publiziert: 02.02.2012 15:02 Uhr
aktualisiert: 02.02.2012 17:25 Uhr
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Badeärzte sollen gefördert werden

Stadt will Fortbildung attraktiv machen

Eine Kurstadt ohne Badearzt? Ganz abwegig ist dieses Szenario für Bad Brückenau nicht. Das wissen auch Stadtrat und Verwaltung. Weswegen sie nun aktiv werden wollen.

Prof. Dr. Emanuel Fritschka ist Vorsitzender des Bad Brückenauer Ärztevereins: „Wir haben mit den Doktoren Jürgen Kleinhenz, Wolfgang Wildenauer und Helge Zimmermann drei Badeärzte.“ Die Lage sei nicht akut, zumal Kleinhenz noch jung sei. Und die beiden anderen Ärzte würden noch nicht als Aufhören denken. Selbst wenn sie nicht da wären, könnte ein Kollege – zum Beispiel aus Bad Kissingen – die Badekuren verordnen.

Aber es geht ums Prinzip: „Für den Ruf der Stadt ist es wichtig, Badeärzte zu haben. Die Gäste fragen danach.“ Das bedeutet: Sollte ein Badearzt ausscheiden, will die Stadt schauen, dass sich ein anderer qualifiziert.

Zu lange weg von der Praxis

Doch laut Fritschka lohnt sich die Weiterbildung zum Badearzt für die niedergelassenen Mediziner nicht. Seit den Reformen im Gesundheitswesen Mitte der 1990er-Jahre würden immer weniger Badekuren verschrieben. Das Klientel fehle. Außerdem müsse ein interessierter Arzt während seiner Weiterbildung die eigene Praxis lange allein lassen.

Ein Badearzt ist ein Spezialist, verordnet Massagen, Moorbäder, Krankengymnastik und andere Anwendungen. Er muss sich aber auch mit den ortsüblichen Heilmitteln auskennen. Fritschka: „Im Staatsbad gibt es sechs Quellen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Ein Badearzt muss über deren Wirkung bescheid wissen.“

Wenn er etwas falsches tue, könne das dem Kurgast schaden. Die Ärzte in den Bad Brückenauer Kliniken hätten im allgemeinen das Spezialwissen eines Badearztes nicht.

Emanuel Fritschka könnte als Chef des Ärztevereins seine Kollegen fragen, ob sie Interesse an einer Fortbildung zum Badearzt hätten. Die Stadt will dies finanziell unterstützen. Eine Entscheidung im Stadtrat fiel aber noch nicht.

st
    
    

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