Amüsanter Krimi «Tödliche Verbindungen» im BR
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Entsprechend geruhsam erscheinen auch die Ermittlungen der Polizeikommissare Walter Degenhardt und Rio Hartmann, die 1978 den Tod einer alleinstehenden Verkäuferin aufklären müssen. Fräulein Fritsch aus Bad Tölz wurde auf eine äußerst raffinierte Art und Weise mit Blausäure vergiftet. Doch je tiefer die Kommissare in den Fall eintauchen, desto mehr aufregende Details decken sie auf. Mit Schauspielern und Laiendarstellern haben die Amateurfilmer Edgar Kraus und Markus Kleinhans einen amüsanten Krimi in unverfälschtem Bayerisch in Szene gesetzt, der auf einer wahren Geschichte beruht. «Tödliche Verbindungen» nennt sich der Streifen, den das Bayerische Fernsehen an diesem Dienstag (23.25 Uhr) zeigt.
Rigobert Hartmann (Luky Zappatta), genannt Rio, ist mit seinem braunen Wuschelkopf und seinem treuherzigen Blick ein Frauenheld, der weiblichen Reizen nur schwer widerstehen kann. «I genieß des freie Leben!», erklärt der Polizist seinem Kollegen Degenhardt (Adnan Erten), der nach zehn Jahren Ehe nicht mehr so recht glücklich ist. Und so lässt Rio auch bei der Freundin der Toten, Conny Sageder (Liane Sellerer), nichts anbrennen, zum Missfallen von Degenhardt. Denn so blütenweiß scheint die Weste der Frau nicht zu sein.
Der Film basiert auf einem ungeklärten Kriminalfall, der 1978 in Bad Tölz die Schlagzeilen beherrschte. Für ihr ehrgeiziges Projekt konnten die Amateurfilmer Kraus und Kleinhans neben Freunden und Verwandten sogar die Bananafishbones zu einem Gastauftritt bewegen. Und Ottfried Fischer, alias «Bulle von Tölz», und seine Serien-Mama Ruth Drexel liehen zwei Filmfiguren in einer kurzen Szene ihre Stimme. Bei der Kinopremiere 2007 war Kraus allerdings nicht mehr dabei - er starb 2006 bei einem Fallschirmsprung - an der Stelle, wo auch die letzte Szene seines Films spielt.
Der mit einem geringen Budget realisierte Film überrascht mit vielen amüsanten Dialogen. Rio und Walter sind ein Ermittlergespann, dem man gerne zusieht, vor allem weil sie noch nicht so in Routine erstarrt sind, wie viele ihrer Fernsehkollegen. Auch das Flair der 1970er Jahre haben Kraus und Kleinhans gut eingefangen. Dass die Darsteller nicht so profihaft agieren, mindert das Vergnügen nicht. Erfrischende Wortwechsel, lockere Sprüche und die Spielfreude der Beteiligten lassen die rund 80 Minuten schnell vergehen.
Nur für Nordlichter könnte der Filmgenuss etwas schwierig werden, kommt der ganze Streifen doch in tiefstem Bayerisch daher, und das ganz ohne Untertitel. Doch die menschlichen Regungen, um die es geht - Liebe, Eifersucht und Hass - dürften auch außerhalb des Freistaats nur allzu gut bekannt sein.





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