aktualisiert: 06.02.2012 14:39 Uhr
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BISCHOFSHEIM
Ein Feuerwerk der guten Laune
Böschemer Maumer in Bestform – Närrische Einsichten und Aussichten
Brillante Tänze, witzige Sketche und pointierte Büttenreden mit ganz viel Lokalkolorit, dafür sind die Böschemer Maumer bekannt. Genau 100 Akteure waren heuer auf der Bühne aktiv, noch einmal so viele Helfer sind hinter den Kulissen nötig, damit alles reibungslos funktioniert. Über allem thronte das Prinzenpaar und war doch mitten im Geschehen. Heuer wird das Maumervolk von Prinz Udo I. - busfahrender Schalker von der lehrenden Zunft, und Prinzessin Martina I. –aus dem Mühlwassernähkästchen angeführt. Ihnen zur Seite stehen mehrere Garden, flankiert werden sie auf der Bühne von der Prinzengarde, die zur Eröffnung ihren Gardetanz präsentierte. Auch die Blaue Garde hatte ihren Auftritt.
Der erste Büttenredner hat es nicht leicht, doch für Svenja Mangold war das kein Problem. Die elfjährige erzählte von ihrem handwerklich ungeschickten Opa, der dennoch meint, ein passionierter Handwerker zu sein. „Ein tolles Bütt-Debüt der jungen Maumerin“, freute sich Vorsitzender Alfons Fuß, der durch den Abend führte.
Überhaupt sind die Maumer für ihre schönen Tänze bekannt. Nach der Prinzengarde trat die Kindertanzgruppe „Dancing Queens“ auf, die mit ihren Kostümen ihrem Namen alle Ehre machten.
Die Kindertanzgruppe „Böschemer Wildkatzen“ unternahm eine Weltreise mit Ziel „Maumereck Airport“. Viele Länder wurden tänzerisch, musikalisch und mit Kostümierung dargestellt: Am Ende standen alle in bayerischer Landestracht mit dem Kreuzberglied auf der Bühne. Eine anspruchsvolle Darbietung, denn bei diesem Tanz mussten sich 21 Kinder während des Tanzes immer umziehen. Da die Frankenheimer Rhönhalle eng ist, wurde als Notbehelf ein Schulbus hinter die Halle gestellt, zu dem die Kinder bei eisigen Außentemperaturen laufen mussten. Dort wurde in Windeseile umgezogen, um wieder rechtzeitig auf der Bühne stehen zu können.
Nicht nur Tänze und Garden gibt es bei den Maumern. Sketche und Büttenreden wechselten sich mit den Tanzdarbietungen ab. Montag Morgen in einer Rhöner Arztpraxis - Christian Hoenen und Günter Enders, Urgesteine des Böschemer Faschings, parodierten die sonst so alltägliche Situation bestens. Der Patient (Christian Hoenen) wollte gerne krankgeschrieben werden und simulierte etliche Krankheiten. Günter Enders, der im weißen Kittel sehr vertrauenswürdig aussah, wähnte er einen Arzt vor sich zu haben. Der Kittelträger ließ den Patienten in seinem Glauben und übernahm die Rolle des Praxisarztes, untersuchte mit außergewöhnlichen Methoden den Simulanten. Merkwürdigerweise hatte er immer ein Rezept parat: Kriegen sie bei Edeka. Schließlich die Offenbarung: Der Kittelträger war kein Arzt. Auch das Prinzenpaar ließ sich nicht lumpen und bot einen Streifzug durch Mauer- und sonstige Baustellen in Bischofsheim. Mauern werden in Bischofsheim allenthalben gebaut ob von der evangelischen Kirche oder Michael Roßhirt, auch das Seniorenheim und das Kulturzentrum waren Thema, ebenso wie die leidige Geschichte um Rewe.
Dem setzten die Böschemer Nachrichten noch eins drauf. Ein Höhepunkt im Maumer-Fasching war das Interview mit Gustav Schrenk (Angelika Enders) wegen des Schneemangels in der Rhön. Die Analyse von Schrenk: Schuld sind allein die Bischofsheimer weil sie nicht genug in die Kirche gehen und zu wenig in den Klingelbeutel werfen.
Weitere Böschemer Nachrichten: Bürgermeister Baumann wurde im Fundbüro gesichtet, er sucht den Dialog mit den Gewerbetreibenden. Der von den Maya vorhergesagte Weltuntergang wurde von Häuptling Mehlpranke (Manfred Enders) relativiert. Nun ist der Weg frei für die Liedertafel Bischofsheim beim Eurovision Song-Contest anzutreten. Chorleiterin Veronika Klassen wurde von Kristin Bauer hervorragend dargestellt.
Auch Wolfgang Bauer und Alfons Fuß sind waschechte Maumer. Bürgermeister Baumann, so ihre närrische Nachricht, möchte seine Memoiren schreiben, tut sich aber damit schwer. Sein Stellvertreter Egon Sturm, der seine Memoiren bereits fertig hat, unterstützt ihn und diktiert den Text. Doch Baumann war nicht zufrieden, denn in den Memoiren wirklich nicht alles stehen, oder müsse es doch die Wahrheit zu lesen geben. Darauf der zweite Bürgermeister: „Jetzt musst du dich entscheiden: „Vorbild oder Wahrheit.“
Dieses Problem hatten die Akteure im nächsten Sketch nicht. Ob Hörgeräte, Kontaktlinsen oder Brillen auf der Maumerbühne gibt es alles. Nur Pech wenn der Verkäufer schwerhörig ist und der andere Verkäufer kurzsichtig. Ein verheerender Dialog nahm seinen Lauf und dann eskalierte das Stück, Verkäufer gingen sich an den Kragen, zurück blieb ein verzweifelter Kunde.
Seinen Abschluss fand der Abend mit drei tollen Tänzen. Zunächst standen die Funky Ladies auf der Bühne. Dann folgte das Männerballett als Synchronschwimmer – Sieben Männer beim Wasserballett. Der Spaß wurde von einer Hai-Attacke jä beendet.
Und dann noch die Showtanzgruppe „Surprise“ mit „Feuer und Eis“. Zehn Damen und sechs Männer sorgten für ein furioses Finale.
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Weitere Bilder im Internet: rhoengrabfeld.mainpost.de
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