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aktualisiert: 27.11.2009 17:29 Uhr
WÜRZBURG-LAND

JU-Kreisvorsitzender unterstützt Volksbegehren zum Nichtraucherschutz

„Der eine lebt – und der andere leidet darunter“
Großen Zulauf hat das Volksbegehren zum Nichtraucherschutz. Auch die Junge Union Würzburg-Land unterstützt den Versuch, das reformierte Raucherschutzgesetz zu kippen. Kreisvorsitzender Björn Jungbauer begründet, warum die Jugendorganisation sich gegen die CSU-Parteilinie stellt.

Frage: Der Vorstand der JU Würzburg-Land hat kürzlich auf der Landesversammlung in Weiden den Antrag eingebracht, das Volksbegehren zu unterstützen und ist damit gescheitert. Hätte man das nicht vorher wissen können?

Björn Jungbauer: Keineswegs. Der Antrag wurde von den 300 Delegierten intensiv diskutiert. Die Versammlung lehnte ihn mit knapper Mehrheit ab. Hauptargument war, den Menschen die Freiheit zu lassen, selber zu entscheiden, ob sie rauchen wollen oder nicht. Dennoch waren mindestens 40 Prozent dafür.

Hat die Junge Union keine Angst, dass die „große“ CSU sie maßregelt?

Jungbauer: Nein, unser Verband ist souverän und kann eigenständig entscheiden. Es muss für eine politische Jugendorganisation möglich sein, gegen die Mutterpartei zu sprechen. Das gehört zur politischen Streitkultur. Die CSU wollte zur Europawahl kurzfristig das Wahlergebnis retten.

Der Wähler hat sie jedoch für ihren Zick-Zack-Kurs abgestraft. Ich glaube, man hat damals zu schnell gehandelt. Die Schwierigkeiten bei Bierzelten oder Großveranstaltungen hätten sich noch eingespielt. Auch ist in der Mutterpartei die Zustimmung wohl nicht so klar wie es scheint.

Sie springen mit Ihrem Antrag auf einen fahrenden Zug auf. Haben Sie Angst, leer auszugehen? Jungbauer:

Ich habe kein Problem damit, ein von der ÖDP angestoßenes und von den Oppositionsparteien SPD und Grüne mitgetragenes Volksbegehren zu unterstützen. Die CSU hat nicht das Rad erfunden. Wenn andere eine gute Ideen haben, können auch wir sie befürworten. Im Gemeinderat oder im Kreistag ist das gang und gäbe.

Und wie stehen Sie persönlich zum Nichtraucherschutz? Jungbauer:

Gleich am Donnerstag war ich im Rathaus und habe mich in die Liste für das Volksbegehren eingetragen. Ich war überrascht wie viele schon vor mir dort waren. Ohne Zigarettenqualm ist es einfach angenehmer in Gaststätten und Diskotheken. Neulich war ich zum Bayern-Spiel einmal wieder in einer Fußballkneipe.
 
Dort wurde geraucht und keiner hat Rücksicht darauf genommen, dass andere dort auch essen. Der Gesundheitsschutz muss Priorität haben. Mal schaun, ob das Volksbegehren was bringt. Es wird spannend.

Das Volksbegehren beruft sich auch auf die Liberalitas Bavariae. Aber gilt diese nicht auch für Raucher und Wirte? Jungbauer:

Leben und leben lassen. Natürlich. Der eine lebt – und der andere leidet darunter, nämlich als Passivraucher. Wer beschneidet hier wessen Freiheit? Für die meisten Wirte ist der Nichtraucherschutz doch nicht existenzbedrohend. Da wurde einiges überspitzt. Und es sind auch neue Gäste dazu gekommen.

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