Geburtenrückgang wirkt sich auf Adoptionen aus
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Im Main-Tauber-Kreis wurden insgesamt elf Kinder und Jugendliche adoptiert. Die Mehrzahl davon von ihren Stiefvätern und -müttern.
Alle Stadt- und Landkreise zusammengefasst, wurden vergangenes Jahr 658 Kinder und Jugendliche adoptiert. Damit ist die Zahl der Fälle auf Landesebene erneut geschrumpft, im Main-Tauber-Kreis dagegen haben die Adoptionen zugenommen: insgesamt elf Buben und Mädchen wurden adoptiert, fünf mehr als ein Jahr zuvor.
Das geht aus den Daten des Statistischen Landesamtes in Stuttgart hervor.
Die meisten Kinder in Baden-Württemberg wurden dabei von ihren bisherigen Stiefeltern adoptiert, für sie bleibt somit alles beim Alten.
Andere wurden von Verwandten – infolge von Unglücksfällen in der Familie – angenommen. Rund 19 Prozent aller Kinder (122) lebten vor der Adoption in einem Heim, elf Kinder (1,7 Prozent) waren Vollwaisen, haben die Stuttgarter Statistiker herausgefiltert.
Seit mehreren Jahren sinken die Adoptionen im Land stetig. Vergangenes Jahr wurden baden-württembergweit mit 658 Fällen fast nur noch halb so viele Kinder adoptiert wie zehn Jahre zuvor, als es noch rund 1180 Fälle waren. Die Statistiker vermuten dahinter zum einen den allgemeinen Geburtenrückgang, denn wenn weniger Kinder geboren werden, sinkt auch die Zahl der zur Adoption freigegebenen Babys.
Ein weiterer Grund sei, dass in Problemfällen den werdenden Müttern „von den Jugendämtern verstärkt zur Pflegefamilie“ geraten werde. Der Rückgang bei den Stiefelternadoptionen geht wohl auch auf die Kindschaftsrechtsreform zurück, denn durch die rechtliche Gleichstellung ehelicher und nicht ehelicher Kinder ist eine Adoption nicht mehr zwingend erforderlich.
Im Main-Tauber-Kreis sah es in den vergangenen Jahren folgendermaßen aus. 1995 registrierten die Statistiker zehn Adoptionen, fünf Jahre später dann elf Fälle. Im Jahr 2002 gab es zwölf Adoptionen.
Ein Jahr später schrumpfte die Zahl auf drei. Bis Ende 2004 erfolgten dann elf Adoptionen. Im Folgejahr sank die Zahl auf fünf adoptierte Kinder und Jugendliche. 2006 waren es sieben. Ein Jahr später schrumpfte die Zahl auf sechs. Und von Januar bis Dezember 2008 waren es nun wieder elf adoptierte Kinder und Jugendliche.
Über die Hälfte der im Jahr 2008 adoptierten Kinder und Jugendlichen in ganz Baden-Württemberg waren deutsche Staatsbürger. Die ausländischen Adoptivkinder stammten in der Mehrzahl aus europäischen Ländern (130 Kinder), darunter die meisten (70 Kinder) aus Ländern der Russischen Föderation.
Ein Viertel der Kinder kam aus Asien und weitere 16 Prozent stammten aus Lateinamerika, darunter 20 Kinder aus Kolumbien. Insgesamt wurden knapp 60 Prozent der ausländischen Kinder aus Anlass der Adoption nach Baden-Württemberg geholt.
Die Hürden für Adoptiveltern sind hoch, denn die Vermittlungsstellen prüfen in einem sechs- bis zwölfmonatigen Prozess die Bewerber auf Herz und Nieren: das Alter der möglichen Eltern, ihr Charakter, ihre Wohn- und Vermögensverhältnisse, die gesellschaftliche Stellung und die Erziehungsfähigkeit müssen den Bedürfnissen des Kindes gerecht werden. Ob es dann wirklich passt, wird meist in einer der Adoption vorgeschalteten Adoptionspflege geprüft.
Bis Ende 2008 waren 13 Mädchen und 22 Jungen zur Adoption vorgemerkt. Bei den Adoptionsvermittlungsstellen lagen hingegen 942 Bewerbungen von Paaren vor, die gerne ein Kind adoptieren möchten.








