publiziert: 20.07.2009 19:11 Uhr
aktualisiert: 20.07.2009 20:05 Uhr
» zur Übersicht Kissinger Sommer 2009
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text BAD KISSINGEN
Ausverkauftes Rossini-Saal bei der Klavier-Matinee von Martin Helmchen

Ausverkauftes Rossini-Saal bei der Klavier-Matinee von Martin Helmchen

Unglaublich, dass mein Sitznachbar diese wunderschöne Klaviermusik einfach verschlafen konnte. Gerade noch den ersten Satz von Franz Schuberts G-Dur-Sonate „Fantasia“ hat er mitbekommen, dann ist er leicht schnarchend in den Schlaf versunken.

Unglaublich auch deshalb, weil Martin Helmchen vom ersten bis zum letzten Ton in so einem Spannungsbogen gespielt hat, dass das Zuhören nicht eine Sekunde lang ermüdete. Am Künstler lag es also gewiss nicht, dass mein Nachbar schließlich auch noch im zweiten Konzertteil mit Robert Schumanns Arabeske C-Dur und seinen Sinfonischen Etüden in den Schlaf dämmerte. Immerhin, beim brausenden Schlussapplaus war er wieder wach, um– wie das restlos begeisterte Publikum – lautstark mitzuklatschen.

Martin Helmchen war der Gewinner der ersten Klavierolympiade 2003 in Bad Kissingen. Wie enorm er sich weiter entwickelt hat, das stellte er bei der sonntäglichen Matinee im ausverkauften Rossini-Saal des Regenbaus unter Beweis. Er zeigte sich als ausgereifter musikalischer Gestalter, der es verstand, dem Klavier viele Klangfarben zu entlocken und tolle musikalische Kontraste zu setzen, sowohl dynamisch als auch klanglich. Jeder Ton bei ihm ist durchdacht, jeder Anschlag fein und nuanciert, selbst im Fortissimo nie aufdringlich. In luftiger Leichtigkeit gleiten seine Finger bei den virtuosen Passagen über die Tasten, um in kraftvollen Akkorden wieder Ruhe zu finden. Es ist ein Genuss, ihm zuzuhören und auch zuzusehen. Jede Bewegung verkörpert die gespürte Musik und Martin Helmchen spürt sie mit jeder Faser seines Körpers.

Das Publikum belohnt den jungen Künstler mit lang anhaltendem Applaus. Er bedankt sich mit Johann Sebastian Bachs Choral-Prelude „Ich ruf' zu die Herr Jesu Christ“ in einer Bearbeitung von Max Reger. Doch das Publikum will mehr. Ganz lässig setzt Martin Helmchen noch eine Mendelssohn-Etüde in atemberaubendem Tempo drauf. Das Publikum war zufrieden.

Von Irene Spiegel
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
Anzeige
    

Rückblende 

Blick in die Vergangenheit
Was bestimmte die Schlagzeilen vor zehn, 25 und 40 Jahren im Landkreis Bad Kissingen? »mehr
    
    

Baby-Galerie 

Die Jüngsten
Hier begrüßen wir die jüngsten Bewohner des Landkreises Bad Kissingen. »mehr
    
    

Dialektserie "Wördlich" 

Wörter aus dem Landkreis Bad Kissingen
Wöchentlich stellt der Steinacher Frank Schmitt ein interessantes Dialektwort vor. »mehr
    
Anzeige
    

Meine Maschine und ich 

Außergewöhnliches
Wir stellen Menschen vor, die eine besondere Beziehung zu einem technischen Gerät haben. »mehr
    
    

Stadtkultur Schweinfurt 

Theater, Kabarett,
Kunst und mehr
Die Stadt Schweinfurt hat kulturell eine ganze Menge zu bieten. »mehr
    
    

Fotografen und ihre Fotos 

Bilder und Eindrücke
Wir stellen ambitionierte Hobbyfotografen aus der Region Main-Rhön vor. »mehr
    
    

Grüsse aus der Region 

Kostenlose Grußkarten
Senden Sie Ihren Freunden und Bekannten eine elektronische Grußkarte aus der Region, auch Tiere! »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr
    
    

Aktuelle Leserkommentare

    
    

Zeichen setzen 

Förderpreis für
engagierte Bürger
Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr
    
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr