aktualisiert: 27.06.2011 09:19 Uhr
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BAD KISSINGEN
Kissinger Sommer: Wenn zwei Bratscher sich streiten
Eröffnungskonzert der Kissinger Klang-Werkstatt
(kup) Mit aufregend interpretierten Stücken aus der Epoche der Romantik sorgten die zehn jungen Virtuosen dafür, dass beim gut dreistündigen Eröffnungskonzert der Kissinger Klang-Werkstatt von der ersten bis zur letzten Minute Spannung angesagt war. Im mit knapp 250 Zuhörern bestens besuchten Rossini-Saal brillierte insbesondere der Leiter dieser außergewöhnlich reichhaltigen Veranstaltung, der bekannte Bratscher Lawrence Power.
Egal ob eher solistisch in iberisch angehauchten Stücken von Joaquín Turina oder rein kammermusikalisch im grüblerischen Brahms-Trio op. 114: Stets glänze der 1977 geborene Brite mit Tonschönheit, rhythmischer Präzision und expressiver Kraft. Einen besonderen Genuss bereitete hier das virtuose und einfühlsame Spiel von Alexey Grigoryev am Flügel.
Ein Höhepunkt des Konzerts war die präzise und kraftvolle Weise, mit der die beiden Bratscher Lawrence Power und Adrien La Marca das Stück „Viola, Viola“ des zeitgenössischen britischen Komponisten George Benjamin vortrugen. Die beiden Instrumentalisten fochten den musikalischen Wettstreit in dieser von der Minimal-Music geprägten Komposition mit jeder Menge klanglicher Raffinesse aus.
Ein Ausbund an musikalischer Energie war das Spiel der chinesischen Cellistin Jing Zhao. Packend gestaltete sie ihren Part im A-Dur-Klavierquintett von Dvoøák, bei dem das von der famosen ersten Geigerin Mari Samuelsen angeführte Ensemble mit sagenhaftem Zusammenspiel brillierte.
Samuelsens Instrumentalkollegin Vineta Sareika aus Lettland bewies ihre eigenen interpretatorischen Stärken in Max Bruchs Acht Stücken op. 83. Nicht nur hier zeigte Kiryl Keduk am Steinway großes Ausdrucksvermögen und erstaunliche Technik. Zumal der Weißrusse kurzfristig für die erkrankte Nareh Arghamanyan eingesprungen war.
Eine enorme Leistung bot Keduk zudem in Dvoøáks „Dumky“-Trio. Ebenfalls als Ersatz für Arghamanyan kam Igor Levit, der sich beim Brahms-Trio als profilierte Pianistenpersönlichkeit präsentierte. Den Cello-Part spielte hier mit Elan Christian-Pierre La Marca. Mit seinem umwerfenden und punktgenauen Spiel trug der chinesische Pianist Avan Yu maßgeblich dazu bei, dass das Dvoøák-Qunitett mit Verve erklang.
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