publiziert: 24.02.2012 16:52 Uhr
aktualisiert: 18.05.2012 14:19 Uhr
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Bandporträt: Black Petty und die Entstehung des Rave Metal

Serie Proberaum (1): Jede Musikerkarriere beginnt im Proberaum. In einer neuen Serie stellen wir Nachwuchsmusiker und ihre Geschichte vor. Heute: Black Petty und die Entstehung des Rave Metal.

  • Foto: Max Koch
    Schaufensterpuppe Olga, eine satirische Antwort auf das festgefahrene Image des bösen Metals. Black Petty (von links): Sebastian, Sandra, (Olga), Madlen und Florian.
Bild von

Metal-Musik ohne Schlagzeug? Viele lang- und kurzhaarige Freunde des gepflegten Krachs werden diese Frage wohl mit „Geht nicht!“ beantworten. Black Petty zeigt, dass es eben doch geht. Sie wollten einen neuen Weg einschlagen und kreierten dabei gleich mal eine neue Musikrichtung. „Wir nennen sie Rave Metal“, sagt Gitarristin Sandra. Dabei geben wiederholte Klangsequenzen (Samples) und mit Synthesizer programmierte Töne den Rhythmus vor.

Zwar sind sie sehr zufrieden mit ihrer jetzigen Aufstellung, aber ganz freiwillig setzen sie in der Rhythmusabteilung nicht ausschließlich auf Synthesizer und Samples von Fachmann Florian. „Wir hätten schon gerne einen zusätzlichen Schlagzeuger“, sagt Madlen, die Sängerin der Band. Ein Schlagzeug mache die Musik einfach dynamischer.

Doch mit den Trommlern und Black Petty hat es bis jetzt nicht so recht klappen wollen. In der achtjährigen Bandgeschichte beschäftigten sie schon drei verschiedene Percussionisten und mussten diese dann aus unterschiedlichen Gründen doch wieder ziehen lassen.

Jede Trennung bedeutete für Black Petty eine musikalische Zwangspause. Sie mussten sich schließlich einen neuen Taktgeber suchen. Zugleich nutzten sie diese Pausen aber auch, um sich musikalisch neu zu orientieren und einen Neustart mit neuen Songs hinzulegen. Den Bandnamen behielten sie die ganze Zeit bei, aber ihr Stil veränderte sich so Schritt für Schritt.

Die Phasen der Ruhe und Selbstreflexion waren aber nicht der alleinige Grund dafür, dass sich der Sound von Black Petty veränderte und reifte. „Als Sebastian 2007 den Part des Bassisten bei uns übernahm, wurde unsere Musik ein wenig basslastiger“, benennt Sandra ein Beispiel für die weiteren kleinen Entwicklungsschritte, die zum heutigen Stil geführt haben. Sebastian war es dann auch, der die Verbindung von Metal-, Elektro- und Dancemusik anregte. „Wir haben uns nicht dazu entschlossen, weil wir einen Drumcomputer brauchten“, erklärt Sandra. Es ginge viel mehr darum, eine tanzbare Version von Metal zu erschaffen. „Deshalb nehmen Samples und Synthies auch ziemlich viel Raum in unseren Liedern ein“, beschreibt Sandra den neuen Stil von Black Petty.

Anfang 2011 erklärten sie die Suche nach einem analogen Taktgeber für beendet, konkretisierten kurzerhand die Idee vom tanzbaren Rave Metal. Den passenden Mann für den Job fanden sie in Florian, erinnert sich Sandra. „Wir kannten uns schon gut und er meinte einfach: Ich kann das doch machen!?“ So gibt er seit Mitte 2011 den Takt mit programmierten Rhythmen vor.

Durch den Elektroeinfluss und das fehlende Schlagzeug wird die Musik von Black Petty aber nicht nur tanzbar, sondern bekommt einen sehr extravaganten Anstrich. Und die Musikgruppe weiß dabei um die polarisierende Wirkung ihres neuen Stils: „Wir wollen auffallen und einen Eindruck hinterlassen“, sagt Madlen, „aber der kann natürlich auch negativ sein; es muss uns ja nicht jeder mögen.“

Das gilt auch für die neue Bühnenshow von Black Petty. Die Musiker setzen auf der Bühne eine eigene Lichtanlage und Kostüme ein. „Nur gute Musik bringt heutzutage nichts mehr“, meint Sandra. Mit ihren derben Kostümen wollen sie provozieren, sehen ihre Aufmachung aber auch als Satire, erklärt Madlen: „Metal ist immer gleich böse. Wir wollten nicht so ernst rüberkommen.“

Dabei nicht lächerlich zu wirken, ist eine Gratwanderung. Den Humor der Band verkörpert dabei wohl am besten Ersatzschlagzeugerin Olga. Sie ist eine mit Gasmaske und Stacheldraht verkleidete Schaufensterpuppe und die Antwort auf ihr andauerndes Schlagzeugerpech. So sagt Madlen über ihr Maskottchen: „Eigentlich ist Olga die perfekte Schlagzeugerin. Sie ist immer pünktlich, bleibt im Takt und verlässt nicht auf einmal die Band. Nur leider fehlt ihr ein bisschen die Dynamik.“

Black Petty

Gesang: Madlen Wittmann, 23 Jahre, Tätowiererin

Gitarre: Sandra Schmelz, 21 Jahre, Studentin

Bass: Sebastian Kehl, 26 Jahre, Maschinenbediener/-einsteller

Synthesizer: Florian Brell, 22 Jahre, Abiturient

Gegründet: 2003 (Comeback 2011) Discografie: Drei-Song-Demo (2011) Genre: Rave Metal Musik: Metaltypische harte Gitarren mit Elementen aus der elektronischen Musik. Es wechseln sich instrumentale Passagen mit keifendem oder melodischem Gesang ab. Die elektronischen Klänge wirken erfrischend und bereichern die glatten Ohrwurmmelodien.

Nächstes Konzert:

3. März 2012 – „Shut up and Dance“ mit Ira Atari im Wasserhaus, Hammelburg

Von unserem Redaktionsmitglied

Max Koch

    
    

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