Tanzen ist der Kick auf der Kerwa
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Das Haus ist voll, als die 14 Fichtenpärli einziehen, die Herren der Schöpfung in Frack und Zylinder, die jungen Damen in traditioneller Tanztracht: Die Gewandung sei städtisch inspiriert und stamme original aus dem Jahr 1920, verrät Oliver Brust als Vorsitzender des Vereins für Heimat- und Brauchtumspflege. Die seien zwischendurch doch sicher „auch mal gelüftet worden“, scherzt die Moderatorin, bevor der Werner Aumüller die „städtischen Geldersheimer“ neckt. Das Tanzen sei der eigentliche Kick bei der Kerwa, findet Fichtenbursche Sebastian Müller, Schottisch, Walzer, Dreher. „Das macht er gut“, meint Lisa Fuß zu den Tanzkünsten ihres Partners.
Auftritt Otto Dufter, als Vorsitzender des bayerischen Trachtenverbands eigens aus München angereist: Nette, freundliche Leut' seien die Franken, lobt Dufter, eine echte Bereicherung für Bayern – der Saal findet das schön. Überhaupt sollte jede Region ihre Eigenheiten bewahren dürfen, fordert der Trachtler. „Dass ned jeder im Allerweltsgwandl rumläuft“, von Amerika bis China.
Bürgermeisterin Ruth-Hanna Gube, bereits 18 Jahre im Amt, erinnert sich noch an die Zeit von Autoscooter und Schiffsschaukel, bevor man die Kirchweih wieder traditionell gefeiert habe - am ersten Wochenende nach Martini, wie 1764 vom Würzburger Fürstbischof festgelegt. Komasaufen? Auf der Galderschummer Kerwa kein Thema, betont die Chefin auf Nachfrage, auch wenn die Gemeinde an finanzieller Unterstützung wie Maßen für die Helfer nicht geizt.
Zwischendurch spielen die Schrolla-Musikanten aus Vasbühl und die Schlapperflicker deftig Volkstümliches: Vom Zecher, der statt bei seiner Ollen im Saustall landet etwa, oder von einer fränkischen Eigenurintherapie – der echten Volksmusik ist halt nichts Menschliches fremd.
Der Name der Galderschumer Kapelle stamme übrigens von der Großmutter („Ihr Schlapperflicker“), erzählt Tanzleiter Brust, zugleich Gauvorsitzender des Unterfränkischen Trachtenverbands.
„Wie schaut's aus, wenn einer zu spät kommt, kriegt der dann eine Krüppelficht'n in den Garten?“, spielt Aumüller auf ein altes Galderschumer Strafritual zur Kirchweihzeit an. So schlimm ist es bei den fünf Schlapperflickern nicht, die knappe Stunde auf Sendung eilt wie im Tanzschritt vorüber: „Maria, wir werden noch viel Spaß haben“, freut sich Werner Aumüller zum Abschluss.
Nachdem das Mikro abgeschaltet ist, erfolgt der eigentliche Einzug der Planpaare – mit dabei: befreundete Trachtengruppen aus dem oberbayerischen Huosigau und Sommerhausen.
Aufs (durch ausgestreuten Leinsamen) glatte Parkett des Oberdorfs begaben sich am Sonntag die Tanzpaare: Beim Hammeltanz um Schaf Lissy legten die Huosigauer einen zünftigen Schuhplattler hin. Das neue Hammelkönigspaar heißt Elke Gruber und Andreas Hofmann (Euerbach) - er hielt den Buschenstecken, als beim Reigen der Wecker klingelte.





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