publiziert: 14.03.2010 18:24 Uhr
aktualisiert: 16.06.2010 08:59 Uhr
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Das Lokal „wallstreet“ brannte völlig aus

Großeinsatz am frühen Sonntagmorgen: 150 Helfer im Einsatz – Polizei schätzt Schaden auf 250 000 Euro
  • Großeinsatz: Zwei der 18 Atemschutztrupps bei den Löscharbeiten im Lokal „wallstreet“ in Bad Kissingen.
    Fotos: Peter Rauch
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Die ehemalige Szene-Kneipe „Ipanema“, die erst vor kurzem als „wallstreet“ wiedereröffnet worden war, ist am frühen Sonntagmorgen nahezu völlig ausgebrannt. Die darüberliegenden Büroräume wurden erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizei schätzt den Schaden an dem Gebäude in der Bad Kissinger Hemmerichstraße vorsichtig auf 250 000 Euro. Menschen wurden nicht verletzt.

Dies ist die vorläufige Bilanz eines „der größten Brände, den wir in den letzten Jahren hatten“, wie Stadtbrandinspektor Harald Albert am Sonntag zusammenfasste. 126 Feuerwehrleute mit 16 Fahrzeugen aus sechs Wehren, der Rettungsdienst mit neun Fahrzeugen und 23 Helfern waren im Einsatz, nachdem ein Anwohner um 3.45 Uhr starken Brandgeruch bemerkt und per Notruf gemeldet hatte. „Bei unserem Eintreffen, nur wenige Minuten später, war der angebaute Wintergarten, der ebenfalls als Lokal genutzt wurde, bereits eingestürzt“, schildert Albert, der den Einsatz gemeinsam mit Kreisbrandrat Benno Metz leitete.

Zwei Drehleitern im Einsatz

Noch dramatischere Bilder boten sich jenen Einsatzkräften, die aus Richtung Massaplatz vorrückten. An der schwer zugänglichen Gebäuderückseite schlugen die Flammen bis zu drei Meter aus den Fenstern. Da hier wegen einiger Hinterhöfe kein direkter Zugang möglich war, nahmen die Feuerwehrleute das Gebäude mit den beiden Kissinger Drehleitern in die Zange.

Gleichzeitig wurde Alarmstufe 3 ausgerufen, die höchste Brand-Alarmstufe. Die Feuerwehren Bad Kissingen, Winkels und Reiterswiesen erhielten dadurch Unterstützung von den Feuerwehrleuten aus Arnshausen, Hausen und Nüdlingen sowie der in Oerlenbach stationierten Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (ÖEL).

Zehn Bewohner aus Nachbargebäuden wurde vorübergehend in Sicherheit gebracht, Hemmerich- und Maxstraße weiträumig abgesperrt. 18 Atemschutztrupps bekämpften den Brand und durchsuchten das dreistöckige Gebäude, das menschenleer war, als es zu brennen anfing. Das Rote Kreuz brachte eine ältere, pflegebedürftige Dame aus dem Nachbarhaus für eine Stunde in einem nahe gelegenen Hotel unter.

Eine riesige Qualmwolke zog über die Stadt, beißender Brandgeruch durchzog die Straßen. Um 5.13 Uhr, nach fast eineinhalb Stunden, kam dann die erlösende Nachricht „Feuer aus“ aus dem hinteren Brandabschnitt, eine halbe Stunde später auch von den Löschtrupps aus der Hemmerichstraße.

Noch in der Nacht nahmen Kripobeamte aus Schweinfurt die Suche nach der Ursache aus. Der Brandherd lag laut Auskunft der Kissinger Feuerwehr vermutlich im Küchenbereich des Lokals.

Von unserem Mitarbeiter Peter Rauch
    
    

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