publiziert: 03.02.2011 16:40 Uhr
aktualisiert: 03.02.2011 16:44 Uhr
» zur Übersicht Hammelburg
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text HAMMELBURG/SULZTHAL
Filmen im Wald: Datenschützer gelassen

Für die automatische Bilderaufzeichnung braucht es ein berechtigtes Interesse
  • Vorsicht, Kamera: Automatische Aufnahmen zur Wilddokumentation sind bei zeitlicher und räumlicher Beschränkung erlaubt.
    Foto: Thinkstock
Bild von

(dübi) Die digitale Revolution macht vor dem Wald nicht halt. Mit Wildkameras verschaffen sich einzelne Jäger an Futterplätzen Überblick über den Tierbestand in ihrem Revier. Von einem Bewegungsmelder aktiviert, zeichnen solche Kameras vornehmlich nachts automatisch mit Infrarotunterstützung auf, was da so kreucht und fleucht. In Sulzthal wurde so eine Kamera jetzt gestohlen. Die Polizeimeldung zu der Straftat lenkt den Fokus auf diese Beobachtungspraxis.

Was ist, wenn bei dieser Art von Bildersammeln unbedarfte Pilzsammler oder vielleicht auch mal ein Liebespärchen in den Sucher geraten? Das erste Unbehagen über die Datenspeicherung weicht bei genauerem Hinsehen einer nüchterneren Betrachtungsweise.

Zumal auf Nachfrage der Main-Post der Arbeitsbereichsleiter für Videoüberwachung am Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht gelassen reagiert. „So einen Fall hatten wir schon einmal“, beschreibt Peter Meier sein Wissen zu dem Thema. Man habe den Bayerischen Landesjagdverband um eine Stellungnahme gebeten und sei zu dem Schluss gekommen, dass der Einsatz von Wildkameras generell nicht zu beanstanden sei.

Die Haltung zur Videoüberwachung unterliege immer einer Interessensabwägung. „Wer sie anstrebt, braucht ein berechtigtes Interesse“, erläutert Meier, und sollte sich an bestimmte Spielregeln halten.

Aufgenommen werden sollte nur in einem beschränkten Umfeld, etwa eines abgelegenen Futterplatzes, und nur über einen beschränkten Zeitraum. Sollten zufällig Menschen aufgenommen werden, so seien diese Bilder umgehend zu löschen.

Den Nutzen von Wildkameras unterstreicht Thomas Schreder, Pressesprecher des Bayerischen Jagdverbands. Sie erlauben wichtige Erkenntnisse über die Tierpopulation. Über solche Aufnahmen habe man etwa Aufschluss über die Wiedereinbürgerung des Wolfes in Bayern bekommen. Doch auch Rückschlüsse über kranke Tiere im Revier lassen sich gewinnen, oder den Nutzen von Wilddurchlässen.

Keine Gefahr sieht Schreder, dass Überwachungskameras eines Tages die Pirsch ersetzen. Das wäre traditionsbewussten Jägern ein Graus. Eingesetzt würden solche Kameras punktuell an Stellen, wo nicht auf Wild angelegt wird.

Überhaupt werden längst nicht alle technischen Möglichkeiten bei der Jagd ausgenutzt. Zwar seien Nachtsichtgeräte zur Beobachtung des Wildes erlaubt, nicht aber Nachtzielgeräte. „Das wird in der Öffentlichkeit manchmal verwechselt“, sagt Schreder. Mancher Forderung nach Einsatz von Nachtzielgeräten für die Schwarzwildjagd erteilt der Wildbiologe eine Absage. „Nachts muss Ruhe im Wald sein“, sagt er.

    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
Anzeige
    

Rückblende 

Blick in die Vergangenheit
Was bestimmte die Schlagzeilen vor zehn, 25 und 40 Jahren im Landkreis Bad Kissingen? »mehr
    
    

Baby-Galerie 

Die Jüngsten
Hier begrüßen wir die jüngsten Bewohner des Landkreises Bad Kissingen. »mehr
    
    

Dialektserie "Wördlich" 

Wörter aus dem Landkreis Bad Kissingen
Wöchentlich stellt der Steinacher Frank Schmitt ein interessantes Dialektwort vor. »mehr
    
Anzeige
    

Meine Maschine und ich 

Außergewöhnliches
Wir stellen Menschen vor, die eine besondere Beziehung zu einem technischen Gerät haben. »mehr
    
    

Stadtkultur Schweinfurt 

Theater, Kabarett,
Kunst und mehr
Die Stadt Schweinfurt hat kulturell eine ganze Menge zu bieten. »mehr
    
    

Fotografen und ihre Fotos 

Bilder und Eindrücke
Wir stellen ambitionierte Hobbyfotografen aus der Region Main-Rhön vor. »mehr
    
    

Grüsse aus der Region 

Kostenlose Grußkarten
Senden Sie Ihren Freunden und Bekannten eine elektronische Grußkarte aus der Region, auch Tiere! »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr
    
    

Aktuelle Leserkommentare

    
    

Zeichen setzen 

Förderpreis für
engagierte Bürger
Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr
    
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr