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aktualisiert: 04.02.2010 14:29 Uhr
KÖLN

Was bei Bettnässen hilft

Elektronische Wecksysteme sind am wirksamsten

(dpa) Elektronische Wecksysteme wie Klingelmatten sind die wirksamste Methode gegen Bettnässen. Studien zeigten, dass mehr als 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die solche Wecksysteme anwenden, trocken werden, erläutert das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln auf dem Internetportal gesundheitsinformation.de. Immerhin 40 Prozent nässten auch dann nicht mehr ein, als sie die Wecksysteme wegließen. Die Studien zeigten nicht, ob Klingelhöschen oder -matten wirksamer sind.

Rund jedes sechste Kind im Alter von fünf Jahren macht dem IQWiG zufolge nachts gelegentlich ins Bett. Jungen seien häufiger betroffen als Mädchen. In den meisten Fällen erledige sich das Problem von selbst. Von 100 Zehnjährigen machten noch rund fünf ins Bett. Die Hauptursache für Bettnässen sei, dass die Kinder nicht aufwachen, wenn ihre Blase voll ist.

Die Trinkmenge am Abend habe dagegen keinen Einfluss. Für die Urinmenge entscheidend sei vielmehr, ob der Körper genug von einem Hormon herstellt, das nachts die Urinproduktion drosselt. Außerdem spreche einiges dafür, dass die Gene mitbestimmen, wann ein Kind trocken wird.

Zur Behandlung von Bettnässen können auch Medikamente zum Einsatz kommen. Sie sollten aber nicht bei Kindern unter sieben Jahren und nicht länger als drei Monate angewendet werden, rät das IQWiG.

Die Wirksamkeit sei nur für zwei Gruppen von Medikamenten nachgewiesen. Beim Hormon Desmopressin liege die Erfolgsrate bei rund 20 Prozent. Es könnten allerdings Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit auftreten. Die langfristige Wirksamkeit sei bislang zu wenig untersucht, allerdings scheine das Medikament nur so lange zu wirken, wie das Kind es nimmt.

Auch bei den sogenannten trizyklischen Antidepressiva liege der Erfolg bei rund 20 Prozent. Viele Kinder nässten nach dem Absetzen aber wieder ein. Außerdem gebe es zahlreiche unerwünschte Wirkungen wie Verstopfungen, Schwitzen, Herzrasen, Übelkeit und Müdigkeit, warnt das IQWiG.

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