Schweinfurt liegt nahe bei Paris: Studie macht Stadt glücklich
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Eine mehrseitige Textprobe aus der Studie finden Sie hier
Für die aufwändige Untersuchung auf ihre künftigen Entwicklungschancen wurden mehr als 1000 Regionen (in Deutschland Landkreise und kreisfreie Städte) in der Europäischen Union anhand von 25 Standortfaktoren analysiert. Diese Faktoren bilden die demografische Entwicklung, die wirtschaftliche Dynamik, den Bildungsstand der Bevölkerung, die Technologiedichte der jeweiligen Region, das Wohlstandsniveau, die Effizienz der Arbeitsmärkte, die Ballung an Wissen und an Wertschöpfung in der Hochtechnologie ab.
Unter den Top 25 finden sich neben Schweinfurt ein Dutzend weiterer deutscher Städte oder Regionen. Auffällig ist die hohe Attraktivität Bayerns, wobei vor allem der süddeutsche Raum sehr gut abschneidet. Schweinfurt ist aber Nummer eins in Nordbayern, Aschaffenburg landet als nächstbeste Stadt auf Rang 23.
Beim großen Zukunftsatlas von Prognos – den nächsten gibt es im Frühjahr 2010 – hat Schweinfurt den ersten Rang im Bereich der Dynamik belegt. Im kürzlich von Prognos präsentierten „Zukunftsatlas Branchen“ belegt Schweinfurt ebenfalls einen Spitzenplatz. Prognos hat sieben Zukunftsfelder, unter anderem den Maschinenbau, den Fahrzeugbau, die Gesundheitswirtschaft oder die Logistik als besonders zukunftssicher für eine Stadt oder Region identifiziert. Danach hat sie den Anteil der Beschäftigten in diesen sieben Zukunftsbranchen und den jeweiligen Rang der Stadt oder des Landkreises im Deutschlandvergleich mit 439 Städten und Landkreisen ermittelt.
Schon beim Prozentanteil liegt Schweinfurt mit 54,9 Prozent Beschäftigter in den sieben Zukunftsbranchen fast doppelt so hoch, wie der bundesweite Referenzwert von 29,1 Prozent. Im Maschinenbau rangiert Schweinfurt bundesweit an vierter Stelle, beim Fahrzeugbau an zehnter und in der Gesundheitswirtschaft auf Rang 111.
Schweinfurts Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser ist erwartungsgemäß hoch erfreut. Das aktuelle Contor-Ranking beweise, dass das hervorragende Abschneiden Schweinfurts in der Prognos-Studie vor drei Jahren keine „Eintagsfliege“ gewesen sei.
„Schweinfurt ist als Wirtschaftsstandort europaweit Spitze.“
Gudrun Grieser, Oberbürgermeisterin der Stadt Schweinfurt
Die Stadt als Wirtschaftsstandort „ist Spitze – nicht nur in Deutschland, nein europaweit“. Das seien die Früchte einer konsequenten Standortpolitik, die das Oberzentrum Schweinfurt, seine Wirtschaftskraft und die Zukunftschancen seiner Menschen gestärkt habe. „Für mich persönlich ist dieser Erfolg ein wunderbarer Abschluss meiner 18-jährigen Arbeit für unsere Stadt“, sagt Grieser, die Ende April ausscheidet.
Schweinfurts Wirtschaftsförderer Hans Schnabel meint beim Blick auf die 25 Kriterien von Contor: „Da wird klar, wo wir gepunktet haben: Beim Bruttoinlandsprodukt je Einwohner und der Arbeitsplatzdichte je 1000 Einwohner findet man in ganz Europa keine Stadt mehr mit dieser Wirtschaftskraft.“ Dabei müsse noch berücksichtigt werden, dass lediglich die Daten bis 2006 bewertet worden seien. Die eigentlichen Boomjahre 2007 und 2008 hätten Schweinfurt „wohl noch weiter nach vorne gebracht“, meinte der Wirtschaftsförderer.
Die Gesamtstudie zeige aber auch, welche Gesamtverantwortung die Stadt für die Region Main-Rhön hat: „Keiner unserer Nachbar-Landkreise ist im EU-Vergleich vor dem Platz 280 zu finden.“
Nach Meinung von Thomas Stelzer, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, habe den Ausschlag für die gute Bewertung Schweinfurts „sicher die hier geballt vertretene Hochtechnologie“ gegeben. „Schließlich haben wir in Schweinfurt echte Global Player, schließlich werden bei uns Spitzenprodukte für den Weltmarkt entwickelt, von High-Tech-Wälzlagern über hochmoderne Fahrzeugkomponenten bis zur Medizintechnik“.
Weniger zum guten Ergebnis beigetragen hat vermutlich die demografische Entwicklung, meint Stelzer. Deshalb sei die Steigerung der Attraktivität „unserer Region für junge Fachkräfte und ihre Familien äußerst wichtig“. Denn das Hauptproblem auf dem Schweinfurter Arbeitsmarkt dürfte in wenigen Jahren der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften sein. Genau dieser Punkt, das Angebot an Fachkräften, werde aber „zunehmend ein entscheidender Standortfaktor werden“.
„Solch ein Ranking ist an sich eine nette Sache“, sagt Peter Kippes, der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Schweinfurt, mit leicht kritischem Unterton. Die Nagelprobe für die Attraktivität einer Stadt seien aus IGM-Sichtweise eher die Lebensumstände der Mehrheit der Bevölkerung. „Ganz entscheidend wird hierbei das Verhalten der ansässigen Unternehmen bei der Bewältigung der Krisenauswirkungen sein.“ Die Wirtschaft müsse für die Menschen attraktiv sein, „nicht umgekehrt“, merkt Kippes kritisch an.
Nicht anders der DGB-Regionsvorsitzende für Würzburg und Schweinfurt, Frank Firsching: „Es ist eine nette Spielerei, die vorwiegend unbeteiligte Lokalpolitiker freut, da die Ergebnisse auf industriellen Innovationen beruhen“. Leider helfe uns das Ranking weder bei der Verbesserung der sozialen Lage in Schweinfurt, „noch stopft es die Finanzlöcher im städtischen Haushalt oder beendet die Kurzarbeit in den Fabriken“. Dazu sei eine politische Kehrtwende auf allen Ebenen erforderlich, meint Firsching und fügt an: „Die ist nicht in Sicht“.





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Ich würde auch lieber in Schweinfurt arbeiten als in München, nur leider bauen auch Schweinfurter "Unternehmer" aus Profitgier Arbeitsplätze ab als auf. Meinungen der Arbeitsagentur sollte sich die Redaktion lieber an den Hut stecken - völlig daneben und am Thema vorbei. Setzen 6 - Thema verfehlt.






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