aktualisiert: 01.12.2008 18:18 Uhr
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HAMMELBURG
Auf den Spuren der deutschen Ahnen
Nach weltweiter Suche Hirscenhberger-Nachfahren ausfindig gemacht
„Es ist erstaunlich, dass hier die Nachfahren der Hirschenbergers anwesend sind“, freute sich Bürgermeister Ernst Stross über den spontanen Besuch zweier Urenkel der Hirschenberger-Dynastie im Stadtmuseum Herrenmühle. Dort haben Michael und Cornelia Mence die Ausstellung „Hirschenbergers Genisa“ initiiert und es geschafft, nach einer weltweiten Suche die Nachfahren der Hirschenbergers ausfindig zu machen.
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Fasziniert von den persönlichen Originaldokumenten seines Großvaters Arnold Hirschenberger war der Enkel Yair Kochba in der Herrenmühle. Hier hält er den Wandergewerbeschein aus dem Jahre 1906 ins Licht.FOTO Gerd Schaar -
Michael und Cornelia Mence (von links) freuten sich über den spontanen Besuch der Nachfahren Hirschenbergers, den Ehepaaren Chezki und Yiska Kochba sowie Bracha und Yair Kochba.FOTO Gerd Schaar
Faszination stand den Besuchern aus dem israelischen Kibuz KV. Yavne Kvutzat ins Gesicht geschrieben. Da hatte Yair Kochba den originalen Wandergewerbeschein aus dem Jahre 1906 seines leiblichen Großvaters Arnold Hirschenberger aus Westheim in seinen Händen. Er hielt dieses einmalige Dokument wie ein Heiligtum hoch ins Licht und schaute es lange an. Yair ist der älteste Sohn von Lotti Hirschenberger, die schon in den 30er Jahren ausgewanderte Tochter von Arnold, dessen persönliche Dokumente in der Ausstellung zu sehen sind.
Nach Lottis Heirat mit Julius Stern verschwand der Name Hirschenberger an dieser Stelle im Familienstammbaum. Stern heiße auf Jüdisch Kochba, erzählen die Besucher. Deshalb trägt auch der jüngere Bruder Chezki den Nachnamen Kochba.
Bürgermeister Stross bewunderte die spontane Entscheidung der weit angereisten Nachfahren, welche die Relikte ihrer Ahnen aus Westheim noch rechtzeitig vor Schließung der Ausstellung sehen wollten. Er freute sich über diese wunderbare Zusammenführung und dankte dem Ehepaar Mence für das perfekte Ergebnis ihrer Bemühungen.
Nur zwei Wochen hatte es gedauert, dass die im fernen Israel lebenden Nachfahren der Hirschenbergers ihren Entschluss zur Deutschlandreise in die Tat umgesetzt hatten. Wenn schon, dann sollte es unbedingt noch vor dem Abbau der Ausstellung „Hirschenbergers Genisa“ sein. Nachdem die Mences ihnen das Buch zu dieser Ausstellung übersandt hatten, wollte man die Originale sehen, einen Abstecher nach Westheim machen und auch das Ehepaar Mence kennenlernen.
Und noch eine Überraschung gab es. Beim Besuch des jüdischen Friedhofs in Pfaffenhausen machte man nämlich eine sensationelle Entdeckung. Anhand mitgebrachter alter Fotos aus dem Familienalbum der Kochbas konnte das Grab von Arnold Hirschenberger entdeckt werden. Eine Marmorplatte fehlte zwar, doch war an einer Stelle der Name des Verstorbenen zu entziffern.
„Es ist ein wichtiger Augenblick für uns“, zeigten sich die Enkel sehr gerührt. Denn bis dahin war man der Meinung, dass Arnold Hirschenberger als gefallener Soldat an der Westfront im Ersten Weltkrieg in einem Massengrab beigesetzt worden sei. Jetzt ist die Liste der jüdischen Gräber in Pfaffenhausen zu ergänzen.
Viele gedankliche Kreise hätten sich geschlossen, meinten die Gebrüder Kochba nach der Besichtigung der Ausstellung im Stadtmuseum. Dort entdeckten sie zum Beispiel auch einen ganz persönlichen handgeschriebenen Brief, in welchem die Krankheit der Mitte der 50er Jahre verstorbenen Mutter Lotti geschildert wird.
Mit dem Flugzeug waren die Brüder zusammen mit ihren Ehefrauen Bracha und Yiska aus Israel zunächst in die Schweiz geflogen. Von dort aus fuhren sie mit einem Leihwagen direkt nach Hammelburg. Danach gab es weitere Ziele in Hessen, wo man zum Geburtsort des Vaters Stein nach Ulrichstein (zwischen Lauterbach und Schotten) fahren wollte.
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