publiziert: 28.06.2009 15:56 Uhr
aktualisiert: 28.06.2009 16:12 Uhr
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Kissinger Sommer: Schmelz und Feuer und Energie

Cellistin Sol Gabetta und die Wiener Symphoniker in Bad Kissingen

Die noch nicht einmal 30 Jahre alte Cellistin Sol Gabetta braucht keinen Vergleich zu scheuen. Zumindest nicht, wenn sie Anton Dvoøáks populäres Cello-Konzert so spielt, wie sie es beim Kissinger Sommer tat. Vergangenes Jahr war es an gleicher Stelle vom mittlerweile 61-jährigen Misha Maisky zu hören gewesen. Der berühmte lettische Virtuose hatte damals nicht seinen besten Tag, die in Argentinien geborene Solistin, die heuer den Dvoøák gab, hatte einen ihrer allerbesten.

Die schmissigen Kopfthemen in den Ecksätzen ging die Tochter französisch-russischer Eltern mit so viel Feuer und Energie an, dass es einem den Atem verschlug. Und die Kantilenen präsentierte sie mit Schmelz und Geschmack, dass es ein reiner Genuss war, wenn sie ihr Guadagnini-Cello von 1759 zum Singen brachte. Die haarsträubend schweren Passagen mit den Akkordzerlegungen über alle vier Saiten sowie den Zwei- und Dreifachgriffen spielte sie derart unangestrengt, dass es eine Freude war, sich von der Virtuosin ins Land der musikalischen Romantik tragen zu lassen.

Famos, wie selbstverständlich die Cellistin mit Dmitri Kitajenko kommunizierte, der die Wiener Symphoniker dirigierte. Als Zugabe spielte Sol Gabetta das berückende „Dolcissimo“ des lettischen Komponisten Peterisk Vasks. Hier bewies die Cellistin, dass sie auch im wortwörtlichen Sinne singen kann, als sie im Mittelteil des Werkes mit ihrer Stimme völlig ungekünstelt zum gleichzeitig von ihr gespielten Cello-Part einsetzte.

Wie beim Dvoøák machten die Wiener unter Kitajenko auch bei der Zweiten Symphonie von Sibelius eine hervorragende Figur. Da gab es keine Orchestergruppe, die durch Patzer unangenehm aufgefallen wäre.

Alles schwelgte im herben Pathos des finnischen Nationalkomponisten. Im letzten Satz glänzte insbesondere der Paukist durch klare Akzente und wohlkalkulierte Gestaltung. Als Zugabe gaben die Wiener Symphoniker im bestens besuchten Regentenbau einen wunderbar lyrischen Grieg.

Von unserem Mitarbeiter Frank Kupke
    
    

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