publiziert: 20.04.2011 18:45 Uhr
aktualisiert: 22.04.2011 18:17 Uhr
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Bürgerarbeit für Langzeitarbeitslose nicht heißbegehrt

Projekt des Jobcenters kommt nur mühsam auf die Beine – Kaum zusätzliche Stellen
  • Bürgerarbeit: Durch ein Projekts des Kissinger Jobcenters wurden 27 neue Stellen geschaffen, darunter auch einige in Altenheimen.
    Foto: Thinkstock
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Bürgerarbeit ist bislang noch kein Renner geworden. Mit dem Projekt will man Langzeitarbeitslosen die Chance geben, wieder ins Arbeitsleben einzusteigen. Doch die neue Initiative des Kissinger Jobcenters läuft eher zögerlich an. Denn die Jobs, die Kommunen und Verbände bereitstellen, dürfen im eigenen Haus keine Stellen vernichten. Zusätzliche Arbeit findet sich aber offenbar in den Gemeinden nicht so leicht. Von den 70 potenziellen Bürgerarbeitsplätzen sind bislang erst 27 genehmigt.

Als das Bundesarbeitsministerium vor einem Jahr die Bürgerarbeit ausschrieb, war eine der Bedingungen, dass jeder Teilnehmer mindestens 300 Arbeitsplätze schaffen muss. Daraufhin taten sich die Jobcenter aus den Landkreisen Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Haßberge, Schweinfurt und der Optionskommune Stadt Schweinfurt zusammen und entwarfen ein Konzept, das im Ministerium auch prompt Beachtung fand. Am 9. Juli gab das Ministerium grünes Licht für das Projekt in der Region Main-Rhön.

Drei Bewerber zur Auswahl

Am 15. Juli 2010 fiel der Startschuss zur sechsmonatigen Aktivierungsphase. Beim Jobcenter suchte man Personen aus, die ins Konzept passen. „Es ist für Leute mit Unterstützungsprofil“, sagt Harald Englert vom Jobcenter. Der Teamleiter meint damit Menschen, die zum Beispiel eine schwere Behinderung haben oder einen Migrationshintergrund. Auch allein erziehende Mütter könnten nicht jede Arbeit annehmen.

Dass es sich bei den Bürgerarbeitern in spe auch um Menschen mit teilweise massiven Einschränkungen handeln kann, bereitet so manchen Kommunen aber Probleme, weiß Englert aus Gesprächen. „Sie wünschen sich alle leistungsfähige und fitte Mitarbeiter.“ Immerhin bekommen sie drei Bewerber zur Auswahl vorgestellt, nachdem sie sich beim Bundesverwaltungsamt in Köln beworben haben. Einen müssen sie nehmen, sagt Englert.

Dabei können potenzielle Arbeitgeber mit einem Zuschuss von 1080 Euro pro Mann oder Frau rechnen. Davon sind 180 Euro für Sozialversicherungsbeiträge abzuführen, 900 Euro werden an den Bürgerarbeiter ausgezahlt. Und manche Träger zahlen sogar noch was drauf, sagt Englert. Im Februar konnten erste Anträge gestellt werden. Genehmigt wurden beispielsweise schon Bürgerarbeiter in etlichen Bauhöfen, im Haus Waldenfels in Bad Brückenau und im Dr.-Maria-Probst-Heim in Hammelburg, sowie in der Hammelburger Stadtbibliothek.

Langzeitarbeitslose sollen durch die neuen Jobs wieder eine langfristige Perspektive haben. Denn sie können dort bis zu drei Jahren bleiben und sind sozialversichert. Und wenn sie später etwas Neues suchen, haben sie eine durchgehende Beschäftigung aufzuweisen. Weil sie nur 30 Stunden arbeiten, können sie jederzeit eine feste Stelle suchen und sich bewerben. Englert: „Das hat immer Vorrang.“

Von unserem Redaktionsmitglied ISOLDE KRAPF
    
    

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