Würzburger Konzept und harte Arbeit haben die Jury im zweiten Anlauf überzeugt
Es lag am Montagmorgen eine Spannung in der Luft, die man förmlich greifen konnte. Kurz nach 11 Uhr dann die erlösende Nachricht: Würzburg darf zur Landesgartenschau 2018 einladen. Die Stadt hat das Duell mit der oberbayerischen Stadt Erding für sich entscheiden können.
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Oberbürgermeister Georg Rosenthal, der auf einer Dienstreise in München weilte, wurde als erster informiert, ehe die Nachricht an die Presse ging und sich wie ein Lauffeuer im Internet verbreitete. Die lange Vorarbeit der Stadt mit einer starken Unterstützung aus der Bevölkerung und der ganzen Region hatte sich im zweiten Anlauf ausgezahlt.
„Das neue Gartenschau-Gelände hat meines Erachtens alles, was es für eine neue Erfolgsgeschichte braucht“, ließ Rosenthal mit Blick auf die erste Würzburger Gartenschau 1990 wissen. Damals hatte die Stadt mit der Schau am Fuße der Festung einen Besucher-Rekord von 2,5 Millionen geschafft, der bis heute nicht geknackt werden konnte.
Schon die Bewerbung hat die Planungen am Hubland beflügelt, stellte der OB er fest. Erst im Januar 2009 hätten die letzten US-Streitkräfte die Leighton-Barracks verlassen, ein Jahr später sei ein internationaler städtebaulicher Wettbewerb abgeschlossen, für eine Straßenbahnlinie seien die Vorstellungen detailliert und für die LGS-Ausstellungsfläche auf 25,5 Hektar Fläche konkret geworden.
Was die Stadt geleistet hat, beeindruckte auch die Jury ganz massiv, bestätigte am Montag noch einmal Dagmar Voß, die Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Durchführung von Landesgartenschauen. Die erste Bewerbung vor einem Jahr war daran gescheitert, dass man nicht glauben konnte, die Stadt würde das, was sie sich im Konzept vorgenommen hat, bis 2016 schaffen. Selbst die Flächen für die LGS waren damals noch „schwammig“. Jetzt konnte man die grundlegenden Schritte nachweisen. Es ist die Straßenbahn-Anbindung versprochen und es gebe keinen Grund zu zweifeln, dass diese Linie 6 ab 2017 auch fährt.
Absoluter Pluspunkt für Würzburg war und ist die Perspektive, einen neuen Stadtteil entwickeln zu können. Das sei etwas ganz Besonderes und in dieser Größenordnung in der LGS-Geschichte noch nicht da gewesen. Letztendlich habe aber auch die Zusammenarbeit mit der benachbarten Universität auf dem gleichen Areal und die mögliche Zusammenarbeit mit verschiedenen Fakultäten eine wesentliche Rolle gespielt. Das bringe die einmalige Chance, die Gartenschau mit zukunftsweisenden Themen zu bereichern.
Mit der Entscheidung, die nun auch den Segen der zuständigen bayerischen Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft hat, wird das Abenteuer Gartenschau jetzt konkret. Als nächstes muss die Stadt einen Vertrag mit der Gartenschau-Gesellschaft abschließen. Danach wird ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben.
Derweil muss sich die Stadt auch Gedanken über Finanzierungsfragen machen. „Wir gehen davon aus, dass sich die Stadt die Bewerbung gut überlegt hat“, meinte Dagmar Voß auf die Frage der Kosten. Da wird auch für Würzburg noch einiges übrig bleiben. Alle förderfähigen Kosten werden mit 50 Prozent bezuschusst, maximal gibt es 3,6 Millionen Euro. Die Fördersumme ist „gedeckelt“.
Riesig gefreut hat sich am Montag auch Umweltreferent Wolfgang Kleiner, der federführend für die Bewerbung verantwortlich war. Wie der OB dankte auch er allen, die die enorme Vorarbeit unterstützt haben. Das war für ihn ein gute Omen. „Für die Gartenschau ziehen alle an einem Strang.“
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Von unserem Redaktionsmitglied Richard Wust
15 Kommentare
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von steve67
am 10.02.2010 12:30
@wap
Ich war nicht dabei, aber ich hatte schon genug mit sogenannten Fachleuten aller Couleur zu tun und weiß von was ich rede. Ich zahle hier in Würzburg Steuer in nicht unerheblichen Ausmaß und möchte, dass diese Gelder sinnvoll verwendet werden. Wenn Sie mir vorrechnen, was die Stadt von der LGS hat, dann kann ich mich vielleicht dazu durchringen die LGS nicht als Loch ohne Boden zu sehen. Bis dahin bleibe ich skeptisch und das ist mein gutes Recht. Ich brauch da auch niemanden persönlich anzugreifen. Ich stimme sogar mit Ihnen überein, dass Städte investieren müssen, wollen sie attraktiv bleiben. Aber solange die Infrastruktur darniederliegt, sollte erst einmal diese instant gesetzt werden bevor man irgendwelche Prestigeprojekte in Angriff nimmt.
von ermitaze33
am 09.02.2010 17:37
Ausgabe
Sicher es wäre interessant wieviel man damals für die Gartenschau tatsächlich ausgeben hat. Aber die Obrigkeit lässt sich nicht in die Bücher schauen. Das Volk habe den Mund zu halten und Kommentare sind grundsätzlich ungewünscht. Aber wir leben noch in einer, es werde Demokratie genannt. Und so werden einige Menschen weiter ihre Meinung verkündigen. Bis es nicht mehr geht... Schade das es nicht auch anders kann ?
