aktualisiert: 10.08.2012 12:04 Uhr
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LKR. BAD KISSINGEN
Baugeschichte aus Holz gemacht
Am Tag des offenen Denkmals sind heuer im ganzen Landkreis nur fünf Objekte zu sehen
Der Landkreis und vor allem die Stadt Bad Kissingen tragen üblicherweise üppig mit Veranstaltungen zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals bei. Heuer jedoch sind sie zurückhaltender. Insgesamt präsentieren am Sonntag, 9. September, öffentliche und private Stellen vor Ort nur fünf Denkmäler. Das könnte am Thema der Veranstaltung liegen. Die beschäftigt sich diesmal mit dem Baumaterial Holz. Vielleicht läuft sich aber auch nur jemand in einem Jahr der Zurückhaltung warm, um 2013 umso intensiver einzusteigen? Denn da wird das 100-Jährige des Regentenbaus gefeiert.
Mit einem nicht ganz unwesentlichen Raum, steht der Regentenbau aber auch in diesem Jahr schon auf dem Programm. Und das passt durchaus zum Thema Holz. Der Große Saal des Regentenbaus gilt unter Architekturhistorikern als einer der schönsten Konzertsäle des späten Jugendstils. Holz spielt als Material des Innenausbaus und vor allem der Vertäfelung in dem Saal eine große Rolle.
Entstanden in den Jahren von 1910 bis 1913 gilt der Regentenbau als ein Hauptwerk des Münchner Architekten Max Littmann. Der Kissingen-Band der Reihe Denkmäler in Bayern stuft den als Ergänzung und Fortsetzung des Gärtnerschen Arkadenbaus gedachten Komplexes darüber hinaus als „auswärtiges Glanzstück Münchner Architektur und Dekorationskunst der endenden Prinzregentenzeit“ ein.
„Die Möglichkeiten, die Grenzen und das Engagement der Denkmalpflege in privaten Händen“ aufzeigen soll ein weiteres Objekt, das sich am Tag des offenen Denkmals im Gebiet der Großen Kreisstadt präsentiert. Der Ameling-Hof in Kleinbrach stammt nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz aus der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts. Das Anwesen sei ein ehemals adeliger Freihof, zu dem eine Zehntscheune gehöre. Der Hof ist nur an diesem Tag für die Öffentlichkeit zugänglich.
Über diese zwei hinaus hält der Tag des offenen Denkmals 2012 im Landkreis Bad Kissingen drei weitere Anlaufstellen bereit. Ganz im Zeichen des Themas Holz steht der Bad Brückenauer Beitrag. Im Staatsbad wird die König Ludwig-Eiche vorgestellt. Wie es im Programm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz heißt, misst der Baum etwa 7,70 Meter im Umfang und ist 25 Meter hoch. Sein Alter werde auf 1000 Jahre geschätzt. Benannt sei die Eiche nach König Ludwig I. Der habe oft in ihrem Schatten gesessen.
Um Holz geht es auch beim Deutschordensschloss in Münnerstadt. Dort wo heute das Hennebergmuseum untergebracht ist, soll unter anderem der Holzdachstuhl besichtigt werden können. Dazu gibt es eine Ausstellung über Holz im Wandel der Zeit und etliche weitere Angebote rund um dieses Thema.
Die Pfarrkirche St. Vitus in Langendorf ist das fünfte Objekt auf der Liste. 1825 bis 1830 im klassizistischen Stil erbaut, weise sie einen Dachboden mit „mächtigem Sprengwerk aus Eichenholz“ auf, heißt es in der Beschreibung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Führungen bietet der Tag des offenen Denkmals an allen Objekten. An der König-Ludwig-Eiche in Brückenau erwartet Robert Hildmann um 13 und 15 Uhr Besucher. Bei St. Vitus in Langendorf gibt Walter Schaub um 11 und 14 Uhr Erläuterungen. Am Regentenbau übernimmt das um 11, 14 und 16 Uhr Erwin Full. Am Ameling-Hof in Kleinbrach informieren Peter Kaidel und Birgit Schmalz zwischen 14 Uhr und 17 Uhr nach Bedarf. Beim Deutschordensschloss in Münnerstadt sind für 10, 14 und 16 Uhr Führungen durch die Museumsleitung angekündigt.
Tag des offenen Denkmals
Das Ziel beim Tag des offenen Denkmals ist nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, „die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange des Denkmalschutzes zu wecken“.
Ausgerichtet wird der Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, in ganz Deutschland. Laut Mitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz öffnen sich in diesem Jahr über 7500 historische Gebäude, archäologische Stätten, Gärten und Parks für Besucher.
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