aktualisiert: 07.02.2012 16:03 Uhr
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STANGENROTH
In der riesigen Polizeiwache werden Männer zu Marionetten
Stangenröther Fosenacht begeistert mit Liedern von Schlümpfen, Tänzen und Auftritten von Zugereisten
„Stangeroth, Stangeroth, Stangeroth, ja mir feiern Fosenocht in Stangeroth“ so stimmte Sitzungspräsident Niklaus Krämer auf „seinem Revier“ die Ortsbevölkerung auf den Fasching ein. Die Rhön-Festhalle war zu einer riesigen Polizeiwache umfunktioniert worden „wegen der vielen Einbrüche im Ort“, wie der Präsident wissen ließ.
Auch manch anderes stand Kopf und das nicht nur bei der Arbeitskolonne, die im Ort sanieren sollte. So sind die Männer in Stangenroth Marionetten, zumindest beim Männerballett und wegen der schon erwähnten Einbruchserie wurde unter Stabsfeldwebel Manuela Metz sogar eine Hausfrauenkompanie gegründet.
Den Beginn aber machten die Minischlümpfe mit der kleinen Garde. Genauso wie ihre großen Vettern, die Sänger-Schlümpfe haben sie bei der Stangenröther Fosenocht einen Vertrag auf Lebenszeit. Ist ja auch fast selbstverständlich, denn wie sagte der Bürgermeisterschlumpf Hilmar Arnold in der Garderobe so schön „wenn ich Fasching net dabei sein kann, dann bin ich krank“.
Egal ob Urlaubs,- Zeitungs- oder Millionärsschlumpf: Sie alle rissen das Publikum mit ihren Liedvorträgen zu Lachsalven hin. Zudem bekamen sie mit dem Griechenschlumpf (Tobias Wehner) und der polnischen Pflegeschlumpfine (Meggi Höchemer) sogar internationalen Zuwachs.
Apropos Zuwachs: Was wäre diese Faschingsveranstaltung ohne die Zugereisten? Da gäbe es nicht Manuela Metz und Manuela Metz. Die beiden haben wirklich den gleichen Vor- und Nachnamen und werden nur durch den Zusatz „einheimisch“ oder „die aus Oberfranken“ unterschieden. Sie traten gemeinsam als Oma und Opa auf, die sich noch mal samt Rollator einen vergnügten Abend in einer Kissinger Disco machen wollten. Auch Annegret Winter ist kein Rhönerkind und dennoch tritt die gebürtige Rheinländerin seit Jahrzehnten im Rhöner Fasching des TSV Stangenroth auf. Vor rund 25 Jahren wurde sie hier heimisch „und noch immer liegen mir die Faschingsgene im Blut“ sagt sie und fügt schelmisch an, dass sie ihren Part mit Bettina Faber nur zweimal geprobt hat. „Das ist eben der Kick, auch wenn wir uns schon seit November Gedanken über unser Programm als tratschende Dorfweiber gemacht haben.“
Beide waren übrigens nochmals auf der Bühne, Bettina als Dreggsaggschlumpf und Annegret als Zeitungsschlumpf mit der Heimatzeitung auf dem stillen Örtchen – „dafür taugt das Blatt noch“.
Absoluter Höhepunkt war zu vorgerückter Stunde das Männerballett. Kein üblicher Schwanentanz bärtiger Gesellen, die rund 30 Tänzer agierten als Schnur-Marionetten. Und als ein böser Mensch die Schnüre durchtrennte, kam die zweite Garde Marionetten zum Einsatz. Mühelos tanzten sie, wenn sie jemand mit dem überdimensionierten Schlüssel an ihrem Rücken aufzog.
Witzige Vorträge Jonas Voll als „Sohn“ respektive Walter Albert als Mönch. Hinzu kamen noch „Wetten dass“ mit einer gekonnten „Live-Einspielung“ per Videowand und noch ein Showtanz, diesmal mit dem Motto „Afrika“. Und dann waren da ja noch die beiden russischen Putzfrauen Heidi Katzenberger und Barbara Bezold, die wieder für Ordnung im Saal sorgen.
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