aktualisiert: 14.07.2009 19:01 Uhr
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BAD KISSINGEN
Gern hab ich die Frau'n geküsst
Bestes kam mit Best of Berlin
(tru) „Best of Berlin“ brachte wirklich das Beste an jungen Künstlern. Schon die Schüler des Julius-Stern-Instituts, die alle bereits Preise gewonnen hatten, zeigten am Klavier, an der Violine und am Cello Bestleistungen. Die Musiker zwischen elf und 20 Jahren, die begleitet wurden von der Direktorin Doris Wagner-Dix, boten eine überraschende Bühnenreife.
Zur Einführung erzählte Doris Wagner-Dix, die seit zehn Jahren im Julius-Stern-Institut arbeitet, kurz etwas über dessen Entwicklung und seine Eingliederung in die Universität der Künste Berlin. Nach den ersten beiden Konzerten, die die Jungabsolventen des Instituts bestritten, folgten im weiteren Musik-Marathon die Studenten der Musikhochschule „Hanns Eisler“ Berlin.
Und gleich mit Paukenschlägen stiegen die Studenten mit ihrem Professor Li Biao ein. Mit ihrer großen Auswahl an Schlaginstrumenten war es ein Hörerlebnis der besonderen Art (wir berichteten).
Sanftere Töne entlockten die Streicher ihren Instrumenten: Geigen und Viola aus den Streicherklassen von Antje Weithaas und Tabea Zimmermann. Die beiden Professorinnen waren selber nicht mitgekommen, dafür war der Rektor der Musikhochschule, Jörg Peter Weigle, mit den jungen Künstlern zum Kissinger Sommer gereist.
Einfühlsam begleitete Daniel Heide die Solisten am Klavier. Hervorragende Technik und gefühlvolle Gestaltung zeichneten diese Studenten aus.
Bei den Auftritten der sechs Gesangssolisten im fünften und letzten Konzert zeigte sich das Publikum beeindruckt von der Strahlkraft der einzelnen Stimmen: Tenor, Bariton, Sopran und Mezzosopran. Gebannt lauschten die Konzertbesucher den großartig vorgetragenen Arien und Liedern in deutscher, französischer und russischer Sprache.
Im Opern- und Operettenbereich boten sie sehr viel schauspielerisches Talent. Vergnüglich war vor allem der Vortrag des chinesischen Tenors Kejia Xiong bei der Arie „Gern hab ich die Frau'n geküsst“ aus Franz Lehars Operette „Paganini“.
Damit gab er der Intendantin recht, die zuvor seinen Gesang folgendermaßen beschrieb: „Bei ihm merkt man, dass er versteht, was er auf deutsch singt.“
Den krönenden Abschluss gestalteten alle sechs Sänger gemeinsam mit dem Trinklied aus Verdis „La Traviata“. Nicht nur hier zeigte ein aufmerksames und verständiges Publikum große Begeisterung, unbeeindruckt davon, dass sich das Ende um eine dreiviertel Stunde verzögerte. Auch die anderen Konzerte dieses sonntäglichen Marathons fanden ihre Liebhaber. Allerdings hätten diese Darbietungen mehr als nur jeweils circa 80 Besucher verdient.
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