Zuschuss für "Wildwasser": Diskussion um 4000 Euro
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Nur um 500 auf 5000 Euro aufgestockt werden soll nach dem Willen des Kreisausschusses der Zuschuss des Landkreises Main-Spessart an den Verein „Wildwasser“. Der Jugendhilfeausschuss wiederum empfiehlt dem Kreistag, die freiwillige Leistung auf 9000 Euro zu verdoppeln, was auch die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantragt hatte.
„Wildwasser“ ist ein anerkannt gemeinnütziger Verein gegen den sexuellen Missbrauch an Mädchen und Frauen. Die 4500 Euro Zuschuss bekommt er seit 2005. Sein Gesamtbudget von 218 000 Euro (Jahr 2008) finanziert der Verein über staatliche Zuwendungen sowie freiwillige Zuschüsse. Neben dem Landkreis Main-Spessart gibt es heuer 5113 Euro vom Landkreis Kitzingen, 40 000 Euro vom Landkreis Würzburg und 62 400 Euro.
Wichtige Leistungen
Die Grünen begründeten ihren Antrag auf Erhöhung vor allem damit, dass der Verein von 2006 bis 2008 sechs bis neun Prozent seiner Arbeit für Personen aus dem Landkreis Main-Spessart leistete. Dazu komme Prävention an den Schulen und anderen Einrichtungen im Landkreis. Selbst mit der Erhöhung entspreche der Zuschuss nur etwas über vier Prozent der Ausgaben des Vereins. Zusätzlich setzte Grünen-Fraktionsvorsitzender Gerhard Kraft im Kreisausschuss die beantragten 4500 Euro mehr in Bezug zum Jugendhilfeetat von drei Millionen Euro. Eine Erhöhung um nur 500 Euro werde den Leistungen von Wildwasser nicht gerecht.
„Mit den 500 Euro mehr wäre der Verein keineswegs unzufrieden“, hatte Landrat Thomas Schiebel zum Beginn der Diskussion gesagt und daran erinnert, dass es sich um eine freiwillige Leistung handelt.
Gerhard Thumes (Freie Bürger) sprach sich für den Antrag der Grünen aus, vermisste aber einen Deckungsvorschlag. Den reichte Kraft sogleich nach, denn bei der Krankenhausumlage spare der Kreis 16 000 Euro ein.
Heinz Nätscher (FW) verwies auf die finanziellen Nöte vieler Städte und Gemeinden; zudem werde sich auch die Haushaltssituation des Kreises in den nächsten Jahren verschlechtern, weshalb es bei 5000 Euro bleiben sollte. „Das ist ein notwendige Arbeit, die sonst woanders geleistet werden müsste“, sagte Karlstadts Bürgermeister Dr. Paul Kruck (FW). Deshalb habe er schon im Jugendhilfeausschuss für den höheren Zuschuss gestimmt.
Wohin sich sexuell missbrauchte Männer wenden könnten, fragte Kreisrätin Brigitte Riedmann (FW). Antwort: Wildwasser kümmert sich nur um weibliche Opfer.
Weitere Bittsteller?
Nach anderen Beratungsstellen, die vielleicht auch mehr Zuschüsse haben wollten, fragte Kreisrat Walter Höfling (CSU). Außer der Erziehungsberatungsstelle des Landkreises, an die sich nicht alle Opfer wenden wollen, fielen daraufhin keine Namen. Zusätzlich argumentierte Höfling, bei einem Vereinsetat von 218 000 Euro würden 4000 Euro mehr vom Landkreis Main-Spessart „Wildwasser“ auch nicht retten.
„Das habe ich in diesem Ausschuss nicht anders erwartet“, ergriff vor der Abstimmung nochmal Gerhard Kraft das Wort. 102 Millionen Euro umfasse der Kreishaushalt, und Kommunalpolitiker von Parteien mit dem Namensinhalt „Christlich“ und „Sozial“ diskutierten eine halbe Stunde lang über 4000 Euro für einen Verein, der sich um Menschen kümmert. Dabei gebe es genug freiwillige Leistungen in „tote Materie“.
Sein Kompromissvorschlag, den Zuschuss nur um die Hälfte zu erhöhen, kam nicht zur Abstimmung. Für 9000 Euro Zuschuss im Jahr fand sich bei drei zu neun Stimmen keine Mehrheit, die Abstimmung für insgesamt 5000 Euro endete mit acht zu vier Stimmen. Das letzte Wort wird am 12. Februar der Kreistag in seiner Haushaltssitzung haben. Ihm liegen nun zwei konträre Beschlussempfehlungen vor.












