aktualisiert: 22.02.2012 15:15 Uhr
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BAD BRÜCKENAU
„Äußerste Vorsicht ist angesagt“
Spektakuläre Baumfällaktion in der Ernst-Putz-Straße
Wer derzeit mit dem Auto vom Staatsbad die Ernst-Putz-Straße entlang nach Bad Brückenau fahren möchte, wird feststellen, dass der Weg gesperrt ist. Der Grund sind Baumfällarbeiten, die am Dienstag begonnen haben. Zwischen Haus Waldenfels und Washingtonplatz sollen – wenn möglich bis diesen Freitag – 150 Bäume gefällt werden.
Der ein oder andere neugierige Anwohner oder Spaziergänger schaut der Aktion mit ausreichendem Abstand interessiert zu. Trotzdem: „Äußerste Vorsicht ist angesagt“, sagt Florian Petri von der beauftragten Firma Baumdienste aus Eppstein im Taunus. Mit Helm, speziellen Anzügen und Schuhen sowie Funkgeräten sind die Mitarbeiter ausgestattet, damit ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist.
Durch den Einsatz des so genannten Fällkrans können Baumfällungen auf engstem Raum sicher und sauber ausgeführt werden, erklärt Petri. Komplette Baumkronen werden mit dem Fällkran fixiert, direkt abgetrennt und zentimetergenau abgelegt. „Wir sind ein eingespieltes Team, da sitzt jeder Handgriff.“
Für die Bäume mit besonders hohem Gewicht setzt die Firma zusätzlich einen Schwerlastkran mit 200 Tonnen Gewicht ein. Dieser soll am Donnerstag zum Einsatz kommen. „Wir wägen genau ab, für welchen Baum wir welche Maschine brauchen, denn ein Kran darf nicht überbelastet werden.“ Zudem steht ein Sattelschlepper bereit, der das Holz an einen Lageplatz in der Ernst-Putz-Straße bringt. Dort werden die dünneren Stämme zu Hackschnitzeln verarbeitet. Diese werden vom Unternehmen weitertransportiert und sollen zum Beispiel als regenerativer Brennstoff eingesetzt werden.
Die größeren Stämme wird die Stadt in einem Bereich am Buchrasen zwischenlagern und dann an die Industrie verkaufen, erklärt Willi Scheller vom städtischen Büro Bauleistungen. Die Einnahmen fließen also in die städtische Kasse.
Scheller ist zufrieden. Momentan laufe alles wie geplant. Dass so viele Bäume gefällt werden müssen – darunter neben den Laubbäumen auch Fichten und Douglasien – sei zwar nicht erfreulich. Dennoch hält Scheller es für notwendig, um die Sicherheit in der Wohngegend zu gewährleisten. Wie berichtet wurde nach dem Fall einer Buche im vergangenen Jahr festgestellt, dass der Hang unterhalb der Ernst-Putz-Straße durchnässt und instabil ist.
Bei 40 weiteren Laubbäumen bestand Gefahr, dass sie herabstürzen, auch viele andere Bäume wiesen Schäden auf. Soweit möglich sollen einzelne Bäume und Baumgruppen stehen bleiben, sagt Scheller. Nach der Aktion werde man beobachten, was die Natur macht und inwiefern sie sich selbst regeneriert. „Sollte dies nur ungenügend der Fall sein, werden wir nachpflanzen.“
Manche Anwohner bekommen durch die Baumfällaktion bestimmt ein Stück Sicherheit zurück. „Ich bin in der vergangenen Zeit immer Umwege gelaufen, damit ich die gefährlichen Stellen nicht passieren muss“, sagt zum Beispiel eine Anwohnerin. Sie freue sich, dass die Stadt dies in Angriff genommen habe.
Zwar sollen die eigentlichen Fällarbeiten bis zum Wochenende abgeschlossen sein, dann müsse das Holz aber noch aufbereitet werden, so Scheller. Deshalb wird ein großer Bereich der Ernst-Putz-Straße bis voraussichtlich 2. März gesperrt sein. Die Umleitung führt Autos über die Staatsstraße 2289 und das Staatsbad. Fußgänger sollten über den Auerhahnweg oder den durchs Sinntal führenden Fußweg ausweichen.
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