publiziert: 16.06.2011 15:43 Uhr
aktualisiert: 16.06.2011 15:44 Uhr
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„Wir wollen, dass ihr aufeinander aufpasst“

Theaterstück zu Alkohol und seinen Folgen am Gymnasium
  • Problemthema Alkohol: Rosa Jansen, alias Steffi, im Stück „Alkohol“, das im Gymnasium in Römershag aufgeführt wurde.
    Foto: Steffen Standke
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(st) Es ist die Geschichte von Steffi und Stefan. Es geht um die Sehnsucht nach Anerkennung und Freiheit, um zu große Liebe und zu starke Strenge von Eltern. Und darum, wie sich das alles, zusammen mit der Droge Alkohol, zur Katastrophe entwickeln kann. Schüler des Franz-Miltenberger-Gymnasiums in Bad Brückenau sahen kürzlich eine Aufführung des Stücks „Alkohol“ mit dem Weimarer Kulturexpress.

Die Zahl löste ein Raunen unter den Schülern aus: 4,3 Promille Alkohol im Blut, der totale Zusammenbruch, das tragische Ende eines Traums von Freiheit und Lebenslust. Zumindest für Steffi, gespielt von Rosa Jansen. Gemeinsam mit Henrik Hänel, alias Stefan, entwickelt sie in dem Stück das fatale Szenario.

Sehnsucht nach Leichtigkeit

Ein Paar, das sich nach Leichtigkeit, Geborgenheit und Liebe sehnt. Das im feucht-fröhlichen Rausch auf Partys und in der Clique Spaß und Entspannung von der Schule und dem Erwartungsdruck, der auf ihm lastet, sucht.

Schnell wird aus den Gelagen bitterer Ernst. Steffi sucht einen Ausweg, scheint ihn zu finden. Doch am Ende ist der Alkohol stärker. Das Ende bleibt offen.

Die Zuschauer – Schüler des Franz-Miltenberger-Gymnasiums – sind mit 14 oder 15 genau in dem Alter, in dem sie mit Alkohol in Kontakt kommen, vielleicht schon darüber hinaus.

Nach dem dramatischen Ende des Stücks stellen sich die beiden Schauspieler Rosa Jansen und Henrik Hänel der Diskussion. Die will nicht so recht in Gang kommen, obwohl die beiden gestehen, selbst schon mal Alkohol im Übermaß konsumiert zu haben. Die Gymnasiasten halten sich zurück – aus mangelnder Erfahrung?

Rosa und Henrik erzählen zumindest Geschichten, die bewegen. Von dem 16-jährigen Jungen in Berlin, der sich im Wettbewerb mit dem Wirt und 43 Tequila in den Tod soff. Dessen Geschichte war Anlass für Autor Patric Tavanti war, sein Stück zu schreiben.

Oder Rosas Erzählung von K.-o.-Tropfen, mit denen bisweilen vor allem Mädchen und Frauen in Discos betäubt und gefügig gemacht werden.

Die Botschaft ist klar: „Wir stehen nicht hier, um euch Alkohol zu verbieten“, sagt Henrik. Und Rosa ergänzt: „Wir wollen nur, dass ihr aufeinander aufpasst und gegenseitig warnt.“ Jeder solle selbst darüber nachdenken, was es für ihn bedeutet, Alkohol zu trinken.

Die Schauspieler des Weimarer Kulturexpresses führen ihr Stück in Schulen und Berufsschulen auf, ab der fünften, aber meist in den siebten bis neunten Klassen. Pro Tag gibt es ein oder zwei einstündige Vorstellungen. Für die Schule ist es eine andere – möglicherweise effektivere Form – als im normalen Unterricht über Alkohol und seine Folgen aufzuklären.

    
    

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