ zu erklären.

Schließlich hätten sie eine Genmais-Sorte ausgerissen, die in diesem Jahr verboten wurde: „Sollen wir verurteilt werden, weil wir früher reagiert haben als der Staat?“, fragte die 27-Jährige.

Ihr Appell, die „kriminelle Verunreinigung“ durch die Gentechnik-Konzerne anzuerkennen und ihre Feldbefreiung durch einen Freispruch zu honorieren, war vergebens. Ebenso ein Befangenheitsantrag gegen Richter Marc Betz. Der betonte, dass die Zerstörungstaten auf dem Feld nicht als eine vom Gesetz erlaubte Notstands-Tat gegen eine unmittelbar drohende Gefahr zu sehen sei.

Schließlich sei klar gewesen, dass die Aktion auf dem kleinen Acker nicht die Gentechnik stoppen könne. Zudem sei der Genmais damals legal gewesen. Das Urteil, 1350 und 675 Euro, ist nicht rechtskräftig.

Diesen Artikel empfehlen:
Facebook Twitter StudiVZ / MeinVZ Webnews Google Del.icio.us Mister Wong Yigg Linkarena