von lo1f
am 09.02.2010 17:36
@schneiderassa,mariner,steve67,ermitaze33:
Umsonst ist der Tod!!! Wer von Ihnen ist Beamter, im öffentlichen Dienst, in irgendeiner Art Leistungsempfänger - gleich ob Rente, Hartz IV, Bafög oder was immer: alles umverteiltes Geld. Alles aus Steueraufkommen. Geht auch gar nicht anders. So funktioniert unsere Gesellschaft fast komplett. Und das wissen Sie auch alle. Also, was soll der Blödsinn?? Städte müssen investieren, sonst gehen sie zu Grunde - gerade in Würzburg sieht man ja prächtig, wohin es führt, wenn ewig nichts investiert wird. Von was soll denn Ihrer Meinung nach Würzburg leben? Die letzte Gartenschau hatte 2,5 Mio Besucher, zum Großteil auswärtige Besucher, die hier ihr Geld ausgegeben haben. Brauchen wir ja nach Ihrer Logik alles nicht... wir leben zwar vom Tourismus, aber bloss nix dafür investieren.... Haben Sie sich eigentlich alle schon mal Gedanken gemacht, was SIE "kosten" und wieviele Steuergelder, die andere verdient haben, SIE verbraten? Vielleicht machen SIE ja ordentlich Defizit mit IHRER Lebensfinanzierung, für die andere aufkommen müssen? Genau auf diesem Niveau wird hier argumentiert.... Und schneiderassa soll sich mal die Brille putzen und z.B. mal genau den Plan aus der MP angucken, auf den er mich selbst hinweist: da steht dick und fett: Anschlußbereich Leighton, genau da -so wurde das auch mittlerweile x-mal öffentlich kommuniziert- wird der Schienenabzweig kommen, der im Moment noch geplant wird. Und, gell steve67, wir warn zwar nicht dabei, aber wir sind ja auf jeden Fall dreimal so schlau wie die "so genannten Fachleute" - aber an Selbstüberschätzung leiden wir gar nicht, ne wahr? Jaja, "etwas sagen" und "etwas zu sagen haben" ist halt zweierlei....
von ermitaze33
am 09.02.2010 17:22
Hurra!
Hurra! Wer soll das alles bezahlen. Alles schön und wohl. Aber ich habe der Eindruck dass es einige Leute gibt die zu lange in der Ozonhöhe gelebt haben. Man kann das Geld nur einmal ausgeben. Nur einmal ! Aber was kriegt man von diese Herrschaften als Antwort: Es ist halt nicht unser Geld die wir ausgeben. Schlaue Leute, nicht wahr
von chrisi-28
am 09.02.2010 14:15
@ WAP
Also ich finde Ihre Kommentare immer sehr gut, deswegen bekommen Sie von mir ein Lob, machen Sie weider so! Gruß
von mariner
am 09.02.2010 13:57
Födermittel
@wap. Und die 80 Mill. Fördergelder bekommen wir geschenkt aus Uganda oder woher ? Das sind alles Steuergelder, egal von wem sie kommen. Geschenkt bekommt man hier nichts, gar nichts.
von schneiderassa
am 09.02.2010 12:17
@ wap - Wissen Sie was Sie schreiben??
Ich bin kein Freund der WL, ich plappere im Gegensatz zu Ihnen nicht nach. Ich habe vielee Artikel und Pläne ui diesen Themen gesammelt. Wenn Wap hier meint, es wird Geld von Investoren kommen, so soll er mal die geplante Strecke anschauen und wird dann feststellen müssen, daß es nur viele Bürger geben wird, die Sinnlos zur Kasse gebeten werden um den Jahrhundertbau zu bezahlen. Das schlägt sich dann auf die Mieten um. Die Bauvergabe erfolgt nach Europäischer Ausschreibung und woher kommt das Geld welches die WVV bzw. wir Bürger dann zahlen müssen ??? Die 80 Millionen mein lieber Wap sind für die bisherige Planung und da ist kein Abzweig in die LSG und auch kein Abzweig in den sogenannten neuen Stadteil vorgesehen Den angedachten Streckenplan Linie 6 kann man in der Main-Post ersehen Plan LSG Stadt Würzburg / MP-Grafik Jutta Glöckner.
von steve67
am 09.02.2010 12:14
@wap
Schön wenn sogenannten Fachleuten alles geglaubt wird. Das sind die Fachleute, die nur 2 Jahre später ihre Meinung komplett ändern.
Wie war das eigentlich bei der letzten Gartenschau. Hat da mal jemand eine Rechnung aufgestellt was das Ganze gekostet hat? Ich kann mich im Zusammenhang mit Gartenschauen in diversen Städten fast nur an Defizite erinnern. Natürlich sind "weiche" Faktoren i.d.R.nicht erfasst, aber es gibt sicher Grenzen der Belastbarkeit.
von haßgau
am 09.02.2010 10:04
überschrift ist echt nicht gelungen
so mal schauen wie es weiter geht in würzburg.
schweinfurt tut was für seinen wirtschaftsstandtort und würzburg verschönert die gegend.
von ak24.de
am 09.02.2010 07:38
ja, der brechreitz ...
.. kann einem schon kommen bei so einer überschrift.