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aktualisiert: 11.12.2008 12:57
WÜRZBURG

Was Sie gegen eine Tierhaarallergie tun können

Was der Mensch gegen Tierhaarallergien tun kann – Würzburger Experte nennt Vorsichtsmaßnahmen
In mehr als einem Drittel aller deutschen Haushalte lebt ein Haustier, darunter über fünf Millionen Hunde und fast acht Millionen Katzen – die Tiere, die am häufigsten eine Allergie auslösen. Rund zehn Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch. Ein Würzburger Experte informiert über Tierhaarallergien und nennt Vorsichtsmaßnahmen.

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Der Mensch reagiert nicht auf Haare allergisch, „sondern auf Proteine, die in den Hautschuppen, in Speichel, Schweiß, Talg, Urin oder Kot vorkommen“, erklärt Privatdozent Dr. Axel Trautmann, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Würzburger Universitätsklinikum.

Die Katze produziert diese Eiweiße vor allem in Talg- und Speicheldrüsen und verteilt sie beim ausgiebigen Putzen über den ganzen Körper. Beim Hund wird das Allergen von der Haut selbst produziert und sitzt dann im Fell. Es ist weniger allergieauslösend als das Allergen der Katze. Die Symptome bei einer Hundeallergie sind meist weniger schwer als bei einer Katzenallergie. Katzenallergiker reagieren oft auf alle Katzen allergisch, bei Hundeallergikern kommt es vor, dass sie nur auf eine oder zwei Rassen reagieren.

Typische Beschwerden sind heuschnupfenartige Symptome: Die Augen tränen und jucken (eine Form der Bindehautentzündung), die Nase läuft, bei Hautkontakt kann es zu Hautrötungen und Nesselsucht kommen. „Nicht selten“, erklärt Trautmann,„kommt es infolge einer nicht behandelten Tierhaarallergie zu allergischem Asthma.“ Mit Medikamenten können die akuten Symptome gelindert werden, „die einzige ursächliche Therapie ist die allergenspezifische Immuntherapie, häufiger noch Hyposensibilisierung genannt.“ Die Erfolgsquote liege bei bis zu 70 Prozent. Eine tierallergenspezifische Immuntherapie starten Experten aber nur, „wenn Katze oder Hund auch abgeschafft werden“. Bei Katzenallergie brauchen Betroffene oft gar keinen direkten Kontakt, um von Nies- und Atemnotanfällen gebeutelt zu werden, weil meist die gesamte Umgebung, in der sich das Haustier aufhält, von Allergenen übersät ist. „Eine besonders unangenehme Eigenschaft des Katzen-Allergens: Es klebt sehr leicht“, so Allergologe Trautmann, an Polstermöbeln, in Teppichen, an der Kleidung, an den Haaren. Deshalb wird es leicht verschleppt. Folge: „Man findet es in der Schulen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Krankenhäusern, am Arbeitsplatz und vielen anderen katzenfreien Orten.“ Außerdem wird das Allergen mit Feinstaub durch die Luft gewirbelt. Durch Waschen und gründliche Reinigung ist es ganz gut zu entfernen. Diese Vorsichtsmaßnahmen können geringergradigen Allergikern beim Umgang mit Hund und Katz laut Dr. Trautmann helfen:

• Nach jedem Kontakt mit dem Tier gründlich die Hände waschen.

• Schlafzimmer strikt tierfrei halten.

• Das Tier sollte keinesfalls im Bett oder auf dem Sofa schlafen dürfen.

• Wohnung am besten ohne Teppiche und andere Staubfänger einrichten. Ledercouch und -stühle sind besser als Polstermöbel.

• Tiere so oft wie möglich waschen und kämmen.

• Körperkontakt mit dem Haustier so weit wie möglich meiden.

• Staubsauger mit besonders leistungsfähigen Filtereigenschaften anschaffen, täglich saugen.

Zwei wichtige Faustregeln für Eltern:

• Hat ein Elternteil eine Allergie, etwa gegen Pollen oder Asthma, und das andere keine Anzeichen, ist – aus allergologischer Sicht – die Hundehaltung keine Gefahr fürs Kind, weil das Risiko, dass es eine Allergie ausbildet, nur unwesentlich erhöht ist. Im Gegenteil: Ein Hund sorgt für gewisse Verschmutzung im Haushalt. „Es gibt Untersuchungen, die sagen, dass diese Verschmutzungen möglicherweise sogar vor einer Allergien schützen, da das Immunsystem früh gefordert wird“, so Trautmann.

• Haben beide Elternteile eine Allergie (Asthma, Heuschnupfen, atopisches Ekzem), sollte aus Rücksicht aufs Kind, dessen Risiko, eine Allergie auszubilden, dann vielfach größer ist, kein felltragendes Tier (Hund, Katze, Hamster, Meerschweinchen) im Haushalt leben. Ein Wellensittich dagegen ist erlaubt.

Im Blickpunkt

Menschenallergie von Tieren Auch Tiere können allergische Reaktionen zeigen. Menschliche Haare und Hautschuppen sollen bei Katzen ähnliche Symptome wie umgekehrt auslösen: Juckreiz, Hus- ten, Niesanfälle. Als Auslöser werden bestimmte Bakterien vermutet.

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