publiziert: 28.08.2011 17:52 Uhr
aktualisiert: 28.08.2011 17:57 Uhr
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Kontaktbörse für Behinderte

Seit 30 Jahren organisiert das Rote Kreuz für sie Treffen
  • Behindertentreffen des Roten Kreuzes: Nicht nur für Kreisgeschäftsführer Thomas Stadler (von links) haben sie hohen Stellenwert. Robert Nies nimmt seit 25 Jahren an ihnen teil, Bernhilde Sebald organisierte 1981 den ersten Treff und arbeitet noch immer mit.
    Foto: Peter Klopf
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„Viele Behinderte kommen aus der häuslichen Umgebung selten heraus. Oft sind die Behindertentreffen des Bad Kissinger Kreisverbandes des Roten Kreuzes die einzige Möglichkeit der Kontaktpflege“, sagte Kreisgeschäftsführer Thomas Stadler. Die Treffen bestehen seit nunmehr 30 Jahren.

Hier treffe man Menschen, die ebenfalls behindert sind. Dadurch entwickelten sich auch viele Bekanntschaften und auch Freundschaften. Viele der Teilnehmer erzählten immer wieder, wie gut es ihnen tut, an den Treffen teilzunehmen. „Außerdem werden die Angehörigen entlastet“, betonte Stadler beim Jubiläumstreffen im Kissinger Rotkreuzhaus.

Bis zu 80 behinderte Menschen nehmen einmal pro Monat an den Behindertentreffen teil, die wahlweise in Bad Kissingen, Fuchsstadt, Platz, Premich, Steinach, Bad Brückenau, Nüdlingen, Diebach, Stangenroth, Ramsthal, Sulzthal oder Schwärzelbach abgehalten werden.

Robert Nies nimmt seit 25 Jahren an den Treffen teil. „Weil es für mich sehr wichtig ist, mit Leuten ins Gespräch zu kommen“, wie er sagte. Durch den Fahrdienst des Roten Kreuzes werden die Teilnehmer zu Hause abgeholt. Mit einem gemeinsamen Mittagessen beginnen die Zusammenkünfte. Ein buntes Rahmenprogramm mit Musik, Unterhaltung oder Gesang sorgt für Zerstreuung, bevor es nach Kaffee und Kuchen wieder nach Hause geht.

Geburtsstunde des wohl einmaligen Projektes war das „Jahr der Behinderten“, das von der Aktion Sorgenkind 1981 ausgerufen worden war. Initiator der Treffen war der damalige Kreisgeschäftsführer Friedhelm Korell. Seine Nachfolgerin als Kreisgeschäftsführerin, Bernhilde Sebald, veranstaltete mit einem Team von ehrenamtlichen Helfern zum ersten Mal ein Behindertentreffen.

„Wir wollten Angehörige, Eltern, an einem Samstag im Monat entlasten. Die Sonderschule in der Peter-Heil-Straße stellte Räumlichkeiten zur Verfügung. Am Anfang waren es überwiegend behinderte Kinder aus der Sonderschule. Heute gibt es keine Altersgrenze“, berichtet Bernhilde Sebald bei ihrem Rückblick.

„Mit dem monatlichen Behindertentreffen tasteten wir uns als Rotes kreuz an ein total neues Aufgabengebiet heran. Wir machten Tagesausflüge mit Behinderten und ihren Angehörigen. Wir fuhren und begleiteten Behinderte zu kulturellen Veranstaltungen und Familienfeiern. Wir organisierten Urlaube für Behinderte.“ Auf die Frage, warum sie noch immer bei den Behindertentreffen helfe, antwortete Bernhilde Sebald: „Jedes Mal, wenn ich am Abend nach einem Behindertentreffen heimgekommen bin, war ich glücklich und froh, dass es mir gut geht. Ich habe mehr mitgenommen, als ich gegeben habe. Das war die Triebfeder meines Handelns.“ Mittlerweile werden die Treffen durch Marion Kriener von der Verwaltung des Kreisverbandes organisiert.

Die Rotkreuz-Kreisvorsitzende Isolde Anstötz bezeichnete die Behindertentreffen als eine wichtige Initiative, die vor 30 Jahren begann und gut zu einem Leitsatz des Roten Kreuzes passe: „Aus Liebe zu den Menschen.“ Grußworte des Landkreises überbrachte auch der stellvertretende Landrat Emil Müller.

Von unserem Mitarbeiter PETER KLOPF
    
    

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