aktualisiert: 06.02.2012 19:34 Uhr
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BAD KISSINGEN
Die Zersiedlung geht weiter
Flächenanteil von Wald und Wiesen gesunken
Rund zehn Prozent der Gesamtfläche im Kreis Bad Kissingen dient mittlerweile Siedlungs- und Verkehrszwecken. Bayernweit liegt dieser Anteil bei 11,3 Prozent. Das geht aus der jüngsten Flächenerhebung des Bayerischen Landesamtes für Statistik hervor.
Der Landkreis Bad Kissingen ist rund 113 694 Hektar groß. Davon sind 11 349 Hektar bebaut: mit Wohnhäusern, Betrieben, Industrieanlagen, Schulen, Parkplätzen, Straßen, Wegen und Grünflächen. Somit nutzen die Bürger hier mittlerweile zehn Prozent ihres Bodens für Siedlung und Verkehr, hat die Flächenerhebung 2010 ergeben. Das sind 18 Hektar mehr als im Vorjahr. Vor zehn Jahren betrug der Anteil von Siedlungs- und Verkehrsflächen im Bäderkreis noch neun Prozent.
In Bayern täglich 20 Hektar mehr
2010 wuchs die Siedlungsfläche bayernweit täglich um 20,8 Hektar, was der Fläche von 30 Fußballfeldern entspricht, haben die Statistiker errechnet. Das war zwar weniger als im Spitzenjahr 2000 – damals wurden täglich 28 Hektar Land bebaut – doch selbst den Politikern ist das zu viel. Im Zuge der Nachhaltigkeitsstrategie, strebt die Bundesregierung deutschlandweit an, bis zum Jahr 2020 die tägliche Flächenumwandlung von derzeit rund 90 Hektar auf 30 Hektar zu reduzieren.
Wobei freilich „bebaut“ nicht mit „versiegelt oder betoniert“ gleichgesetzt werden darf. Den Gärten, Park- und Sportanlagen zählen ebenfalls zur Siedlungs- und Verkehrsfläche. Tatsächlich versiegelt ist im Schnitt knapp die Hälfte der Siedlungs- und Verkehrsfläche, schätzt das Bayerische Umweltministerium. Im Kreis Bad Kissingen wären das rund 5334 Hektar.
Im Bäderkreis nimmt die Wohnbebauung rund 2016 Hektar der insgesamt 11 349 Hektar großen Siedlungs- und Verkehrsfläche ein. Das Gewerbe erstreckt sich auf 362 Hektar, Grünanlagen und Erholungsflächen auf 582 Hektar und die Verkehrsflächen machen 5925 Hektar aus, der Rest sind sonstige Gebäude- und Freiflächen sowie Friedhofsflächen. Die Landwirtschaft umfasst rund 42 902 Hektar Fläche, weitere 49 064 Hektar nehmen Waldflächen ein.
Wie überall, geht auch im Kreis Bad Kissingen die Ausdehnung der bebauten Fläche in erster Linie auf Kosten der landwirtschaftlichen Fläche. Tatsächlich schrumpfte die Landwirtschaftsfläche hier in den vergangenen zehn Jahren um 907 Hektar (minus 2,1 Prozent). Im Gegenzug erhöhte sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche im selben Zeitraum um 726 Hektar (plus 6,8 Prozent).
Seit 2003 besteht in Bayern das Bündnis zum Flächensparen. Im Zuge der Nachhaltigkeitsstrategie rief Umweltminister Marcel Huber vergangenen Herbst erneut das Ziel aus, die Flächeninanspruchnahme „langfristig deutlich zu reduzieren“. Denn „versiegelte Böden speichern und filtern weniger Wasser, sind nachteilig fürs Lokalklima und binden weniger Feinstaub“.
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