aktualisiert: 17.10.2008 18:21 Uhr
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BAD KISSINGEN
Dr. Hans Weiß ist tot: Früherer Oberbürgermeister war Architekt Bad Kissingens nach dem Krieg (mit vielen Bildern)
Früherer Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt starb in der Nacht zum Freitag in München
(lip/zar) Das ist ein schwerer Verlust für Bad Kissingen: In der Nacht zum Freitag ist in München Hans Weiß gestorben. Er war lange Zeit Oberbürgermeister der Kurstadt und ihr Ehrenbürger. Als Bezirkstagspräsident und Senatspräsident hatte er darüber hinaus auf Landesebene Bedeutung.
32 Jahre lang prägte Dr. Hans Weiß als Oberbürgermeister die Geschicke der Stadt Bad Kissingen. Als er sein Amt antrat, war er 32 Jahre alt. Gestorben ist er nun wenige Wochen vor Vollendung seines 89. Lebensjahres.
Wer in die jüngere Geschichte der Kurstadt blickt, kommt am Namen Hans Weiß nicht vorbei. Als die fränkischen CSU-Parteifreunde den jungen Weiß wegen einer OB-Kandidatur in Kissingen ansprachen, sagte er spontan zu. Damals war der promovierte Jurist als Staatsanwalt persönlicher Referent des damaligen Bayerischen Justizministers Dr. Josef Müller, bekannt als Ochsensepp.
Fünfmal bestätigten die Kissinger ihren OB Weiß im Amt, verliehen ihm die Bürgermedaille der Stadt in Gold, ernannten ihn zum Ehrenbürger und setzten dem späteren Präsidenten des Bayerischen Senats mit dem Dr.-Hans-Weiß-Sportpark an der Eissporthalle ein Denkmal.
Der gebürtige Münchner, der von der Metropole in die Provinz ging, leistete hier mit viel jugendlichem Elan, unorthodoxen Methoden und aufgekrempelten Hemdsärmeln Aufbauarbeit. Gleich zu Beginn seiner Amtsperiode im Jahre 1952 machte er von sich reden: Mit Hilfe der Amerikaner schuf er das Terrassenfreischwimmbad.
Mit seinem Verhandlungsgeschick bewährte er sich auch im Stadtrat, wo er bis 1978 ohne ausreichende Mehrheit der CSU seine zuweilen recht ungewöhnlich anmutenden Pläne durchzusetzen wusste.
Vor allem als Brückenbauer prägte er das Stadtbild. So entstand in den Jahren 1952 bis 1955 die Südbrücke, was für die Lärmfreimachung der Kurstadt von Bedeutung war. Zwei Jahrzehnte später ließ Weiß die Nordbrücke (1971-1973) bauen, dazwischen setzte er mit dem Westring (1956-1961), dem Ostring und der Bahnunterführung (1960-1961) sowie dem Nordring (1967-1970) weitere Meilensteine der Stadtentwicklung.
In den 70er Jahren dann entstanden gleich zwei Fußgängerzonen: eine am Alten Rathaus mit einer Einkaufszone, die andere bei den Kuranlagen. Aber auch der Kurbetrieb, der 1945 völlig zum Erliegen kam, als große Teile der Kureinrichtungen zweckentfremdet durch die damalige amerikanische Besatzung genutzt wurden, entwickelte sich dank des Einsatzes von Hans Weiß kontinuierlich aufwärts.
In seiner Amtszeit konnte er zahlreiche prominente Gäste willkommen heißen. Schon 1954 war der erste Bundespräsident Theodor Heuß erstmalig zur Kur in Bad Kissingen. Später folgten Bundespräsident Heinrich Lübke, König Bhumipol mit Sirikit von Thailand und der erste Mann auf dem Mond, Neil Armstrong.
Ein Jahr später etablierte sich die Spielbank, was dem Fremdenverkehr, aber auch dem sozialen Wohnungsbau zugute kam. In den weiteren Jahren entstanden unter der Regentschaft von Hans Weiß, der 1956 Bezirkstagspräsident wurde, Schulen, Krankenhäuser und Sportanlagen, der Wildpark, und die Postkutsche nahm ihre Fahrten auf.
Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt Hans Weiß im Jahre 1984 aus den Händen des damaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß das große Verdienstkreuz der Bundesrepublik mit Stern und Schulterband.
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