aktualisiert: 06.12.2011 19:48 Uhr
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MÜNNERSTADT
Kreative Köpfe am Kroppfeldhaus
Münnerstadt soll schöner werden: Projektklasse entwarf Sanierungskonzept
Ein Jahr lang waren sie kreativ, sammelten Ideen und versuchten ihre Vision auf Papier zu bannen. Jetzt wollen sie ihren Traum mit anderen teilen. Im Rathaus präsentiert die Projektklasse Kunst des Schönborn-Gymnasiums nun das Modell eines Mehrgenerationen-Treffs mitten in Münnerstadt: Im altehrwürdigen Kroppfeldhaus könnten sich die Hobby-Architekten durchaus eine Kultkneipe für junge Leute sowie ein Erzählcafé für die älteren Münnerstädter vorstellen.
Das Konzept für eine öffentliche Bauaufgabe zu entwickeln, war der Auftrag von Tanja Sobisch. Die Kunstlehrerin ließ den Jugendlichen die Wahl, in eine Baulücke ein modernes Haus zu bauen oder ein altes Gebäude neu zu beleben. Auf jeden Fall sollte „etwas Heimatnahes“, am besten ein Projekt in Münnerstadt bearbeitet werden, sagt Sobisch im Gespräch mit der Main-Post. Die Schüler streiften durch die Straßen und besichtigten die Leerstände. Die Wahl fiel aufs Kroppfeldhaus.
Das nach hinten weiträumige Gebäude-Ensemble mit markanter Fachwerkstruktur zierte früher sicher den zentralen Anger. Warum also den schmucken Platz nicht auch in der Gegenwart wieder zu neuem Glanze führen? Mitten im Herzen der Stadt, dort, wo das Heimatspielhaus seine edle Fassade präsentiert und Händler an Markttagen regelmäßig ihre Waren feilbieten, wollten die Schüler die Neuzeit mitgestalten.
Bei einer aufwändigen Umfrage unter rund 100 Passanten hatten die jungen Leute interessante Gespräche und erfuhren, was die Münnerstädter sich so wünschen: Die Jungen wollen sich dort treffen, vielleicht mal Kicker spielen und auch abends einen trinken gehen. Die Älteren hätten gern einen Treffpunkt zum Plaudern, Vorlesen und für Vorträge.
Dann ging's an die Umsetzung der theoretischen Erkenntnisse. Es fanden mehrere Ortsbesichtigungen statt. Hausbesitzer Günter Schaub zeigte ihnen die Pläne und Bürgermeister Helmut Blank erläuterte bautechnische Einzelheiten. Das Stadtoberhaupt sorgte übrigens auch dafür, dass eine kleine Spende für Materialkosten aus dem Stadtsäckel floss.
Danach waren die jungen Baumeister schlauer, wussten beispielsweise, dass das Haus unter Denkmalschutz steht und die Wände innen nicht verändert werden dürfen, auch wenn die Statik inzwischen nicht mehr optimal ist. Bald war auch klar, dass der Sanierungsaufwand sehr hoch wäre, wenn man das Gebäude wieder in Schuss bringen will. Mindestens 500 000 Euro, wahrscheinlich eine Million Euro oder mehr müsste der Besitzer für die aufwändigen Baumaßnahmen berappen. Die Idee der Schüler in Bezug auf die Finanzierung ist nicht schlecht: Vielleicht könnte man, wie beim Heimatspielhaus, einen Verein gründen, der sich die Sanierung des Kroppfeldhauses auf die Fahnen schreibt.
Die jungen Leute sprudeln beim Erzählen. Klar, dass ihnen die Planung ihres Großprojekts Spaß machte. Schließlich konnten sie frei gestalten und jeder hatte seine Aufgabe. „Das Ganze hat uns zusammengeschweißt“, fasst eine Schülerin die Stimmung der Gruppe zusammen. Auch Lehrerin Sobisch lobt den Eifer ihrer Schüler. Und wer weiß? Vielleicht war das Projekt Kroppfeldhaus für den ein oder anderen ja sogar die berufliche Initialzündung.
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