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aktualisiert: 17.01.2010 13:14 Uhr
KARLSTADT

Erster internationaler Computer-Führerschein: Weltweiter Prüfungsstandard

In Karlstadt wird erstmals der „Internationale Computer-Führerschein“ angeboten

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Anna Keller ist die erste Schülerin im Landkreis Main-Spessart, die die Grundstufe des „Internationalen Computer-Führerscheins“ bestanden hat. Dafür überreichte ihr der Lehrer und Computerfachmann Matthias Rudolph an der Karlstadter Konrad-von-Querfurt-Hauptschule die Urkunde. Gleichzeitig informierte er rund 100 Eltern und Schüler in der Aula der Schule über die „European Computer Driving Licence“ (ECDL).

Die 17-jährige Anna ist wohl schon eine Ausnahme, denn sie hat es geschafft, die vier nötigen Module des ECDL in wenigen Monaten durchzuarbeiten und die entsprechenden Prüfungen auf Anhieb erfolgreich abzulegen. Dies, so meinte Rudolph, wird nicht die Regel sein, denn die Anforderungen des ECDL seien sehr hoch angesetzt. Der zugrunde liegende Lehrplan gelte als eine verlässliche Eichmarke und basiere auf einem weltweiten Standard für Computergrundbildung unter dem Dach der Europäischen Computergesellschaften CEPIS.

Der ECDL, der mit dem internationalen Gegenstück ICDL gleichzusetzen ist, gilt in 148 Ländern mit den selben Inhalten und wird augenblicklich von rund neun Millionen Kandidaten angestrebt. Die Prüfungen können in 30 000 Prüfungszentren, 1200 davon sind in Deutschland, in 38 Sprachen abgelegt werden.

Sieben Module

Der Computerführerschein baut auf sieben von einander unabhängigen Modulen auf, die in beliebiger Reihenfolge bearbeitet und geprüft werden können. Sie beinhalten die Grundlagen der Informationstechnologie, die Arbeit mit den verschieden Betriebssystemen, den Umgang mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbanken, Präsentationen und dem Internet mit E-Mail.

Wer die Prüfungen für vier der Module bestanden hat, erhält dafür das Grundzertifikat „ECDL-Start“, die große Bescheinigung für das Basisniveau gibt es für das Erreichen von allen sieben Modulen. Darauf könnte noch das „Advanced“ oder Experten-Niveau mit vier weiteren Modulen angeschlossen werden.

Da bei der Entwicklung des ECDL und des zu Grunde gelegten Lehrplans wesentliche Wirtschaftsbetriebe mit eingebunden waren, erwartet der Fachlehrer Rudolph bald eine gute Akzeptanz durch Ausbildungsbetriebe. Diese könnten sich darauf verlassen, dass die „Führerschein-Inhaber“ über verlässliches Wissen und einsetzbare Fähigkeiten im Umgang mit dieser neuen Kulturtechnik verfügen. Der ECDL kann im gesamten Landkreis ausschließlich an der Hauptschule Karlstadt abgelegt werden, augenblicklich hat keine andere Schule, auch nicht im Bereich der Gymnasien oder Realschulen, die nötige Berechtigung dazu.

Hohes Niveau

„Um die Prüfungen zu bestehen, muss man schon gezielt arbeiten und auch zuhause etwas dafür tun, sie haben ein Niveau, das nicht jeder erreichen kann“, betonte Rudolph. Die Inhalte dazu können zum einen im Rahmen des Informatikunterrichts an der Schule, in zusätzlichen IT-Arbeitsgemeinschaften oder im häuslichen „Online-Studium“ erarbeitet werden.

Wer sich konkret für den Computerführerschein interessiert, kann sich an Matthias Rudolph wenden. Der offizielle bei der deutschen Zentrale in Bonn kostet 35 Euro, jede der sieben Modultests zusätzlich zwölf Euro. Die Prüfungen erfolgen online, also direkt am Computer bei direkter Verbindung mit dem Zentralrechner. Jeder Test besteht wie die Auto-Führerscheinprüfung aus rund 250 Fragen 36, von denen mindestens 75 Prozent richtig beantwortet werden müssen. Das Ergebnis und die Bestätigung darüber liegen sofort nach Beendigung vor. Die Anmeldung zu den Prüfungen gilt drei Jahre, die einzelnen Tests dürfen zwei Mal wiederholt werden.

Externe Prüflinge

Externe Prüflinge kann die Karlstadter Hauptschule auch annehmen, sie müssen sich aber in einem schulischen oder betrieblichen Ausbildungsverhältnis befinden und sich die geforderten Inhalte selbst erarbeiten. So schnell wie bei der ersten Absolventin Anna Keller wird es kaum bei vielen gehen. Die Schülerin der M-Klasse hatte allerdings schon einige Vorerfahrungen, erreichte aber in ihren Tests fast immer über 90 Prozent. Das könnte ein Ansporn für andere sein.

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