Endlich hat die Stadt Würzburg mit der Landesgartenschau 2018 wieder ein großes Ziel. Allen Nörglern zum Trotz, die vielleicht meinen, in diesen schweren Zeiten gebe es anderes zu tun, als Fantasie, Arbeit und natürlich Geld in eine Landesgartenschau zu stecken. Die Stadt hat allen Grund sich über diese Entscheidung zu freuen. Denn ohne klare Vorgaben scheint man hier in Würzburg nichts bewegen zu können. Das hat die Vergangenheit zu Genüge bewiesen.
Die Vorgabe setzt das Jahr 2018, wenn die Gartenschau eröffnet wird. Bis dahin muss die Straßenbahn zum neuen Stadtteil und zum Gartenschau-Gelände fahren, will man sich nicht hoffnungslos im ganzen Land blamieren. Lange zuvor schon muss die Stadt ihre Visionen für die Entwicklung des neuen Stadtteils in konkrete Bahnen lenken. Zunächst hat sie die Eigentumsfragen mit der Bundesanstalt für Immobilien (BIMA) abschließend zu klären. Für Störfeuer ist da keine Zeit mehr. Beste Aussichten also, dass in Sachen Stadtentwicklung etwas vorangeht.
Insofern kann die Gartenschau 2018 zum Motor für ein großes Ziel werden, auch für eine bessere Zusammenarbeit im Stadtrat. Das hat 1990 schon einmal geklappt, warum also nicht wieder?
Die LGS ist auch eine große Chance, dass Stadt und Universität sich endlich wirklich näher kommen. Und zwar über die förmlichen Kontakte und Freundlichkeiten hinaus. Dieser Trumpf wurde im Bewerbungsverfahren viel zu wenig ausgespielt. Manch einer meinte gar, er sei verschlafen worden und die Erweiterung der Uni rage wie ein Fremdkörper in das Gartenschaugelände. Doch es gibt Hoffnung.
Bei der letzten Präsentation war die Universität gut vertreten, denn auch sie kann eigentlich nur von diesem Ereignis profitieren. Wo gibt es eine bessere Plattform, um Wissenschaft volksnah zu präsentieren. In dem Bereich von Garten, Natur- und Umwelt bis hin zu Architektur und Kunst oder gar Medizin gibt es fast nichts, was hier nicht vor einem Millionen-Publikum in Zusammenhang gebracht werden könnte.
Ein bewährter Partner ist zudem die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim, die schon 1990 mit im Boot war.
Die ganze Region steht hinter der Gartenschau. Was soll da noch schief gehen?
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Von Richard Wust richard.wust@mainpost.de
7 Kommentare
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von newsrat
am 09.02.2010 17:43
Ich lass' mich überraschen...
in 7 Jahren - also 2017 - soll die neue Linie fahren.
"Da müsse se in Würzburch abr kreftig in de Händ spetz"!
Neben logistischen Problemen wie z.B. der Bahnhofsvorplatz als Wendeschleife und ein neues Depot auf der Hublandhöhe (wo?), gibt es sicher jede Menge juristisches Gezerre. Da ist die Residenz das kleinste Übel. Vielleicht wird die Unesco milder gestimmt, wenn man einen "Fotohalt" einrichtet? Mir ist z.B. schleierhaft, wie man ohne großes "Theater" vom Südbahnhof zum Wittelsbacher Platz kommen will. Um nur ein Beispiel zu nennen.
Um den Zeitplan halbwegs einzuhalten, wäre die Lösung "Sanderring - Hubland" zu überdenken.
Man wäre einige Probleme los. Es gibt aber immer noch genug andere.
Ich wünsche den Würzburgern gute Nerven und viel Erfolg !
von steve67
am 09.02.2010 14:27
Soll
das heißen, bisher, also ohne LGS tappt der OB und der Stadtrat völlig im Dunklen was aus der Stadt werden soll. Erst jetzt durch die LGS werden klare Vorgaben gesetzt? Was für Vorgaben sollen das sein? Viel Geld zum Fenster rauswerfen für Sachen, die keiner braucht. Warum fängt man nicht erst mal beim Wichtigsten an und das ist das Straßennetz, das dringend einer Sanierung bedarf. Erst wenn man ohne Achsbrüche über Würzburger Straßen fahren kann, sollte man auch über Prestigeprojekte , und mehr ist eine LGS nicht, nachdenken. Welche ganze Region steht eigentlich bitteschön hinter der LGS?? SW blickt bestimmt nicht neidisch(oder sind wir in Österreich) nach WÜ, das kann ich mir so ganz und gar nicht vorstellen.
von reutjo
am 09.02.2010 11:44
" 9 " Jahre sind eine lange Zeit
und "viele" Leser u. Schreiber erleben die LGS
vielleicht gar nicht mehr. Guckt euch doch täglich
die Sterbetafel(n) an. Also regt euch nicht auf und
geniesst die alte Stadt, die so viel zu bieten hat.
Man muss ja nicht gerade jeden Tag auf den Unteren
Markt.
Strebt positiv denkend nach oben. Ins Hubland meine
ich.
von hamberger
am 08.02.2010 23:34
Schweinfurt blickt neidig auf die...
und in Würzburg wird wieder gelästert und gejammert. Können wir Würzburger uns noch über Erfolge freuen - ist doch eine tolle Sache!!
von wap
am 08.02.2010 22:11
@lufimp: es ändert sich was....
...in Würzburg - ja, früher wars genauso, wie Sie schreiben. Aber der Generationenwechsel im Stadtrat hat doch schon einiges an Veränderungen eingeleitet. Ein paar Selbstdarsteller wird es immer geben, aber sie haben nicht mehr die Kraft, jede Veränderung tot zu machen. Man sehe nur die blamable Vorstellung der WL vor ein paar Tagen an - wüste Beschimpfungen müssen fehlende Argumente ersetzen. Es sind nicht mehr als Rückzugsgefechte. Die Uhr tickt unaufhaltsam, die vernünftigen Leute aller Fraktionen (naja, FAST aller...) sind sich über die Parteigrenzen einiger als mit ihren Fossilien. Die Bremsbeläge sind schon reichlich abgenutzt....
von lufimp
am 08.02.2010 19:59
Sie Träumer
Sehr geehrter Herr Wust, wie lange leben Sie schon in Würzburg? Mit diesem Stadtrat können Sie höchstens ein Geländer am Main bauen und dieses dann schnell wieder abreissen, aber doch niemals eine Gartenschau geschweige denn eine Straßenbahnlinie auf die Beine stellen. Fragen Sie mal Versbacher oder Leute von der Uniklinik zu ihren Erfahrungen mit Straßenbahnausbau. Fragen Sie Würzburger zu ihren Erfahrungen mit dem Neubau eines Einkaufszentrums. Dieser Stadtrat wird auch bei der Gartenschau nur sich selbst darstellen, viel tagen um Sitzungsgelder zu kassieren, aber ansonsten nur bremsen was er nicht verhindern kann.
von wap
am 08.02.2010 18:53
sehr guter Kommentar!!!
Jetzt lassen wir die alten Hunde noch ein bisschen vor sich hin jaulen - die Karawane wird ab heute weiter ziehen, sie stehen lassen und alle, die mit gehen, werden das heisere Gekläffe schon bald nicht mehr hören.