850 000 Euro für Werksareal-Sanierung
(HuHe) Im Wirtschaftsplan 2010 kalkuliert der kaufmännische Leiter der Stadtwerke Bad Neustadt, Andreas Schlagmüller, mit einem Jahresverlust von 1,438 Millionen Euro. Das erläuterte er dem Bad Neustädter Werkausschuss. Immerhin liegt der Verlust damit um rund 200 000 Euro niedriger als 2009. Der Verlust ist allerdings aufgabenbedingt, machte er deutlich. Denn naturgemäß bringe der Betrieb der Stadtbuslinie Nessi und des Triamare keine Gewinne.
Wenn man nur den Bereich Strom und Wasser betrachtet, dann machen die Stadtwerke Gewinn. Bei der Stromversorgung geht Schlagmüller von 306 700 Euro für 2010 aus, nach 317 600 im Jahr 2009. Beim Wasser kalkuliert er für 2010 mit einem Gewinn von 114 200 Euro. Das ist allerdings deutlich weniger als 2009, als es 207 300 Euro waren.
Nessi wird nach Schlagmüllers Kalkulation einen Verlust von 470 200 Euro einfahren, nach einem Minus von 458 500 Euro 2009. Hauptverlustbringer ist das Triamare. Für das Erlebnisbad rechnet er für 2010 mit einem Minus von 1,389 Millionen Euro nach 1,286 Millionen Euro im Jahr 2009.
Schlagmüller geht davon aus, dass mit 40 Millionen Kilowattstunden etwa dieselbe Menge Strom durch das Netz der Stadtwerke fließen wird. Allerdings werden davon voraussichtlich 11,1 Millionen Kilowattstunden von Fremdhändlern stammen. 2009 waren es nur 3,9 Millionen Kilowattstunden.
Beim Wasserabsatz geht Schlagmüller von 1,2 Millionen Kubikmetern für 2010 aus, nach 1,27 Millionen Kubikmeter 2009. Bei den Nessi-Fahrgästen kalkuliert er mit 460 000 etwa 40 000 weniger als 2009. Mit rund 190 000 Badegästen rechnet Schlagmüller mit der etwa gleichen Zahl wie 2009. Er hofft dabei auf die vor kurzen vom Stadtrat günstiger gestalteten Tarife.
Gegenüber dem Vorjahr wird die Summe für Investitionen kräftig steigen erklärte der technische Leiter der Stadtwerke, Ulrich Leber, – von 1,57 Millionen Euro auf 2,92 Millionen Euro. Der Grund für diese deutlich Steigerung liegt in der Sanierung des Stadtwerkeareals. Da sind laut Leber in diesem Jahr alleine 850 000 Euro eingeplant. Sanierungsbeginn soll im Mai sein. Ins Stromnetz fließen 823 000 Euro, in die Wasserversorgung 472 000 Euro und für Nessi plant Leber 25 000 Euro ein. Im Triamare sind keine Investitionen vorgesehen.
Um all das finanzieren zu können, reicht eine ähnlich hohe Entnahme aus den Rücklagen wie im vorigen Jahr von rund 900 000 Euro nicht aus. Erstmals sei 1998 ist wieder ein Darlehensaufnahme nötig. 1,7 Millionen Euro werden die Stadtwerke als Kredit aufnehmen, der aus einem Sondertopf stammt mit Zinsfreiheit in den ersten beiden Jahren.
Für Ende 2010 rechnet Schlagmüller mit einem Schuldenstand der Stadtwerke von 3,28 Millionen Euro nach 2,29 Millionen Euro Ende 2009.
Beim Blick in die Zukunft erklärte Schlagmüller, dass die Stadtwerke größere Investitionen nur noch mit Hilfe von außen schaffen werde. Dafür bräuchten sie weiter die Liquiditätshilfe von der Stadt.
Auch wenn die Stadtwerke Verluste schreiben, sei ihre Arbeit sehr erfolgreich, betonte Bürgermeister Bruno Altrichter. Bei Wasser und Strom seien die Stadtwerke sehr erfolgreich und sie würden sich sehr erfolgreich am Markt behaupten. Mit Investitionen in das geplante Wärmekraftwerk und die Erzeugung von Biogas seien die Stadtwerke sehr zukunftsorientiert. Dass Nessi und Triamare nicht kostendeckend zu betreiben seien, sei klar. Das sei durch politische Entscheidungen begründet.
Das Gremium empfahl dem Stadtrat einstimmig, den Wirtschaftsplan der Stadtwerk zu genehmigen,















