Ein Streiter für christliche Werte
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Darum ist er frei und unverfügbar für jedes wie auch immer geartete soziale System. Davon ist Notker Wolf überzeugt. Dafür streitet er in seinen Büchern, als Hardrocker auf der E-Gitarre und in der schwarzen Ordenskluft des Benediktiner-Ordens am Rednerpult.
Mit seinem Vortrag „Christliche Werte in einer zusammenwachsenden Welt“ setzte der oberste Repräsentant seines Ordens die Reihe der erst im letzten Jahr wiederbelebten Bad Mergentheimer Vorträge des Deutschen Ordens fort.
Laut Deutsch-Ordens-Komtur Adalbert Ruhnke soll die Reihe aus konservativ-christlicher Sicht zu Fragen der Zeit Stellung beziehen. „In unserer säkularen Gesellschaft haben die Nichtgläubigen den Spieß umgedreht und bekämpfen nun die Werte des Christentums“, sagt der 69-jährige Mönch.
Spätestens seit der Kulturrevolution von 1968 stehe die christliche Lehre mit dem Rücken zur Wand. Ruhig und gelassen wählt er seine Worte, nur selten erhebt er seine Stimme.
„Wir Menschen sind nun mal nicht gleich.“
Notker Wolf, Abtprimas des Benediktiner-Ordens
Als Abtprimas des ältesten Ordens der Christenheit weiß er, dass die Moden der Geschichte kommen und auch wieder gehen. Heute herrsche die „Diktatur des Relativismus“, die völlige Gleichgültigkeit. Er nennt das Kreuzurteil des Menschengerichtshofs der Europäischen Union, den fehlenden Gottesbezug im EU-Verfassungsvertrag und das Gleichbehandlungsgesetz.
„Soll die Kirche das einfach hinnehmen?“, fragt Notker Wolf. Oder die christliche Moral weiterentwickeln, modernisieren, wie manche dies wollten? Nein. „Wir müssen die Pluralität anerkennen und dennoch an den christlichen Werten festhalten, die die Gesellschaft zusammenhalten.“
Das Christentum sei keine weltanschauliche Theorie unter vielen, sondern der einzig gültige Wegweiser für die Zukunft der Menschheit. Für den streitbaren Gottesmann ist es der Heilsweg und dieser ist unverhandelbar. Könne man etwa die Mathematik ändern und ergebe dann Zwei plus Zwei Fünf?
Notker Wolf provoziert, das weiß er. Sein Blick, mit dem er eindringlich das Publikum fixiert, verrät dies. So etwa, wenn er die Ungleichheit von Mann und Frau verteidigt oder Homosexualität als gesellschaftliche Norm ablehnt. In solchen Momenten ähnelt der Mönch mit dem unübersehbaren Kreuz auf der Brust dem jungen Martin Luther und seiner Ich-stehe-hier-und-kann-nicht-anders-Geste.
„Wir Menschen sind nun mal nicht gleich“, sagt er. „Gleichwertig vor dem Gesetz, aber von Natur aus höchst ungleich.“ Gebe man zwei Gruppen je 1000 Euro, so machten die einen daraus 2000 Euro, die anderen gäben das Geld aus und suchten schon bald die Hilfe des Staates. Die Bevormundung zu suchen, sei Infantilismus. Denn Freiheit bedeute auch, die Verantwortung für sein Leben zu tragen.
Doch auch den „Wahn der Machbarkeit“ , der die Selbstverwirklichung des Einzelnen als oberstes Ziel setzt, verurteilt er: „Nicht mehr Gott ist der Mittelpunkt, sondern der Mensch.“ So habe sich neulich ein Manager eines Großkonzerns ratsuchend an ihn gewendet. Er musste in seinem Unternehmen 7000 Stellen abbauen. Er habe es nicht mehr aushalten können, alleine die Last zu tragen.





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