Wegen Tierquälerei angeklagt
(lsw) Mindestens 17 Stunden lang sollen sie rund 100 Hunden auf einer Fahrt von Spanien nach Deutschland trotz großer Hitze kein Wasser und Futter gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft Ulm hat deswegen nach Angaben vom Mittwoch zwei Vorstandsmitglieder eines Tierschutzvereins im Kreis Göppingen wegen Tierquälerei angeklagt. Die Männer äußerten sich bislang nicht.
Der 38 Jahre alte Vereinsvorsitzende und sein 57 Jahre alter Stellvertreter sollen die Hunde in Gitterboxen in einem Kleinlastwagen eingesperrt haben. Die Böden der Metallboxen sollen nur mit Tüchern ausgelegt gewesen sein. Die Hunde hätten sogar ihre Notdurft in den Gitterboxen verrichten müssen, hieß es. Laut Anklageschrift waren die Hunde durch die Fahrt derart verstört, dass sie noch tagelang unter dem Fahrstress zu leiden hatten.
Außerdem erhob die Staatsanwaltschaft gegen die beiden Angeschuldigten und einen weiteren Mann vom Verein noch Anklage wegen des Verdachts des Betruges. Seit Herbst 2006 bis mindestens März 2009 sollen die drei Männer mit dem Foto eines Hundes auf der Internetseite des Vereins und auf Plakaten um Spenden geworben haben. Dabei hätten sie vorgetäuscht, dass der Hund schwer krank sei und dringend operiert werden müsste. So erhielt der Verein wenige tausend Euro. Das Tier war jedoch vollkommen gesund und wurde bereits im Sommer 2008 an eine neue Besitzerin vermittelt.







