publiziert: 29.06.2008 20:25 Uhr
aktualisiert: 22.07.2008 13:20 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text MARIA BILDHAUSEN
Verzückte Blicke im Liebesduett: Anke Vondung und Werner Güra im Kloster

Anke Vondung und Werner Güra beim Klosternachmittag
  • Bekamen viel Beifall: der Tenor Werner Güra und die Mezzosopranistin Anke Vondung.
    FOTO Ursula Lippold
Bild von

(tru) Für die Musikfreunde sind die Kissinger Sommer-Konzerte in Maria Bildhausen ein Geheimtipp. Ausverkauft war der Klosternachmittag mit Anke Vondung (Mezzosopran) und Werner Güra (Tenor), die am Flügel von Christoph Berner begleitet wurden.

Zu hören waren Lieder von Johannes Brahms und Robert Schumann, die beide Sänger gemeinsam gestalteten. Lieder von Franz Schubert trug der Tenor alleine vor, Anke Vondung widmete sich Liedern von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Bei den Brahmsschen Volksliedern war nichts von der herben oder weichen Schwermut zu hören, die sonst für die melancholisch-verschlossene Art des norddeutschen Komponisten charakteristisch ist. Von Anfang an fiel die harmonische Gestaltung in Stimme und Mimik der beiden Sänger auf. Im Schlussteil führte dieses schauspielerische Miteinander zu einem unüblichen Zwischenapplaus.

Schon bei dem Lied „Ach, englische Schäferin“ wurde die stimmliche Gestaltung der Künstler sehr deutlich. Mit viel Zurückhaltung, fast poetisch, sangen sie „Da unten im Tale“, das sie noch einmal als Zugabe brachten.

Bei den meist fröhlichen Schubert-Liedern erlebte das Publikum einen Güra, der in allen Stimmlagen, selbst in der Höhe, nie in opernhafte Töne verfiel. Besonders weich ließ er „Im Frühling“ ausklingen.

Mitreißend war Anke Vondung bei den Mendelssohn-Liedern. Die Höhe im piano traf sie wunderschön zart, was sich insbesondere beim „Schilflied“ nach einem Gedicht von Nikolaus Lenau zeigte. In ihrer Höhe im forte hatte sie manchmal eine leichte Neigung zu forcieren.

Die Schumann-Lieder zum Ausklang eigneten sich besser fürs gemeinsame Singen als manches Volkslied von Brahms. So hätte es dem dramaturgischen Aufbau am Anfang nicht geschadet, wenn Werner Güra , „Mein Mädel hat einen Rosenmund“ alleine gesungen hätte. Insbesondere bei den Liebesliedern von Schumann brillierten die Sänger in den Liebesduetten. Die schmachtenden Blicke, die verzückten Augen, aber auch das Abweisen des Geliebten verfolgte das Publikum mit inniger Teilnahme. Mit dem Schlussapplaus entlockten sie den Sängern zwei Zugaben.

    
    

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