publiziert: 07.07.2009 15:16 Uhr
aktualisiert: 07.07.2009 18:31 Uhr
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Das Erste war das Beste

Ludwig Güttler im Rahmen des Kissinger Sommers in Münnerstadt

Ludwig Güttler gehört schon fast zum Inventar des Kissinger Sommers. Seit der ersten Auflage gibt der Dresdner Trompeter begleitet von unterschiedlichen Kammerorchestern Konzerte an diversen Orten. Diesmal in der bis auf den letzten Platz gefüllten Stadtpfarrkirche.

Die Erwartungen an Ludwig Güttler und das von ihm vor mehr als 30 Jahren gegründete Leipziger Bach-Collegium waren hoch. Immerhin gilt Güttler als einer der besten Trompeter der Welt und ist in vielen kammermusikalischen Werken beinahe unübertroffen. Doch, wie es auf dem Programmzettel so schön vermerkt ist, gibt Güttler pro Jahr mehr als 100 Konzerte. Vielleicht ein wenig ermüdend, das. Jedenfalls saß der Trompeter in seinen Pausen zusammengesunken auf einer der Kirchenbänke. In lediglich drei der sieben gegebenen Werke spielte Ludwig Güttler selbst, zwei davon mit Trompete, eines mit Corno da Caccia. Das Bach-Collegium in der Besetzung mit Flöte, Oboe, Violine, Cello, Kontrabass und Cembalo begann hochkarätig mit der zauberhaften Sonate Nr. 1 von Gottfried Finger. Güttlers Trompete im Einklang mit der Oboe ein Hörgenuss gleich zum Auftakt. Das Telemann Quartett e-moll ohne Güttler zwar sehr bewegend und ansprechend, aber nicht mit letzter strahlender Konsequenz des Bach-Collegiums gespielt. Besser wieder in Vivaldis g-moll Konzert. Ludwig Güttlers Corno da Caccia sorgte, wiederum vor allem mit der Oboe von Bernd Schober, für das wunderbare Es-Dur Konzert eines anonymen Komponisten aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der in Klammern mit Signor Schulz bezeichnet wurde. Da war sie, die Kraft Güttlers, das zauberhafte und meisterlich leichte Spiel eines großartigen Virtuosen. Das nicht sonderlich spannende Quintett D-Dur von Johann Christian Bach leitete das Konzert nach der Pause wieder ein, besser, und zwar viel besser, das Bach-Collegium in des Vaters Johann Sebastians Triosonate G-Dur. Ein Höhepunkt dann noch einmal zum Schluss mit dem wundervollen Konzert D-Dur von Tomaso Albinoni und Güttlers Trompete. Aber auch hier blieb das eigentlich lodernde kammermusikalische Feuer der Musiker auf kleinerer Flamme. So war das erste Werk des Abends, das von Gottfried Finger, das beste dieses Konzerts.

Von Stefan Kritzer
    
    

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