publiziert: 18.07.2011 18:32 Uhr
aktualisiert: 18.07.2011 19:18 Uhr
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Kissinger-Sommer-Bilanz: Große Künstler, gute Zahlen

90 Prozent Auslastung – Gerhard Glöckler verabschiedet sich

Müde, aber frohe Gesichter erschienen zur Abschlusskonferenz des 26.Kissinger Sommers am Montagmorgen im großen Sitzungssaal des Rathauses. Die Zahlen, die Gerhard Glöckler verkünden durfte, können sich sehen lassen. Es war seine letzte Bilanz beim Festival. Zum Ende des Jahres wird er aus seinem Dienstverhältnis offiziell verabschiedet.

Entgegen aller Erwartungen gibt es in diesem Jahr einen Zuwachs: Zwei Prozent mehr verkaufte Karten lassen sich zwar nicht groß messen, so Glöckler, erkennbar ist es dennoch in der Statistik. Die Auslastung liege bei 90 Prozent, 1500 Besucher mehr als 2010. Dabei wurden die beiden Sonderkonzerte mit Cecilia Bartoli und Lang Lang im vergangenen Jahr rausgerechnet. Das seien zwei zusätzliche Konzerte gewesen, so Glöckler.

Somit stieg die Gesamtbesucherzahl 2011 auf über 30 000. Knapp die Hälfte aller Konzerte sei mit bis zu 152 Prozent ausgelastet gewesen. Das heißt, dass Grüner Saal und dunkler Gang geöffnet wurden oder ein Wechsel vom Rossini-Saal in den Großen Saal erfolgte.

Renner waren auch das Kindermusical „Die Zauberflöte für Kids“ im Kurtheater und das Konzert auf Schloss Castell. Im Reitstall des Fürsten ging es eng zu, weil statt 500 Besucher 680 kamen. „Hier können wir uns neue Schichten erschließen“, erhofft sich die Intendantin.

„Wir hatten einen sehr guten Kissinger Sommer. Das lässt sich nicht endlos wiederholen.“

Kay Blankenburg Oberbürgermeister

500 Jugendliche seien zum Schulkonzert mit dem Orchestre de Paris gekommen. „Den meisten Krach machte das Baby des Dirigenten“, meinte Kari Kahl-Wolfsjäger. Sie will über ein Mehr für Kinder und Jugendliche nachdenken. Im vergangenen Jahr noch waren es nur 170 Besucher bei der Kinderaufführung im Kurtheater gewesen, jetzt war das Haus mit 550 Besuchern ausverkauft.

Mehr Besucher bedeutet natürlich auch Mehreinnahmen für die Stadt. Allerdings schlage sich das nicht in dieser Höhe nieder, so Oberbürgermeister Kay Blankenburg. Und er erklärte die Rechnung: Referatsleiter Glöckler hatte intern eine Planung über die Einnahme-Ansätze aufgestellt. Die lag bei 50 000 Euro. Der Stadtrat hatte allerdings den Ansatz im Vergleich zu 2010 hochgesetzt, und zwar auf 50 000 Euro. Da die Einnahmen sich auf 51 600 Euro belaufen, bleibt somit nur ein Überschuss von 1600 Euro.

Die Gefahr, dass der Stadtrat nun im nächsten Jahr wiederum den Ansatz erhöht, sieht auch der Oberbürgermeister. Der aber winkte ab und meinte: „Wir hatten einen sehr guten Kissinger Sommer. Das lässt sich nicht endlos wiederholen.“

Auffallend sei der weiter zunehmende Trend, dass sich Musikliebhaber sehr kurzfristig entschließen, ins Konzert zu gehen. Vor allem in den letzten 14 Tagen seien „richtig gut Karten verkauft worden“, sagte Glöckler.

Das Wetter kam dem entgegen, es war nicht zu heiß. Zudem verließ die deutsche Frauen-Mannschaft das Weltmeister-Spielfeld.

Zum Abschluss der Pressekonferenz gab es den berühmten Wermutstropfen. Der OB überreichte Glöckler einen großen Geschenkkorb. Über zwei Jahrzehnte habe er an der Seite der Intendantin den Kissinger Sommer gemanaget. Ab 2012 darf er nun das Festival aus einer anderen Perspektive erleben: als Konzertbesucher. Eine Eintrittskarte auf Lebenszeit werden ihm – und seiner Begleitung – Hörgenuss ohne Ende garantieren.

Als sein Nachfolger wurde offizielle Thomas Lutz vorgestellt. Er wird Referatsleiter in dem eigenständig bleibenden Kulturbüro. Persönlicher Mitarbeiter des Oberbürgermeisters wird er dann nicht mehr sein.

Von unserem Redaktionsmitglied Ursula Lippold
    
    

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