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aktualisiert: 08.02.2010 20:31 Uhr
WÜRZBURG/HAMMELBURG

Sell und Zölibat: Christen fordern vom Bischof Reformen

Unterschriften übergeben - Bistum bremst
Nach der Suspendierung des katholischen Pfarrers Michael Sell wegen Missachtung des Zölibats haben Christen erneut den Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann zu Reformen aufgefordert.
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Hofmann solle sich in der Bischofskonferenz für eine Weiterbeschäftigung der Priester in der Seelsorge einsetzen, die wegen der Entscheidung für Ehe und Familie suspendiert worden seien. Darüber hinaus solle der Bischof an Reformen für den freiwilligen Zölibat mitwirken.

Ein Sprecher Hofmanns bekräftigte, der Bischof halte am Zölibat fest. Wie das Bistum am Montag mitteilte, hatte der Aktionskreis „Kirche in Bewegung“ in Hammelburg (Kreis Bad Kissingen) am vergangenen Freitag der Diözese 7103 Unterschriften überreicht. Die Initiative fordert eine Weiterbeschäftigung von Priestern in der Kirche, die sich gegen den Zölibat entschieden haben.

Das Aktionsbündnis war nach der Suspendierung des Hammelburger Pfarrers Michael Sell im vergangenen Oktober gegründet worden. Sell war seiner Aufgaben entbunden worden, weil er heiraten will und mit seiner Lebensgefährtin bereits ein Kind hat.

Gegen die Suspendierung hatten Gemeindemitglieder heftig protestiert, es hatte aber auch Zustimmung gegeben. Bei seiner Diakonen- und Priesterweihe vor mehr als zehn Jahren hatte sich Sell noch für die in der römisch-katholischen Kirche geltende Lebensform des Zölibats entschieden.

Ein Nachfolger für den Pfarrer ist bisher noch nicht gefunden. Bischof Hofmann hatte zuletzt zwar eingeräumt, dass die Lebensform des Zölibats für viele Menschen ein Zeichen des Widerspruchs, manchen vielleicht sogar ein Ärgernis sei. „Ich halte sie jedoch nicht für überholt und unzeitgemäß, wie es immer wieder betont wird.“ Die gelebte Ehelosigkeit sei keine Wertminderung der Ehe, sondern ein Zeichen für die Ganzhingabe an Gott.

Ein Bistumssprecher sagte am Montag, der Bischof werde das Thema in der Bischofskonferenz sicher ansprechen, aber nicht für eine Abschaffung des Zölibats plädieren. 

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