aktualisiert: 11.06.2010 23:29 Uhr
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BAD KISSINGEN
1950: 25 Schüler fliehen in den Westen - Jetzt: Treffen in Bad Kissingen
1950 in Potsdam: Jugendliche wurden geächtet, weil sie sich gegen einen Lehrer auflehnten
Sie hatten ihre gemeinsame Flucht geplant. Aber sie wagten es am Morgen des 12. Juni 1950 nicht, gemeinsam loszuziehen. Jeder der 25 Jugendlichen traf um 10 Uhr allein am Bahnhof Westkreuz in Westberlin ein. „Meine Mutter war verzweifelt, als ich ging“, erzählt Siegfried Schallert, der seit drei Jahren mit seiner Frau Hedi in Bad Kissingen lebt. Jetzt organisierte er für elf seiner Schulkollegen in der Kurstadt ein zweitägiges Klassentreffen.
Die Schüler aus drei verschiedenen Klassen der Einstein-Oberschule in Potsdam kamen seinerzeit zunächst in Tempelhof unter. Es waren auch zwei Lehrer mit ihnen gekommen. Aber in Berlin waren sie nicht sicher. Später nahm die Bremer Oberschule am Waller-Ring die Regime-Flüchtigen in einer Klasse auf.
Seit dem Abitur 1951 treffen sich die Ehemaligen fast jährlich. „Wir sind damals durch die Ereignisse sehr zusammengewachsen“, sagt Schallert. An diesem Wochenende sind sie zum ersten Mal in Bad Kissingen.
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