aktualisiert: 05.07.2010 09:18 Uhr
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BAD KISSINGEN
Edles und Ausgereiftes von jungen Musikern
Bemerkenswerte Resonanz bei der Klangwerkstatt mit Elena Bashkirova
(bo) Bei der vierten Klangwerkstatt des Kissinger Sommers im gut gefüllten Rossinisaal wurde deutlich, dass unter Leitung von Elena Bashkirova Edles und Ausgereiftes entsteht. Der verdiente große Schlussapplaus zeugte davon, dass alle Künstler das Publikum erreicht und begeistert hatten.
Alle brachten Beachtliches mit: Siege bei Wettbewerben, Stipendien, bemerkenswerte Engagements. Als Ensembles in unterschiedlichen Zusammensetzungen boten sie an dem langen Abend anspruchsvolle Musik. Klarinettist Sebastian Manz überzeugte bei Mozarts „Kegelstatt-Trio“. Ohne Noten, frei und souverän spielte er, klar und sauber kamen seine Triller, feinfühlig dosierte er die Lautstärke. Sein intensiver Blickkontakt zu Ori Kam (Viola) und Bshara Harouny (Flügel) garantierte passgenaue Einsätze und Tempi.
Auch bei Robert Schumanns Fantasiestücken zeichnete sich Manz durch eine reife und schöne Tongestaltung aus. Boris Kusnezow (Flügel) erwies sich als kongenialer Partner. Einfühlungsvermögen zeigte dieser auch beim Trio für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 1 c-moll von Dmitri Schostakowitsch, das besonders gut ankam. Mari Samuelsen (Violine) und Nicolas Altstaedt (Cello) erreichten streichend und zupfend eine hohe Dichte. Zwei romantische Walzer von Sergej Rachmaninoff für Klavier zu sechs Händen sorgten für Entspannung. Die Freude am gemeinsamen Spiel war Kusnezow, Kateryna Titova und Bshara Harouny anzumerken.
Mit Antheme für Violine solo von Pierre Boulez präsentierte Michael Barenboim, Sohn von Daniel Barenboim und Elena Bashkirova, ein modernes Kunstwerk mit Dissonanzen, Glissandi über zwei Oktaven, Zupfen, kaum hörbarem Streichen – ein beeindruckender Seiltanz auf der Violine, der fast unhörbar verklingt.
Noch einmal kam Mozart, ein Quartett für Violine, Viola, Violoncello und Klavier, das diesmal Elena Bashkirova selbst begleitete. Michael Barenboim, Ori Kam und Nicolas Altstaedt bildeten ein aufmerksames, homogenes Streicherensemble.
Abschließend schwere Kost: das Quintett für Klavier, zwei Violinen, Viola und Violoncello von Alfred Schnittke mit Elena Bashkirova am Klavier. Barenboim und Samuelsen, Kam und Altstaedt bewiesen große Reife und tiefgehendes Verständnis.
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