Sonntag der 14.03.2010 19:14 Uhr
Schließen
Benutzername
Passwort
Login merken   
aktualisiert: 08.02.2010 18:47 Uhr
ZELLINGEN

Den Pfarrgemeinderat beleidigt

Anonyme Diffamierungen im Vorfeld der Neuwahl bei St. Georg in Zellingen

Bild vergrößern

Als wäre es nicht schon schwierig genug, in der heutigen Zeit Kandidaten für die Wahl des Pfarrgemeinderats zu finden: In Zellingen erschwert ein Unbekannter die Wahl zusätzlich. Er hat die Fotos des bisherigen Gremiums als Plakat ausgedruckt, darauf die Mehrzahl der Pfarrgemeinderäte durchgestrichen und es in der Kirche aufgehängt.

Auf dem Plakat stand: „Guter Gott, bewahre uns und die gesamte Pfarreiengemeinschaft im kommenden Pfarrgemeinderat vor allzu wichtigen und unfähigen Kandidaten. Wir bitten dich, erhöre uns!“

In einem Brief, der zudem in der Kirche in der Vorschlagsbox für die Wahl gefunden wurde, waren bisherige Pfarrgemeinderäte durch Kommentare übel diffamiert und zwölf neue Kandidaten ins Spiel gebracht worden. Die Pfarrgemeinde erwägt eine Anzeige wegen Beleidigung. Auf jeden Fall wird die Wahl nun verschoben vom ursprünglich geplanten 7. auf den 21. März.

An zwei Stellen aufgehängt

Der – oder die – Unbekannte hat das Plakat im DIN-A-4-Format an der Glastür des Windfangs und an einer Seitentür in der Kirche angebracht. Als Grundlage diente ein Puzzle, das auf der Homepage pfarrei-zellingen.de unter „Gruppierungen“ zu finden ist. Hier sind die 13 Pfarrgemeinderatsmitglieder – zwölf Frauen und ein Mann – um Pfarrer Rudolf Kunkel und Pastoralreferentin Johanna Dünninger herumgruppiert.

Eigentlich soll der Zellinger Pfarrgemeinderat von St. Georg künftig aus zehn Mitgliedern bestehen. Für die kommende Wahl fanden sich trotz intensiver Suche allerdings nur sechs Kandidaten. Es wurde erwogen, diese am 7. März im Gottesdienst durch Berufung zu bestimmen, beispielsweise durch Handaufheben der Gemeindemitglieder.

Der Wahlausschuss will nun per allgemeiner Briefwahl wählen lassen und versucht, die anonymen Vorschläge zu prüfen. Die dort genannten zwölf Personen – davon auch zwei, die dem bisherigen Pfarrgemeinderat angehören – sollen sich erklären. Bis Montagmittag waren bereits vier Absagen eingegangen.

Pfarrer Rudolf Kunkel und die Gemeindereferentin Johanna Dünninger haben kein Verständnis für die Kritik am bisherigen Gemeinderat. Der nämlich habe gute Arbeit geleistet, beispielsweise bei der Zusammenarbeit mit den anderen Gemeinden der Pfarreiengemeinschaft. Oder beispielsweise mit dem Projekt „Junge Familie“, bei dem per Fragebogen ermittelt wurde, was sich Familien von der Kirche wünschen.

In einem offenen Brief vom 7. Februar an die Gemeinde schreiben Pfarrer Rudolf Kunkel, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Elisabeth Stölting und Wahlausschussleiter Andreas Halbig:

„Sehr geehrte Mitchristen, in der vergangenen Woche ist es leider in unserer Pfarrgemeinde zu sehr fragwürdigen anonymen Aushängen an den Kirchentüren und zu einem anonymen Brief an unseren Herrn Pfarrer Kunkel und den Mitverantwortlichen der Pfarrgemeinde gekommen.

Durch die Aushänge und den anonymen Brief fühlen sich Teile des amtierenden Pfarrgemeinderates persönlich angegriffen und diffamiert. In den anonymen Mitteilungen spricht man ihnen die nötige Kompetenz und die nötige Einsatzbereitschaft für den Pfarrgemeinderat ab. In Zeiten, in denen sich kaum noch genügend Kandidaten für eine Pfarrgemeinderatswahl finden, erscheinen die Vorwürfe paradox. Jedem unzufriedenen Gemeindemitglied steht doch offen, sich für den nächsten Pfarrgemeinderat aufstellen zu lassen.

Offen zu Wort melden

Sehr bedauerlich hierbei ist die feige und unchristliche Vorgehensweise. Der Pfarrgemeinderat ist jederzeit bereit, sich in Frage stellen zu lassen und ist für jede Kritik und Anregung dankbar. Der anonyme Verfasser/die anonymen Verfasser scheu(t)en sich jedoch vor einer offenen Auseinandersetzung und wähl(t)en lieber die Methode der öffentlichen Diffamierung und Verunglimpfung. Die Verantwortlichen der Pfarrgemeinde behalten sich diesbezüglich vor, Strafanzeige zu erstatten.

Hiermit fordern wir den Verfasser/die Verfasser auf, sich offen zu Wort zu melden und sich unmittelbar mit den kritisierten Mitgliedern des amtierenden Pfarrgemeinderates auseinanderzusetzen und zu konfrontieren. Aufgrund dieser Vorkommnisse hat der Wahlausschuss beschlossen, die Pfarrgemeinderatswahl auf den 21. März zu verschieben.“

Diesen Artikel empfehlen:
Facebook Twitter StudiVZ / MeinVZ Webnews Google Del.icio.us Mister Wong Yigg Linkarena