publiziert: 17.11.2010 18:35 Uhr
aktualisiert: 17.11.2010 18:49 Uhr
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Bausünden der Vergangenheit verteuern die Rathaussanierung

Unvorhergesehene Zusatzarbeiten kosten allein 50 000 Euro mehr – Diskussion um Gestaltung der Außenanlagen
  • Der Rathaussaal: Ein Blick genügt, um zu sehen, dass noch jede Menge Arbeit wartet. Eigentlich wollte der ins Feuerwehrhaus ausgelagerte Gemeinderat (im Bild mit Architekt Reinhard Seufert) hier seine Jahresschlusssitzung halten, doch daraus wird wohl nichts.
    Foto: Michael Petzold
Bild von

(old) Länger dauert es und kostspieliger wird es auch. Die (nicht nur) energetische Sanierung des Rathauses kommt gut 100 000 Euro teurer als geplant und wird am Ende um die 680 000 Euro kosten. Und ob alles rechtzeitig fertig wird in diesem Jahr ist wohl eher unwahrscheinlich. Eigentlich wollte der Gemeinderat ja zumindest seine Jahresschlusssitzung in dem frisch renovierten Rathaussaal halten, doch jetzt ist Bürgermeister Johannes Wegner schon froh, wenn es mit dem Neujahrsempfang klappt.

Schuld an der Verzögerung und an einem guten Teil der Mehrkosten sind unvorhergesehene Arbeiten in dem teilweise unter Denkmal stehenden Gebäude. „Das ist immer eine schwierige Sache für den Planer“, sagte Architekt Reinhard Seufert in der Gemeinderatssitzung, die wieder im Feuerwehrhaus stattfand. „Er hat eben keine Röntgenaugen“.

Deshalb gab es auch manche unliebsame Überraschung, etwa als sich beim Entfernen von Tapeten auch flächig Putzteile ablösten und abenteuerliche Holzkonstruktionen im Dachbereich gefunden wurden. Ein Gebäude, in dem bautechnisch in der Vergangenheit sehr viel „gesündigt“ wurde, wie Seufert erklärte. Deshalb halte er die Kostensteigerung von acht bis zehn Prozent für durchaus zufriedenstellend, zumal in der Bauausführung gespart worden sei.

Denn gut die Hälfte der zusätzlichen 100 000 Euro schlägt bei der zunächst nicht eingeplanten Sanierung der historischen Sandsteinfassade zu Buche. Die hat man in Angriff genommen, als das Gerüst zur Dacheindeckung stand. Zuschüsse gibt es dafür aus dem Konjunkturpaket II nicht, allenfalls vom Bezirk. Und auch die Gestaltung der Außenanlagen, um die es nach der Besichtigung des Rathauses hauptsächlich in der Sitzung ging, muss die Gemeinde allein finanzieren.

Umstritten waren hier vor allem Details. Dem Rotstift zum Opfer fielen ein Weg von der Feuertreppe zur Poppenlaurer Straße zu und ein Teil der Pflasterung rund ums Rathaus. Hier hätte stellvertretender Bürgermeister Diethard Dittmar gerne noch auf mehr verzichtet, sieht er doch die Gefahr, dass nach einer späteren Neugestaltung des Marktplatzes wieder Änderungen notwendig werden.

Im Großen und Ganzen einig war man sich aber darüber, dass der neue Haupteingangsbereich mit Pflaster, Kiesbeeten und Grünflächen „etwas hermachen soll“, wie sich Seufert ausdrückte. Außerdem erhofft man sich durch die neue Situation, dass zumindest in diesem Bereich nicht mehr geparkt wird. Neuerungen gibt es viele im Rathaus. Eine betrifft die Beleuchtung des Sitzungssaals, der künftig Rathaussaal heißen soll. Weil die Decke abgehängt wurde, werden die Ratsmitglieder künftig nicht mehr von dem großen zentralen Leuchter erhellt, sondern von zwölf in die Decke eingelassenen Lampen.

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