Schwarzfahrer wider Willen
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Seit Oktober studiert Plischke in Würzburg und fährt täglich mit dem Zug von Langenprozelten in die Residenzstadt. Bislang, wie der 27-Jährige dachte, mit einer gültigen Fahrkarte. Schließlich hat der Student für einen Beitrag von 41,30 Euro sein Semesterticket erhalten. Dieses gilt im Bereich des Verkehrsbundes Mainfranken (VVM). Dem wiederum gehören die Würzburger Straßenbahn GmbH, die Allgemeine Personennahverkehrs-GmbH, die Deutsche Bahn, der Omnibusverkehr Franken, private Nahverkehrsunternehmer sowie die Main-Spessart Nahverkehrs-GmbH an.
Zwei Monate ging alles gut
Im Nahverkehr der DB Regio Unterfranken umfasst das Semesterticket auf den verschiedenen Strecken ein begrenztes Gebiet. So gilt es etwa von Würzburg nur bis Thüngersheim oder umgekehrt. Weil der Langenprozeltener dies wusste, hatte er sich im Vorfeld eine Monatskarte gekauft – um die Strecke von Langenprozelten bis Thüngersheim zu überbrücken. „So bin ich zwei Monate gefahren, ohne Probleme zu haben“, sagt Plischke. Bis ihn vor kurzem ein Kontrolleur der Bahn als Schwarzfahrer „dingfest“ machte. Sein gültiges Semesterticket sowie seine Monatskarte wollte dieser nicht gelten lassen.
„Ich wurde behandelt wie ein Schwerverbrecher“, sagt der Student entrüstet über die „unfreundliche Art“ des Schaffners. Weil er ihm weder die 40 Euro zahlen wollte, noch seinen Ausweis vorzeigte, rief der Bahnangestellte die Polizei. Sie nahm den Studenten am Würzburger Bahnhof in Empfang. „Die anderen Fahrgäste haben schon den Kopf über den Schaffner geschüttelt. Und selbst die Polizisten haben gesagt: ,Der hat doch eine Fahrkarte'“, berichtet Plischke.
Express oder Bahn?
So ungerecht sich der Student auch behandelt fühlte: Der Schaffner war im Recht. Zwar hatte Tobias Plischke eine gültige Fahrkarte – nur nicht die richtige. Oder umgekehrt: Er saß im falschen Zug. Gültig ist sein Semesterticket in Regionalbahn und Regionalexpress der DB Unterfranken nämlich nur, wenn der Zug auch am letzten Bahnhof im Tarifgebiet hält, in diesem Fall in Thüngersheim. Die Regionalbahn hätte dort auch gehalten. Der Regionalexpress, mit dem der Student unterwegs war, hielt allerdings erst in Retzbach – ein paar Kilometer weiter, aber außerhalb des Tarifgebietes. Das Semesterticket hatte deswegen keine Gültigkeit, obwohl es sich um dieselbe Strecke handelt. Der Student versteht diese Auswüchse des Tarifdickichts bis heute nicht. Und das hat er wohl mit so manchem Schaffner gemein, denn bislang habe ihn keiner auf sein Schwarzfahren aufmerksam gemacht. Auch beim Kauf der Fahrkarten sei er nicht auf eventuelle Schwierigkeiten hingewiesen worden.
Die Pressestelle der Bahn bestätigte indes das richtige Verhalten des Schaffners: „Bei dieser Fahrt handelt es sich eindeutig um eine Leistungserschleichung. Sollte der Schaffner den jungen Mann aber zu straff angegangen haben, entschuldigen wir uns dafür“, sagt Bahnsprecherin Antje Bittner.





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