publiziert: 23.09.2010 19:25 Uhr
aktualisiert: 24.09.2010 00:04 Uhr
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Irma Mayer

Kurhausstraße 12

Den Opfern der Nationalsozialisten ihrer Identität zurückgeben – das ist eine der Kernaufgaben der Stolpersteine. Zu diesen kleinen Denkmalen, die der Künstler Gunter Demnig jeweils auf dem Gehsteig vor der letzten freiwilligen Wohnung der Betreffenden in den Boden setzt, erstellt die Kissinger Initiativgruppe Biografien der Opfer. Diese dokumentieren wir in einer Serie.

Irma Mayer wurde am 21. Oktober 1895 in Kissingen als Tochter des angesehenen Kurhalters und Stadtrats Nathan Bretzfelder, Inhaber der Villa Holländer, und dessen Ehefrau Klara Goldstein geboren. Nachdem Irma am 26. März 1923 als 27-Jährige den 33-jährigen Arzt Sally Mayer aus Fürth geheiratet hatte, ließ sich das junge Ehepaar in der Kurstadt in der Bismarckstraße 32 (damals Hausnummer 12a) nieder. Gründe dafür dürften das besondere Ansehen der Familie Bretzfelder, die tiefe Verwurzelung in der Kurstadt und Kissingens Ruf als Weltbad gewesen sein.

Irma und Sally Mayer hatten keine Kinder und waren deshalb wohl umso mehr ins gesellschaftliche Leben der Stadt eingebunden. Dieses gutbürgerliche Leben endete 1933 mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und spätestens 1938 mit dem absoluten Berufsverbot für ihren Ehemann Sally. Irma begleitete ihren Mann am 15. März 1939 nach Würzburg, wo sie mit ihm im Stadtteil Frauenland in der Konradstraße 7 lebte. Vor diesem Haus liegt bereits ein Stolperstein zu ihrem Andenken.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann begleitete sie dessen verbliebene Gruppe meist alter und hilfloser Patienten am 23. September 1942 ins KZ Theresienstadt, wo sie als Krankenschwester ihren Ehemann bei dessen ärztlicher Tätigkeit unterstützte. Von dort wurden Irma und Sally Mayer gemeinsam zwei Jahre später am 19. Oktober 1944 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dort kamen beide zu Tode. Irma Mayer gilt offiziell als „verschollen in Auschwitz“.

    
    

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