publiziert: 31.01.2012 18:13 Uhr
aktualisiert: 31.01.2012 18:29 Uhr
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Grünes Ampellicht blendet Autofahrer

Kritik an der neuen LED-Technik - Stadt will Ausleuchtung des Fußgängerüberwegs überprüfen
  • In die Kritik geraten: Autofahrer fühlen sich vom Licht der Fußgängerampel im Staatsbad.
    Foto: Pia Richter
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Sie leuchtet den ganzen Tag – meist grün. Denn nur selten wird die Ampel im Staatsbad von Fußgängern betätigt, so dass sie für Autofahrer Rotlicht anzeigt. Wieso die Ampel dann den ganzen Tag in Betrieb sein muss, das ist für viele Autofahrer nicht nachvollziehbar.

2010 wurde die Fußgängerampel im Staatsbad von einem Autofahrer umgefahren. Ausgestattet war sie damals mit Glühlampen, und sie war eine so genannte Bedarfsampel. Wie der Name sagt, konnten die Fußgänger sie bei Bedarf einschalten. Nachdem die Ampel durch den Unfall einen Totalschaden erlitten hatte, wurde sie im Juli 2010 durch eine Ampel mit LED-Lichtquelle ersetzt, und dieses Licht blendet, wenn es dunkel ist. Der gesamte Bereich am Fußgängerübergang sei dadurch nur sehr schlecht zu erkennen, sagen Autofahrer.

Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt ist davon wenig beeindruckt. Die LED-Ampeln entsprächen der neuesten Technik, und würden mit 90 Prozent Stromersparnis einen hohen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Außerdem: „Für die Glühlampen-Ampeln läuft eh die Zeit ab.“ Wacker weiß auch, dass das Signal der alten Lampen bei tief stehender Sonne im Frühjahr und Herbst von den Autofahrern nicht gesehen wurde.

Die nun eingesetzten LEDs sind vom technisch-wissenschaftlichen Verband der Elektrotechnik und Elektronik (VdE) unter anderem auf ihre Helligkeit geprüft und für Ampeln zugelassen, so Wacker. Sie zu dimmen, sei in Deutschland verboten. Unter anderem wegen der Verkehrsüberwachung durch die Polizei. Fototechnisch könne das gedimmte Licht nicht gesehen werden. „Technisch gibt es keine anderen Möglichkeiten“, erklärt Wacker. Er rät Autofahrern, ihre Geschwindigkeit den Gegebenheiten anzupassen.

Die neue Ampel leuchtet nun den ganzen Tag, denn sie ist eine so genannte Hellampel, wie Wacker erklärt. Die Autofahrer haben so,lange Grünphase, bis ein Fußgänger über die Straße möchte. Im Gegensatz zu früher schaltet die Ampel bereits nach fünf Sekunden für den Autofahrer von Grün auf Rot. Früher musste der Fußgänger 15 Sekunden länger warten. Das habe mitunter dazu geführt, dass eilige Passanten bei Rot die Straße überquerten, weiß Wacker.

„Eine Dunkelampel hätten wir gar nicht erst wieder aufstellen brauchen“, meint auch Franz-Josef Schäfer von der Straßenverkehrsbehörde am Landratsamt Bad Kissingen. Diese würden von den Autofahrern nicht wahrgenommen. Er verweist zudem auf Studien, wonach Hellampeln als sicherer gelten.

Ob die vor 20 Jahren erforderliche Ampel im Staatsbad überhaupt hätte ersetzt werden müssen, darüber hatten sich die Verantwortlichen auch Gedanken gemacht. „Im Hinblick auf die Fußgängerzahlen hätten wir keine Ampel gebraucht“, räumt Schäfer ein. Wenn jedoch ein besonders schutzwürdiger Personenkreis den Überweg benutzt, zählen nicht allein die Zahlen.

Dass der Ampelbereich sehr schlecht ausgeleuchtet ist, haben aber auch Mitarbeiter des Bauamtes bemerkt. An Zebrastreifen beispielsweise sei eine bestimmte Beleuchtungsintensität vorgeschrieben. Das ist aber Sache der Stadtverwaltung, erklärt Wacker vom Straßenbauamt. So wäre zu überprüfen, wie sich die Situation bei einer höheren Umgebungshelligkeit gestaltet.

Karl Heinz Weismantel vom städtischen Bauamt ist hingegen noch nicht aufgefallen, dass der Bereich an der Ampel schlecht ausgeleuchtet ist. Er will sich nun mit den Stadtwerken gemeinsam die Situation vor Ort anschauen. „Die ganzen Straßenlampen im Staatsbad sind veraltet und werden in den nächsten Jahren ausgetauscht“, erklärt er. Noch dieses Jahr werde eine Berechnung über die erforderliche Leuchtstärke erstellt. 2013/14 soll dann mit dem Austausch der Lampen begonnen werden.

Von unserer Mitarbeiterin Pia Richter
    
    

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